Who Cares!
von Mirna Funk
Mirna Funk ist genervt von den Debatten um Geschlechterungleichheit, Care-Arbeit und Vereinbarkeit. Selbstbestimmte, eigenständige Frauen warten nicht darauf, dass jemand gesellschaftliche Strukturen für sie ändert, stilisieren sich nicht zu Opfern. Sie ziehen es durch und handeln! Mit diesem Statement will Mirna Funk allen Frauen Mut machen, ihre längst existierende Freiheit auch wirklich zu leben. Und geht mit gutem Beispiel voran. Ihre jüdische Identität und ihre ostdeutsche Herkunft haben ihr ein Frauenbild mitgegeben, das sich von dem des aktuellen Mainstream-Feminismus radikal unterscheidet. Denn sie glaubt an die Kraft der Selbstwirksamkeit.
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Who Cares!
von Mirna Funk
Mirna Funk ist genervt von den Debatten um Geschlechterungleichheit, Care-Arbeit und Vereinbarkeit. Selbstbestimmte, eigenständige Frauen warten nicht darauf, dass jemand gesellschaftliche Strukturen für sie ändert, stilisieren sich nicht zu Opfern. Sie ziehen es durch und handeln! Mit diesem Statement will Mirna Funk allen Frauen Mut machen, ihre längst existierende Freiheit auch wirklich zu leben. Und geht mit gutem Beispiel voran. Ihre jüdische Identität und ihre ostdeutsche Herkunft haben ihr ein Frauenbild mitgegeben, das sich von dem des aktuellen Mainstream-Feminismus radikal unterscheidet. Denn sie glaubt an die Kraft der Selbstwirksamkeit.
Aktuelle Rezensionen(3)
Mirna Funk verachtet andere Frauen. Sie schreibt, dass es in ihrem Buch darum gehen soll, Frauen daran zu erinnern, dass sie frei, autonom und unabhängig sind, dass sie Subjekte, keine Objekte sind. Der Text ist eine Selbstbeweihräucherung als Special Snowflake in 8 Kapiteln, in welchen sie sich selbst erhebt und andere Frauen permanent abwertet. Funk verurteilt Frauen in bester Pick me-Manier. Sie schreibt gegen Feminismus-Strömungen, nennt so gut wie alles, was nicht ihrer Denkart entspricht, antifeministisch und ist voller vernichtender Urteile und Abwertung über andere Lebens- und Handlungsweisen. Sie nennt sich selbst „pragmatisch, unaufgeregt und dramafrei“ - ich finde es unempathisch, ignorant, überheblich. Jedwedes Problem, dass Frau hat- Mirna Funk sagt: selbst schuld, dass du es hast! Keinen Kitaplatz? Gründe eine eigene Kita! Schlechte Bezahlung? Deine Schuld, du hast schlecht verhandelt! Arbeitszeit passt nicht zur Kita-Öffnungszeit? Deine Schuld, leg halt fest, wann du arbeitest! Care Arbeit? Existiert nicht! Du wirst von Männern objektifiziert? Selbst schuld, dass du dich objektifizieren lässt! Du arbeitest in Teilzeit, damit du Haushalt und Kind unter einen Hut bringst? Selbst schuld, du kannst trotzdem Vollzeit arbeiten, denn wer Kinder bekommt, weiß, dass es anstrengend ist und weniger Schlaf bedeutet! (Funks Lösung gegen die abgekämpfte Optik war dann übrigens Botox). Dieser Text ist keine Erinnerung an die Freiheit, Autonomie und Unabhängigkeit der Frau, es ist eine Hassrede auf andere Frauen.
Ich habe das Gefühl, Mirja Funk wollte mit diesem Buch erreichen, dass ihr jemand auf die Schulter klopft und ihr sagt, wie toll sie ist. Oder vielleicht braucht sie diese Anerkennung von Außen nicht; wenn sie nur halb so viel auf sich hält, wie in diesem Buch, das im Grunde genommen eine 100-seitige Selbstbeweihräucherung ist, dann muss ihr niemand mehr auf die Schulter klopfen. Ich kannte Mirna Funk noch nicht und ich habe den Titel des Buches wohl etwas missverstanden, denn ich dachte, es ginge um eine kritische Auseinandersetzung mit der Care-Arbeit. Tut es im weitesten Sinne auch, nur nicht ganz so, wie ich mir das vorgestellt habe, denn laut Funk, ist Care-Arbeit Leben und keine Arbeit und jede Frau, die das anders sieht, sei selbst daran Schuld, keine gleichberechtigte Beziehung zu führen. Generell dreht es sich hier nur darum, was (westdeutsche) Frauen alles falsch machen würden. Sie müssten sich einfach selbst als Subjekte verstehen, dann gäbe es auch keine Probleme mehr. Gender Pay-Gap? Frauen sollten einfach anfangen, mehr Geld zu verlangen und in Führungspositionen zu sitzen. Fehlendes Betreuungsangebot für Kinder? Frauen sollten einfach selbst genügend Kindergärten eröffnen. Catcalling? Funktioniert nur, wenn sich die Frau nicht als Subjekt versteht ("Wenn ich weiß, dass ich eine 1,60 m große Frau mit grünen Augen und dunklen Haaren bin und irgendein wildfremder Mensch kommt und behauptet, ich sei eine Gurke, dann schüttle ich doch lediglich irritiert den Kopf und negiere als souveränes Subjekt diese Behauptung. Ja, auch wenn es sich um ein kompliziertes Machtverhältnis handelt.", S. 51) Egal über welchen Lebensbereich sie schreibt, sie hat die Wahrheit gepachtet. So zum Beispiel in Bezug auf die Liebe - niemand außer ihr scheint zu verstehen, dass es nicht darum gehen kann, in einer Symbiose mit einer anderen Person zu lieben: "Ohne dabei zu verstehen, dass es gerade diese Symbiosefantasie ist, die sie von Trennung zu Trennung und von Scheidung zu Scheidung katapultieren wird, bis sie irgendwann zurückblicken und begreifen, dass Mirna fucking Funk eigentlich recht hatte." (S. 43) Mirna Funk vertritt einen Girlboss-Feminismus, der darauf beruht, dass Jede:r seines:ihres Glückes Schmied ist. Ich gönne ihr all ihre beruflichen und privaten Erfolge. Ich vermisse allerdings einen Hauch von Empathie anderen Schicksalen gegenüber. Ein weiterer Minuspunkt ist ihr Umgang mit den Quellen. Mal gibt sie welche an, mal lässt sie sie weg und es erschließt sich mir nicht, woran das liegt. Ihre Zitate beziehen sich allesamt auf die Erwerbstätigkeit von Frauen und den Gender-Paygap. Eine Studie zum Thema Regretting Motherhood sucht man bspw. vergeblich. Zuletzt kam ich auch mit ihrer Sprache nicht gut zurecht. Allgemein habe ich nichts gegen das Benutzen von Anglizismen, aber für meinen Geschmack waren es hier ein paar zu viele. Aber das ist Geschmacksache.
Inspirierend, kritisch, für manche wohl provokant - für mich tief beruhigend. Ich habe das Buch wortwörtlich verschlungen und liebe die Art, in der Ideen und Fakten angenehm in einen Schreibstil verpackt sind, der leicht, auch viel zu spät Nachts, zu lesen ist.