Schachnovelle
von Stefan Zweig
Mirko Czentovic ist ein einfacher Junge aus dem slawischen Raum, der nach dem Tod seines Vaters von einem Pfarrer großgezogen wird. Stoisch, doch ohne Fleiß erledigt er alle ihm aufgetragenen Aufgaben. Besonders renitent zeigt er sich gegenüber jeglichem Versuch etwas sinnvolles oder manierliches zu erlernen. Durch einen Zufall wird seine Begabung fürs Schachspiel entdeckt und somit beginnt sein unaufhaltsamer Siegeszug bis zur Schachweltmeisterschaft.Sein Schachspiel ist so stoisch und bäuerlich wie sein Leben, weshalb der Erfolg ihm von allen Kollegen missgönnt wird. Er zeigt nicht die Feinheiten und Raffinessen, welche die Welt von einem Schachmeister erwartet. Ganz im Gegenteil, er legt eine enorme Habgier an den Tag und sein Spiel scheint schon fast autistische Züge anzunehmen. So kommt es, dass er auf einer Schiffsreise nach Buenos Aires durch wirre Zufälle Schach gegen Dr. B. spielt, der das genaue Gegenteil verkörpert.Als ehemaliger Gefangener der Gestapo, war Schach das einzige Mittel, welches ihn vorm Wahnsinn bewahrte und doch an dessen Grenzen brachte. Als schon fast vergeistigtes Wesen betreibt er Schach auf einer völlig mentalen Ebene, losgelöst von den materiellen Figuren. Er lebt in der Komplexität des Spiels und wäre fast daran zerbrochen. Gezwungen mangels Gegner gegen sich selbst zu spielen und dabei eine gespaltene Persönlichkeit zu entwickeln, erlernte er die Finessen des Schachs in der Isolationshaft.
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Schachnovelle
von Stefan Zweig
Mirko Czentovic ist ein einfacher Junge aus dem slawischen Raum, der nach dem Tod seines Vaters von einem Pfarrer großgezogen wird. Stoisch, doch ohne Fleiß erledigt er alle ihm aufgetragenen Aufgaben. Besonders renitent zeigt er sich gegenüber jeglichem Versuch etwas sinnvolles oder manierliches zu erlernen. Durch einen Zufall wird seine Begabung fürs Schachspiel entdeckt und somit beginnt sein unaufhaltsamer Siegeszug bis zur Schachweltmeisterschaft.Sein Schachspiel ist so stoisch und bäuerlich wie sein Leben, weshalb der Erfolg ihm von allen Kollegen missgönnt wird. Er zeigt nicht die Feinheiten und Raffinessen, welche die Welt von einem Schachmeister erwartet. Ganz im Gegenteil, er legt eine enorme Habgier an den Tag und sein Spiel scheint schon fast autistische Züge anzunehmen. So kommt es, dass er auf einer Schiffsreise nach Buenos Aires durch wirre Zufälle Schach gegen Dr. B. spielt, der das genaue Gegenteil verkörpert.Als ehemaliger Gefangener der Gestapo, war Schach das einzige Mittel, welches ihn vorm Wahnsinn bewahrte und doch an dessen Grenzen brachte. Als schon fast vergeistigtes Wesen betreibt er Schach auf einer völlig mentalen Ebene, losgelöst von den materiellen Figuren. Er lebt in der Komplexität des Spiels und wäre fast daran zerbrochen. Gezwungen mangels Gegner gegen sich selbst zu spielen und dabei eine gespaltene Persönlichkeit zu entwickeln, erlernte er die Finessen des Schachs in der Isolationshaft.
Aktuelle Rezensionen(31)
Das wird noch dauern, bis ich dieses Buch verarbeitet habe… Stefan Zweigs Schachnovelle erzählt auf vielen verschiedenen Ebenen. Während die Hauptebene sich mit den Auswirkungen von Isolation auf den Menschen beschäftigt, mit dem schmalen Grad zwischen Wahnsinn und Selbstschutz, greift er unterschwelliger auch andere Themen des Nationalsozialismus auf. Das Verlangen nach Macht und die Gefahr, in dieses Machtverlangen reingezogen zu werden. Manipulation, der Spalt zwischen Vernunft und Verlangen und die Vielschichtigkeit des menschlichen Geistes, treffen im Schachspiel zusammen. Der Erzähler der Geschichte hat eine besondere Beobachtungsgabe und bringt die einzelnen Charaktere in einem vielschichtigen Bild zusammen. Auch der Schreibstil Zweigs hat mich sehr überzeugt, meine einzige Kritik ist, dass meiner Meinung nach die Geschichte mehr Raum benötigt hätte. Besonders im Mittelteil fand ich sie etwas überstürzt, da hätte ich mir mehr Einblicke in die Figur "Dr.B." durch das Auge des Erzählers gewünscht. Es wäre schön gewesen Dr.B. langsamer und noch genauer kennenzulernen. Dennoch wird mir die Geschichte in Erinnerung bleiben - insbesondere im Kontext zu Stefan Zweigs eigener Lebensgeschichte. (Ich würde empfehlen, sich vor/nach dem lesen ein wenig über ihn zu informieren.) Fazit: kann ich sehr empfehlen, liest sich schnell, aber regt zum Nachdenken an👏
Die “Schachnovelle” ist zwar kurz, hat es aber richtig in sich. Zweig schafft es durch eine ruhige, aber trotzdem belebte Atmosphäre, dass man sich sofort in die Geschichte hineingezogen fühlt. Die Erzählung von Dr. B. über seine Gefangenschaft bei der Gestapo wirft einen durchdringenden Blick auf unseren Verstand. Einerseits kann er uns in den schwersten Zeiten beschützen und retten, andererseits kann er uns auch zerstören und unterbewusst auffressen. Das Highlight ist für mich der Schluss, wo man fast das Gefühl hat, als würden Genie und Wahnsinn gegeneinander antreten - nur im Kopf von Dr. B. Der nüchterne Schreibstil von Zweig hat mir sehr gut gefallen und passt irgendwie besonders gut zu der Stimmung der Geschichte. Er beschreibt eigentlich ganz nüchtern und klar einen psychischen Zusammenbruch, was es umso gruseliger und menschlicher zugleich macht. Ich hätte mir nur gewünscht, dass das Buch länger wäre …
Ein ausgesprochen gut geschriebener Klassiker, der sich schnell weglesen lässt
Interessante, kurze Geschichte mit einem intensive Einblick in die Isolation
Die Schachnovelle von Stefan Zweig ist ein kurzer, aber äußerst intensiver Klassiker. Die Erzählung nimmt uns im Rahmen eines Schachspiels mit in die Zeit des Zweiten Weltkriegs und entfaltet dabei eine beklemmende Atmosphäre. Mit großer psychologischer Feinfühligkeit schildert Zweig die zerstörerischen Auswirkungen der Isolationshaft. Besonders beeindruckend ist der Sog, den die Novelle trotz ihres geringen Umfangs entwickelt – sie fesselt von der ersten bis zur letzten Seite. Auch das Nachwort über den Autor selbst empfand ich als sehr aufschlussreich, da es zusätzliche Einblicke in sein Leben und die Entstehungsgeschichte des Werkes bietet.