»Die Wirklichkeit ist so unvorstellbar vielfältig, dass ich möglichst viel davon aufsaugen will. Diesmal hat mich Rin Usami [...] in eine faszinierende Welt mitgenommen [...]. Eine fast surreale Psychostudie par excellence.«
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Idol in Flammen
von Rin Usami, Luise Steggewentz
»Die Wirklichkeit ist so unvorstellbar vielfältig, dass ich möglichst viel davon aufsaugen will. Diesmal hat mich Rin Usami [...] in eine faszinierende Welt mitgenommen [...]. Eine fast surreale Psychostudie par excellence.«
Aktuelle Rezensionen(6)
Idol in Flammen von Rin Usami ist ein japanisches, fiktionales Werk, welches Fanculture und dessen Zerbrechlichkeit mit der Psyche der Fans, sowie Obsession darstellt und langsam, in den Augen einer jungen Protagonistin, zeigt, wie wichtig das eigene Leben ist und wie schnell man sich selbst zerstören kann. Rating: ⭐⭐⭐⭐⭐ Es beginnt damit, dass wir die Schülerin Akari, die Fan der Band mazamaza ist, folgen. Das erste was man liest: Mein Idol steht in Flammen. Ihr Idol Masaki soll einen weiblichen Fan geschlagen haben und ihm wird einiges vorgeworfen. Akari lebt und liebte die Band so sehr, dass sie ihr Zimmer in der mitgliedsfarbe von Masaki, Blau, hält. Sie gibt ihr Geld nur für ihr Idol aus und führt auch einen Blog über ihn. Sie hält bestimmte Dinge in Ordnern fest, was er sagt, was er macht, seine komplette bekannte Biografie. Ihre Noten werden schlecht und sie hat mit einer oder mehreren Krankheiten zu kämpfen, die werden aber nicht sonderlich in dem Buch behandelt. Sie widmet ihre Zeit im Sommer nur damit, ihrem Idol zu folgen. Neben der Schule hat sie auch noch einen Nebenjob der eigentlich nichts für Minderjährige ist, aber sie trotzdem eingestellt wurde. Harte Arbeit und betrunkene Kunden waren angesagt. Es ist eine ruhige aber trotzdem fesselnde Geschichte. Sehr leicht zu lesen und es schockte mich zu sehen, dass ich oft das Buch mit der heutigen Zeit der Fankultur vergleichen konnte. Als Kpop fan seit über 11 Jahren, habe ich vieles miterleben können. Und heutzutage findet man Leute, die ohne ihr Idol nicht leben können. Sie atmen für die, auch wenn sie nicht einmal wissen dass dieser fan existiert. Diese Obsession wird gefährlich sobald etwas mit der Band/dem Idol passiert. Man nehme Enhypens Situation als Beispiel. Fans waren im Krankenhaus, weil sie ohnmächtig geworden sind, oder sich selbst sogar verletzt haben. Wegen einer Person die sie nicht wirklich kennen aber wie einen Gott verehren. Da kommt einem die Frage auf: Warum? Und wie ist sowas normal? Wie Akari es beschrieben hatte: “Manche Menschen bejahen religiös alles, was ihr Idol tut, andere meinen, ein echter Fan müsse auch Grenzen ziehen. Es gibt Fans, die in ihr Idol verliebt sind, aber kein Interesse an seiner Arbeit als Künstler haben, und Fans, die sich zwar keine Beziehung wünschen, aber trotzdem auf alle Posts reagieren. Dann gibt es die, die sich nur für die Musik interessieren und denen Skandale egal sind, und die, die aufs geldausgeben für das ‘eigene’ Idol fixiert sind….” Man bekommt auch teils Kommentare von anderen Leuten mit, die Akari sich durchliest. Diese reichen von “Hoffentlich zeigt er Reue und kommt zurück! Ich warte für immer und ewig auf dich Masaki.” Zu “Alle, die finden, er sieht wie einer aus, der auch seine Frau schagen würde, bitte liken.” Ich verglich dies insgeheim mit Kpop. Es ist nicht anders als das. Es gab so viele Skandale, sehr schlimme sogar, und trotzdem gab es Leute die diese Menschen berücksichtigt haben und beschützt haben. Manche sind sich nicht im Begriff, dass sie einen normalen Menschen vor sich haben der seine Persönlichkeit nicht zur Schau stellt sondern als Entertainer gilt. Ja man singt, tanzt, und alles herum. Aber man weiß nie wie diese Menschen wirklich sind. Privat, mit ihren familien, Freunden, Partnern. Sein eigenes Leben für