»Ich habe schon lange nicht mehr so einen ungewöhnlichen, schillernden, eigensinnigen Roman gelesen, der so viel von uns und unserer Wirklichkeit erzählt. Und dabei macht er auch noch wirklich viel Spaß.« Gerrit Bartels, rbb Radio 3, 15. Juli 2024
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von Martina Hefter
»Ich habe schon lange nicht mehr so einen ungewöhnlichen, schillernden, eigensinnigen Roman gelesen, der so viel von uns und unserer Wirklichkeit erzählt. Und dabei macht er auch noch wirklich viel Spaß.« Gerrit Bartels, rbb Radio 3, 15. Juli 2024
Aktuelle Rezensionen(68)
Ich hatte etwas Schwierigkeiten mich mit dem Schreibstil anzufreunden und dadurch auch in die Geschichte einzutauchen.
Die Protagonistin Juno ist überzeugend gezeichnet: Ihre Entwicklung lässt sich klar nachvollziehen. Doch die Lektüre weckt Unbehagen: Eine weiße Frau Mitte fünfzig versucht durch die Begegnung mit dem Love-Scammer Benu ihre Privilegien zu reflektieren, scheitert daran und reproduziert so auf subtile Weise koloniale Machtstrukturen. Die Frage bleibt: Spiegelt die Autorin hier bewusst einen bekannten Typus wider: eine weiße Künstlerin der freien Szene aus Leipzig, die ihr Weißwein zu reflektieren versucht, ohne es ganz zu schaffen? Oder reproduziert die Autorin selbst unbewusst diese Dynamik?
check your privilege, aber auf eine sehr gnädige gentle-parenting-Art. Außerdem einfach eine gute Story und an keiner einzigen Stelle zäh. Hab es sehr, sehr gern gelesen.
Man wartet auf einen Plottwist oder auf das Offensichtliche, aber keines von beidem tritt ein. Juno sehnt sich nach Anerkennung und tiefgehenden Unterhaltungen. Sie ist eine außergewöhnliche Frau in ihren 50ern, Tänzerin mit ausgefallenen Tattoos. Ihr Mann leidet an an einer schweren Krankheit und ist pflegebedürftig. Sie entflieht dieser Situation, indem sie mit Lovescammern textet, anfangs eher aus Spaß und sich der Situation in vollem Bewusstsein. Zu „Benu“ baut sie jedoch eine engere Bindung auf, sie fangen irgendwann an zu telefonieren. Benu ist „begeistert“ von ihr und gibt ihr viel Bestätigung, während sie mit ihrem Mann Jupiter über Wildbienen redet. Der weitere Verlauf der Geschichte liegt auf der Hand (oder?)
Ohne Frage ein gutes Buch, vieles positive Dinge haben andere schon sehr schlau beschrieben, das muss ich hier nicht wiederholen. Mir sind die Charaktere leider etwas fremd geblieben, sonst hätte ich es noch besser bewertet.