Neil Gaiman hat über 20 Bücher geschrieben und ist mit fast jedem namhaften Preis ausgezeichnet worden, der in der englischen und amerikanischen Literatur- und Comicszene existiert. Geboren und aufgewachsen ist er in England. Inzwischen lebt er in Cambridge, Massachusetts, und träumt von einer unendlichen Bibliothek.
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Anansi Boys
von Neil Gaiman, Karsten Singelmann
Neil Gaiman hat über 20 Bücher geschrieben und ist mit fast jedem namhaften Preis ausgezeichnet worden, der in der englischen und amerikanischen Literatur- und Comicszene existiert. Geboren und aufgewachsen ist er in England. Inzwischen lebt er in Cambridge, Massachusetts, und träumt von einer unendlichen Bibliothek.
Aktuelle Rezensionen(2)
Tolles Buch, tolle Geschichte, tolle, vielschichtige Charaktere. Richtig gut.
Rezension hier: https://licentpoeticae.wordpress.com/2018/12/31/neil-gaiman-anansi-boys/ <i>„So“, sagte sie. „Du hast also deinen Bruder kennen gelernt.“ „Wissen Sie“, sagte Fat Charlie, „Sie hätten mich warnen können.“ „Ich hab dir gesagt, dass er ein Gott ist.“ „Sie haben allerdings nicht erwähnt, dass er die größte Nervensäge der Welt ist.“</i> Charles „Fat Charlie“ Nancy lebt als Buchhalter in London. Seine Arbeit ist absolut unspektakulär, seine Verlobte Rosie hat sich an der kein-Sex-vor-der-Ehe-Idee festgebissen und überhaupt gestaltet sich sein Leben überaus durchschnittlich. Und eigentlich ist Fat Charlie damit zufrieden – dachte er zumindest. Als sein Vater stirbt, erfährt er plötzlich, dass er einen Bruder hat: Spider. Und während Fat Charlie in allen Belangen des Lebens das wandelnde Mittelmaß ist, ist Spider das genaue Gegenteil. Charmant, gewitzt, einer der Glückspilze, denen alles in den Schoß fällt. Oh, und natürlich ist er ein Gott, so wie auch ihr Vater Anansi einer war. Spider stellt Charlies Leben komplett auf den Kopf und bringt Steine ins Rollen, die mehr Schaden anrichten als sie Nutzen bringen. So schön Familienzusammenführungen also auch sein mögen, Spider muss weg. Aber wie wird man den eigenen übernatürlich begabten Bruder wieder los? Ohne Frage gehört Neil Gaiman zu den heutigen Größen des Fantasy-Genres und natürlich hatte ich den Namen schon öfter gehört. Wirklich aufmerksam geworden bin ich allerdings erst durch die Verfilmung von „American Gods“, in der unter anderem auch die Spinne Anansi vorkam, wenn auch zunächst nur am Rande. Anansi war für mich der mit Abstand interessanteste Charakter der Serie, sodass ich mich gleich auf dieses Buch gestürzt habe, als mir die Geschichte seiner zwei Söhne versprochen wurde. Fat Charlie, der eigentlich schon seit er ein Kind war nicht mehr dick ist, an dem dieser Spitzname aber irgendwie kleben geblieben ist, und Spider, dem ganz natürlich alles zuzufallen scheint, was er will, könnten unterschiedlicher nicht sein. Die Geschichte, die Gaiman um die beiden ungleichen Brüder gestrickt hat, ist voller Abstrusitäten und Absonderlichkeiten, aber auch immer angereichert mit einer Prise (fatalistischem) Humor. Auf der einen Seite spielen sich völlig unmögliche, magische Szenarien ab (zum Beispiel erweitert Spider Charlies Rumpelkammer gleich mal zu einer palastartigen Suite mit eigenem Whirlpool), auf der anderen Seite wirkt die Handlung so alltagsnah, als könnte sie gleich vor der eigenen Haustür spielen. Tatsächlich muss ich zugeben, dass ich mich ein bisschen selbst in Charlie wieder erkannt habe. Man bewegt sich nun mal in den mehr oder minder immer gleichen Kreisen und riskiert nur selten einen Blick über den Tellerrand. Als Spider auftaucht, stößt er ihn praktisch mit Anlauf über diesen Tellerrand und Charlie muss sich mit einer fantastischen Welt arrangieren, die plötzlich auch die seine ist. Obwohl ich sowohl mit Fat Charlie als auch mit Spider praktisch sofort warm geworden bin, gab es doch immer mal wieder kleine Längen in dem Buch, während denen ich auch ein bisschen damit gehadert habe, den roten Faden nicht zu verlieren. Aber das ist nur ein ganz kleiner Abstrich und möglicherweise auch eine rein subjektive Empfindung beim Lesen gewesen. Anansi ist und bleibt die durchtriebenste, aber dadurch auch irgendwie schillerndste Figur aus Gaimans Götterkiste und auch wenn die Geschichte im Grunde mit seinem Ableben beginnt, prägt er sie doch von Anfang bis Ende. Mir hat „Anansi Boys“ sehr viel Spaß gemacht und ich kann mit Bestimmtheit sagen, dass das sicher nicht mein letzter Gaiman war.