einen Fremden zu schänden, nur weil diese Person gut aussieht oder man sich gesehen fühlt, wäre für mich nichts. Ich bin Fan. Ich gebe es zu. Ich bin Fan von einigen Kpop, sowie Jrock Bands. Die großen acts so wie die kleinen, unbekannteren. Ich habe auch Merch. Aber ich wähle bewusst, dass ich nicht obsessiv alles verfolgen muss und um 4 Uhr aufstehen muss damit ich ein Musikvideo oder Interview anschauen kann obwohl ich um 6 aufstehen muss für Arbeit oder Schule etc. Ja sie bringen comfort an manchen Tagen. Aber man sollte sich bewusst sein, dass sie Entertainer sind. Das Training gilt nicht nur fürs Tanzen oder singen sondern auch wie sie auftreten sollen. Nur knapp 30% der eigenen Persönlichkeit kommt da vielleicht durch. So will es das Business. Denn die wissen, wie man Leute für sich gewinnen kann. Und dafür zerstören sie nicht nur das Leben von Fans sondern oft auch das der eigenen arbeitenden. Sie werden ausgebeutet, nicht bezahlt, bedroht, benutzt, müssen einiges aushalten, werden von Fans attackiert da ihre Obsession zu viel wird, werden gestalked, müssen so dünn sein dass man ihre Knochen sehen muss um als schön zu gelten, sich für Dinge entschuldigen, für die sie im Privatleben sich nicht entschuldigen müssten. Akari machte keine halben Sachen. Ihre Obsession wuchs. Und da sie ihre Gesundheit nicht im Griff hatte, so wenig wie ihr Leben, feierte sie Masakis Geburtstag mit einer ganzen Torte alleine. “Am fünfzehnten August kaufe ich zu Masakis Geburtstag in einer Konditorei, die meiner Meinung nach die besten Kuchen mit den leckersten goldgelben Biskuit Teig backt, eine ganze Torte, zünde neben dem schokoplättchen, auf das ich mit weißer Schokolade Masakis Gesicht zeichnen lassen habe, eine Kerze an und löste eine Story, um die Torte danach allein aufzuessen. Schon nach der Hälfte bin ich randvoll, aber mittendrin aufzugeben, käme mir wie Verrat an dem Kuchen und an Masaki vor, also würge ich auch noch den letzen Rest Sahne zusammen mit dem Saft einer zerkauten Erdbeere hinunter. Von dem Zucker Schock wird mit schlecht, und ich muss mich übergeben, denn ich habe immerhin eine ganze Torte in meinem in letzter Zeit kleiner gewordenen Magen hineingepresst. Ich stecke mir auf der Toilette zeige- und Mittelfinger in den Hals, mein Rachen öffnet sich weit, und noch bevor ich etwas schmecke, nehme ich den Geruch von Erbrochenem wahr.” Ich kann trotzdessen das Buch sehr empfehlen. Für die, die nichts damit am Hut haben, wie ich in den wenigen Reviews die das Buch hat, gesehen habe, geben dem ganzen eine negative review weil sie weder Fan von Bands sind oder es ihnen “zu langweilig” war. Ich finde, es ist gezielt so geschrieben worden. DAS beschreibt das wahre Leben von einigen Menschen. Und es ist traurig zu sehen, dass, wenn sich die Band auflöst oder etwas passiert was nicht als gut beschrieben wird, das Leben sich von dem entscheiden lässt.
Der Roman beschreibt die gelebte Lebensrealität einer japanischen High School Schülerin namens Akari, deren einziger Lebensinhalt ein Idol ist und wie sie sich durch diese einseitige Beziehung Stück für Stück selber verliert. Wundervoll und lyrisch geschrieben, in einer sehr angenehm Geschwindigkeit wird das Innerste von Akari beschrieben und gibt einem die Möglichkeit, die parasoziale Beziehung von Fans zu ihren Idolen nachzuvollziehen und kennenzulernen.
Ein unglaublich interessanter Blick auf die japanische Pop- und Fankultur.
Nice insight into fan culture for those who didn't know anything about it before, but let’s face it: this could also have been called “Idol, boring”
War es ein gutes Buch? Ja War es herausragend? Nö Ein verdientes Buch um meine Challenge für dieses Jahr zu beenden? Joa, wie man’s nimmt. Ist trotzdem ein spannendes Buch mit einem tollen Schreibstil und der Thematik, wie weit und zerstörerisch das Fan Sein gehen kann. Kann man auf jeden Fall mal lesen!