3.7

Mein Name ist Estela

von Alia Trabucco Zerán

Format:Hardcover
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»Wer Estela zuhört, wird ihre Stimme nicht mehr vergessen. Ein Roman, der aufrüttelt wie kein zweiter.« (Mareike Fallwickl) Das Mädchen ist tot, die Haushälterin wird vernommen. Zum ersten Mal hören alle Estela zu. Szene um Szene offenbart sie ein schwindelerregendes Kammerspiel unüberbrückbarer Klassenunterschiede. Sieben Jahre hat Estela im Haus der fremden Familie gelebt, hat tagein, tagaus für sie gesorgt. Die karierte Schürze ist zu einer zweiten Haut geworden, die dünnen Wände ihres Zimmers sind immer näher gerückt. Doch sie ist nicht die einzige Gefangene des Hauses: Im leeren Blick des Mädchens sieht Estela ihre eigene Einsamkeit gespiegelt. Jeder Versuch von Intimität zwischen Angestellter und Kind zerschellt an der ehrgeizigen Mutter und dem autoritären Vater, an der Brutalität der Verhältnisse. Auf engstem Raum ringen vier Menschen ums Überleben und rasen doch unausweichlich auf eine Katastrophe zu.

Literary & Contemporary Fiction
Hardcover
Erschienen an: February 19, 2024

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Aktuelle Rezensionen(2)

3.7(15 ratings)
IsaRezension von Isa

Ein psychologisches Meisterwerk: Estela spricht direkt zu uns und offenbart ihre schonungslose Lebensgeschichte. Sie zeigt Klassenunterschiede und Entmenschlichung in einer nüchternen, kraftvollen Sprache auf, die das Unrecht spürbar macht.

ArminRezension von Armin

„Eine Ursache führt zu anderen, eine Karte fällt mit der nächsten. Nur der Ausgang ist gewiss: am Ende bleibt kein Stein auf dem anderen.“   Estela arbeitete sieben Jahre als Haushälterin für eine chilenischen Familie. Als die kleine Tochter der Familie stirbt, beginnt Estelas Geschichte. Sie wird vernommen, und zum allerersten Mal wird ihr zugehört. Und sie hat einiges zu sagen. Um den Tod der kleinen Tochter zu erzählen, beginnt Estela am Anfang ihrer Geschichte.   „Die Geschichte hat mehrere Anfänge. Ich würde sogar so weit gehen, zu sagen, dass sie nur als Anfänger besteht. Aber erklären Sie mir doch, was ein Anfang ist. Klären Sie mir zum Beispiel, ob die Nacht vor oder nach dem Tag kommt, ob wir nach dem Schlafen erwachen oder ob wir nur schlafen, weil wir wach waren.“   Wer genau ist diese Familie? Estela nennt sie „den Señor und die Señora, den Chef und die Chefin, die Bosse, die Hinterbliebenen. Sie werden schon wissen, wie Sie sie nennen wollen.“ Durch diese indirekte Nennung wird die Hierarchie im Haus spürbar, denn Estela ist die Einzige, die mit ihrem Namen genannt wird. Und am Ende ist sie auch diejenige, die am meisten weiß, weil sie alles aufsaugte und bemerkte.   „Das Hinterzimmer zeigten sie mir nicht. Ich rede vom Tag des Vorstellungsgesprächs. Dieses Zimmer, das sie „dein Zimmer“ nannten und das ich das Hinterzimmer nennen werde. Erst am folgenden Montag, meinen ersten Arbeitstag, bekam ich es zu Gesicht.“   Ein gelungener Roman, meiner Meinung nach, der auf verschiedenen Ebenen funktioniert hat. Zum einen hört man durch die Ich-Perspektive der Protagonistin zu und spürt durch den Schreibstil und die Einschübe wie „Streicht das weg“, dass sie verhört wird und dass man ihr ganz genau zuhören soll. Auch wenn ich den Roman total mochte, und ständig Kopfkino hatte und mir wünsche, eine kleine Mini-Serie zu sehen, habe ich nach paar Tagen den Plot vergessen. Ich kann nicht sagen, wer das Kind umgebracht hat. Ich war so fasziniert von Estelas Erzählungen, dass der Tod des Mädchens nur ein Auslöser war, und dass Estelas eigene Geschichte all die Probleme aufzeigt, die oft unsichtbar bleiben: Klassismus.   „Der Tod kann warten. Er ist das Einzige, was im Leben wirklich warten kann. Vorher müsst ihr die Wirklichkeit verstehen, wie sie Woche für Woche breiter wurde; wie sie sich meiner Stunden bemächtigte, sich jeden einzelnen meiner Tage einverleibte, bis ich nicht mehr konnte, bis ich nicht mehr wusste, wie ich dort je wieder herausfinden sollte.“

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