Als sein Vater stirbt, reist Didier Eribon zum ersten Mal nach Jahrzehnten in seine Heimatstadt. Gemeinsam mit seiner Mutter sieht er sich Fotos an – das ist die Ausgangskonstellation dieses Buchs, das autobiografisches Schreiben mit soziologischer Reflexion verknüpft. Eribon realisiert, wie sehr er unter der Homophobie seines Herkunftsmilieus litt und dass es der Habitus einer armen Arbeiterfamilie war, der es ihm schwer machte, in der Pariser Gesellschaft Fuß zu fassen. Darüber hinaus liefert er eine Analyse des sozialen und intellektuellen Lebens seit den fünfziger Jahren und fragt, warum ein Teil der Arbeiterschaft zum Front National übergelaufen ist. Das Buch sorgt seit seinem Erscheinen international für Aufsehen. So widmete Édouard Louis dem Autor seinen Bestseller »Das Ende von Eddy«.
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Rückkehr nach Reims
By Didier Eribon, Tobias Haberkorn
Als sein Vater stirbt, reist Didier Eribon zum ersten Mal nach Jahrzehnten in seine Heimatstadt. Gemeinsam mit seiner Mutter sieht er sich Fotos an – das ist die Ausgangskonstellation dieses Buchs, das autobiografisches Schreiben mit soziologischer Reflexion verknüpft. Eribon realisiert, wie sehr er unter der Homophobie seines Herkunftsmilieus litt und dass es der Habitus einer armen Arbeiterfamilie war, der es ihm schwer machte, in der Pariser Gesellschaft Fuß zu fassen. Darüber hinaus liefert er eine Analyse des sozialen und intellektuellen Lebens seit den fünfziger Jahren und fragt, warum ein Teil der Arbeiterschaft zum Front National übergelaufen ist. Das Buch sorgt seit seinem Erscheinen international für Aufsehen. So widmete Édouard Louis dem Autor seinen Bestseller »Das Ende von Eddy«.
Popular Reviews(6)
Ich hab so viel unterstrichen und nehme ganz viele Gedanken, insbesondere zur erstarkenden Rechten mit. Eine Mischung aus Autobiografie und sozialpolitischem Essay, sprachlich nicht immer leicht verständlich.
Ein tollen Buch über Klassenherkunft und Ungleichheit. Bewegende Einblicke in das Leben von Didier Eribon.
„rückkehr nach reims“ hat mich ziemlich lange begleitet. eribons gedanken und reflexionen zu class, seiner homosexualität und insbesondere seine analysen zum rechtsruck in europa/frankreich waren für mich sehr erleuchtend (die zugehörigkeit zur arbeiter:innenklasse erzeugt nicht automatisch ein „klasseninteresse“ und führt nicht automatisch zu einer linken wahlentscheidung, aber auch die rolle und verantwortung der parteien selbst). außerdem waren eribons schilderungen über seine versuche, sich von seinem klassenhintergrund, seiner familie usw. zu distanzieren und seine scham für mich unglaublich eindrücklich und schmerzhaft, aber sehr treffend beschrieben. aus geografischer perspektive haben mich auch die referenzen zur chicago school und stadtanalyse sehr abgeholt :) „wie sie sich freiräume erobern und auf dem grundriss der heterosexuellen stadt den einer homosexuellen zeichnen“ teilweise ziemlich viel namedropping, aber irgendwie bietet das auch sehr viel inspiration für weitere lektüre. habs sehr gerne gelesen insgesamt!
Grundstein für die Analyse, warum sich die Arbeiter:innenklasse zur neuen Rechten hingezogen fühlt und nicht linke Parteien wählt. Sehr erhellend!
4,5