Hier sind Löwen
von Katerina Poladjan
»Dikranian. Abovyan. Petrosian. Mazavian. Mein Nachname war plötzlich in phonetischer Gesellschaft. Bisher hatte ich ihn getragen wie ein unpassendes Kleidungsstück, wie einen verbeulten Hut, den ich auch zum Essen nicht abnahm.«1915: Die alte Bibel einer armenischen Familie an der Schwarzmeerküste ist das Einzige, was den Geschwistern Anahid und Hrant auf ihrer Flucht bleibt. Hundert Jahre später in Jerewan wird der Restauratorin Helen eine Bibel anvertraut. »Hrant will nicht aufwachen«, hat jemand an den Rand einer Seite gekritzelt. Helen taucht ein in die Rätsel des alten Buches, in das moderne Armenien und in eine Geschichte vom Exil, vom Verlorengehen und vom Schmerz, der Generationen später noch nachhallt. Und sie bricht auf zu einer Reise an die Schwarzmeerküste und zur anderen Seite des Ararat.
Was ist bookie?
- Gratis Lieferung in Deutschland
- Finde Bücher die zu dir passen
- Tracke dein Leseverhalten und setze dir Ziele
- Connecte dich mit anderen Leser*innen
Hier sind Löwen
von Katerina Poladjan
»Dikranian. Abovyan. Petrosian. Mazavian. Mein Nachname war plötzlich in phonetischer Gesellschaft. Bisher hatte ich ihn getragen wie ein unpassendes Kleidungsstück, wie einen verbeulten Hut, den ich auch zum Essen nicht abnahm.«1915: Die alte Bibel einer armenischen Familie an der Schwarzmeerküste ist das Einzige, was den Geschwistern Anahid und Hrant auf ihrer Flucht bleibt. Hundert Jahre später in Jerewan wird der Restauratorin Helen eine Bibel anvertraut. »Hrant will nicht aufwachen«, hat jemand an den Rand einer Seite gekritzelt. Helen taucht ein in die Rätsel des alten Buches, in das moderne Armenien und in eine Geschichte vom Exil, vom Verlorengehen und vom Schmerz, der Generationen später noch nachhallt. Und sie bricht auf zu einer Reise an die Schwarzmeerküste und zur anderen Seite des Ararat.
Aktuelle Rezensionen(2)
Auf leisen Füßen kommt dieses Buch daher. Von Anfang an wirkt es ein wenig exotisch, wenn man mit der Geschichte und dem Hintergrund nicht vertraut ist. Aber genau das liebe ich am Lesen: Bücher eröffnen neue Perspektiven. Zum Beispiel denkt man normalerweise kaum darüber nach, dass es Menschen gibt, die ihr Leben damit verbringen, Bücher zu restaurieren. Allein dieser Einblick war faszinierend. Gleichzeitig gewährt uns die Autorin einen kleinen, fast vorsichtigen Blick in ihre Familie, in ihre Kindheit und darin, wie sie mit einer künstlerischen Mutter, mit einer armenischen russischen, deutschen Kultur und ohne Vater aufgewachsen ist. Besonders beeindruckend fand ich, wie selbstverständlich sie in unterschiedliche Welten eintauchen kann.Sie bewegt sich mit einer erstaunlichen Natürlichkeit zwischen diesen Welten. Auch die Geschichte der beiden Kinder fügt sich ganz natürlich in die Handlung ein. Genauso wie die Restaurierung der alten Bibel für diese Familie entfaltet sich alles Stück für Stück. Während man liest, spürt man die ganze Zeit diese leise Ahnung, dass etwas Schlimmes passieren könnte, man fühlt die Angst und Verzweiflung. Alles wirkt ruhig und selbstverständlich erzählt — und ist gerade deshalb in seinen einzelnen Momenten so besonders. Genau das macht dieses Buch so lesenswert. Es ist definitiv eines dieser Bücher, die Interesse auf die Geschichte dahinter wecken.
Hat mich nicht so richtig in seinen Bann gezogen. Einige Abschnitte fand ich gut, durch andere musste ich mich etwas schleppen...