Tess
von Thomas Hardy
Die aus der degenerierten Adelsfamilie der d'Urbervilles stammende Tess Durbeyfield nimmt aus Not eine Anstellung als Hausmädchen bei ihren "Verwandten", den angeblichen Nachkommen der d'Urbervilles an. Von ihrem "Cousin" Alec wird die Sechzehnjährige vergewaltigt. Wegen dieser Vergangenheit wird sie am Hochzeitsabend von ihrer grossen Liebe Angel Clare verlassen, der selber keineswegs unschuldig ist. Als später Alec sie wegen ihrer Liebe zu Angel verhöhnt, ersticht sie ihn und bezahlt dafür mit dem Tod durch den Strang. Wegen angeblicher Anstössigkeiten löste der Roman, der heute zu den Klassikern der englischen Literatur gehört, bei seinem Erscheinen 1891 einen Skandal aus. Die Viktorianer empörten sich - nicht so Königin Victoria, die Hardy sehr gerne las. Der Autor kritisiert eine Gesellschaft, die sich verlogen und selbstgerecht gegen eine junge Frau stellt, die unverschuldet in Not gerät. Neben seiner gesellschaftskritischen Schonungslosigkeit besticht der Roman vor allem durch seine lyrischen Naturschilderungen, die ein fast mythisches Südengland beschwören.
Was ist bookie?
- Gratis Lieferung in Deutschland
- Finde Bücher die zu dir passen
- Tracke dein Leseverhalten und setze dir Ziele
- Connecte dich mit anderen Leser*innen
Tess
von Thomas Hardy
Die aus der degenerierten Adelsfamilie der d'Urbervilles stammende Tess Durbeyfield nimmt aus Not eine Anstellung als Hausmädchen bei ihren "Verwandten", den angeblichen Nachkommen der d'Urbervilles an. Von ihrem "Cousin" Alec wird die Sechzehnjährige vergewaltigt. Wegen dieser Vergangenheit wird sie am Hochzeitsabend von ihrer grossen Liebe Angel Clare verlassen, der selber keineswegs unschuldig ist. Als später Alec sie wegen ihrer Liebe zu Angel verhöhnt, ersticht sie ihn und bezahlt dafür mit dem Tod durch den Strang. Wegen angeblicher Anstössigkeiten löste der Roman, der heute zu den Klassikern der englischen Literatur gehört, bei seinem Erscheinen 1891 einen Skandal aus. Die Viktorianer empörten sich - nicht so Königin Victoria, die Hardy sehr gerne las. Der Autor kritisiert eine Gesellschaft, die sich verlogen und selbstgerecht gegen eine junge Frau stellt, die unverschuldet in Not gerät. Neben seiner gesellschaftskritischen Schonungslosigkeit besticht der Roman vor allem durch seine lyrischen Naturschilderungen, die ein fast mythisches Südengland beschwören.
Aktuelle Rezensionen(2)
„Warum hast du mir nicht gesagt, daß von Männern Gefahr droht? Warum hast du mich nicht gewarnt? Damen wissen, wovor man sich hüten mul, weil sie Romane lesen, die ihnen solche Listen zei-gen; aber ich hatte niemals eine Möglichkeit, auf diese Weise etwas zu lernen(…)“ Der Roman erzählt die Geschichte der jungen Tess, die aus ärmlichen Verhältnissen stammt und dann von einer adeligen Abstammung ihrer Familie erfährt. In der Hoffnung auf sozialen Aufstieg schicken ihre Eltern sie fort, wo Tess auf Alec d’Urberville trifft – eine Begegnung, die ihr Leben unwiderruflich prägt. Schritt für Schritt entfaltet Hardy das Schicksal einer Frau, die zwischen gesellschaftlichen Erwartungen, moralischen Urteilen und persönlicher Schuld zerrieben wird. Thomas Hardy schreibt sehr anspruchsvoll, dicht und stark reflektierend. Seine Naturbeschreibungen sind eindrucksvoll und atmosphärisch (zeitweilig etwas langatmig). Gleichzeitig ist der Stil schwer, oft moralisierend, getragen von einem allwissenden Erzähler, der das Geschehen kommentiert und einordnet. Vergleiche mit Jane Austen, wie sie in manchen Rezensionen gezogen werden, halte ich persönlich für wenig passend. Wo Austen mit Leichtigkeit und feiner Ironie arbeitet, bleibt Hardys Ton durchgehend ernst und schwer. „Tess“ war mein erstes Hardy-Buch und sicher nicht mein letztes. Die Lektüre ist fordernd und stellenweise zäh, gerade wegen der schonungslosen Darstellung von Leid, Schuld und gesellschaftlicher Doppelmoral. Dennoch hat mich der Roman beeindruckt. Hardy scheut sich nicht, Religion, Moralvorstellungen und soziale Regeln seiner Zeit kritisch zu hinterfragen.
An sich handelt es sich um eine interessante Lebensgeschichte einer jungen Frau mit einigen spannenden Ereignissen und (leider) wenigen Wendungen. Allerdings habe ich die ganze Zeit auf "den" aufregenden Moment gewartet, der aber nicht eingetreten ist. Das Buch beinhaltet zwar einige schlimme Ereignisse, deren Tragweite jedoch wahrscheinlich aufgrund des Schreibstils nicht wirklich zur Geltung kommt. Wer (Liebes-)Dramen mit zahlreichen Beschreibungen über das ländliche Leben mag, wird bei diesem Buch fündig.