So forsch, so furchtlos
von Andrea Abreu
»Andrea Abreu [...] zeigt, dass es für gute Literatur nicht mehr braucht als eine ungleiche Mädchenfreundschaft. Der Sound regelt den Rest.«
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So forsch, so furchtlos
von Andrea Abreu
»Andrea Abreu [...] zeigt, dass es für gute Literatur nicht mehr braucht als eine ungleiche Mädchenfreundschaft. Der Sound regelt den Rest.«
Aktuelle Rezensionen(6)
(Im Buch fehlende) Triggerwarnung: Essstörung, sexualisierte Gewalt Als ich ab Seite 40 angefangen habe zu überfliegen, war mir klar: das ist so gar nicht mein Buch. Der Schreibstil hat mir nicht gefallen, inhaltlich sprach es mich ebenfalls nicht wirklich an, auch wenn es von der Grundidee her okay war, dafür das Sternchen. Und hätte es Triggerwarnungen gegeben, hätte ich es mir wahrscheinlich auch von vornherein gespart.
Zwei beste Freundinnen in ihren Sommerferien an der Schwelle zur Pubertät, zwischen Spielen mit Barbies und erstem sexuellen Begehren. Mit harter Sprache, in der es viel um Körper, Essen, Ausscheidungen und Tiere geht, schafft Andrea Abreu eine träg-triste Atmosphäre. Die Sommerferien ziehen sich wie Kaugummi und sind erfüllt mit Sehnsüchten: Sehnsucht nach dem Strand, der im Gegensatz zu den Touristen für die beiden Mädchen unerreichbar ist, weil es schlicht niemanden gibt, der sie vom Berg runter zum Meer fährt. Sehnsucht nach dem Wohlstand der Touristen, für welche die Mutter die Ferienwohnungen putzt. Aber vor allem Sehnsucht nach Isoras Nähe und Aufmerksamkeit. Leider hat sich die Langeweile der Protagonistinnen auch auf mein Leseerlebnis übertragen, weil einfach nicht viel mehr passiert, als dass die Mädchen die Straße hoch und runter laufen. So bin ich immer wieder gedanklich abgeschweift und war froh als das schmale Büchlein endlich geschafft war. Etwas mehr Handlung hätte dem Roman gut getan. Nur Stimmung kreieren -auch wenn dies sehr überzeugend gelungen ist- reicht meines Erachtens nicht aus.
SPOILER I expected to love this and in a way I also did (the writing was exceptional and some scenes hit me hard with their raw depiction of being a shy kid on the brink of discovering their sexuality and being into girls) BUT I just cannot enjoy reading another coming of age story that just kills of a child and leaves the other one basically friendless for NO REASON but to intensify my feelings as a reader. The feelings were already intense! The relationship and the circumstances already complicated! Imo you killed off Isora for the plot and that just can’t be it
Es geht um eine Mädchenfreundschaft in einem kleinen Dorf auf Teneriffa, wo die Eltern arbeiten und die Omas auf die Kinder schauen. Es geht um die Modernisierung, die sich in die alte Gesellschaft schleicht, die Pubertät und das Entdecken von Liebe und Sex. Die Sequenzen sind mehr unschön, als zum wohlfühlen und durch die derbe Sprache, in der Fäkalien eine große Rolle spielen, habe ich immer wieder Pausen gebraucht. Das Buch ist kurz und behandelt dafür leider zu viele Themen. Dadurch geht irgendwie die Tiefe verloren. Andererseits bildet die Autorin aber so genau die Sichtweise einer Pubertierenden ab, für die die großen Themen (wie Erziehung, Familie, Liebe usw.) auch nicht ins kleinste Detail behandelt werden. Die Freundinnchaft welche portraitiert wird, wurde für mich fantastisch dargestellt. Die Unsicherheiten, die man oft nur aus klassischen Liebesgeschichten kennt, spielen hier auch eine Rolle. Es kommt zu Streit, Versöhnung und innige Körperlichkeiten. Es wird aufgeschaut, eifersüchtig gemacht und vertraut. Plastisch und wundervoll mit gewaltigen Worten beschrieben, versteht man die Protagonistin und kann mit der Geschichte mitfiebern. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, die Wortgewalt hat mich regelrecht in den Bann gezogen und ich würde es jeder*jedem empfehlen, die ein etwas anderes Coming of age Buch mal lesen mag.
Das Buch hat eine sehr direkte, harte Sprache. Abgründig, bewegend, Freund*innenschaft, ehrlich.