Drei ostdeutsche Frauen betrinken sich und gründen den idealen Staat
By Annett Gröschner, Peggy Mädler, Wenke Seemann
„Eine erstklassige Mischung aus Anekdoten, Analysen und Alkohol. Und die große Frage, ob wir so leben wollen, wie wir leben sollen. Hört auf diese Frauen!“ Katja Oskamp Drei Freundinnen, ein Küchentisch, vor den Fenstern die Nacht: Annett Gröschner, Peggy Mädler und Wenke Seemann reden. Über sich als „Ostfrauen“, was auch immer diese Schublade bedeutet, über das Glück krummer Lebensläufe, über die Gegenwart mit ihrer sich ständig reindrängelnden Vergangenheit. Es wird getrunken, gelacht und gerungen, es geht um Erinnerungsfetzen und Widersprüche, um die Vielschichtigkeit von Prägungen und um mit den Jahren fremd gewordene Ideale. Im japanischen Volksglauben gibt es Geister, die aus achtlos weggeworfenen Dingen geboren werden – „wie sähe der Dinggeist der DDR aus?“, fragen die drei. Ihr Buch ist dem Erinnern und dem Sich-neu-Erfinden gegenüber so gewitzt und warmherzig, wie es jede große Gesellschaftsdiskussion verdient.
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Drei ostdeutsche Frauen betrinken sich und gründen den idealen Staat
By Annett Gröschner, Peggy Mädler, Wenke Seemann
„Eine erstklassige Mischung aus Anekdoten, Analysen und Alkohol. Und die große Frage, ob wir so leben wollen, wie wir leben sollen. Hört auf diese Frauen!“ Katja Oskamp Drei Freundinnen, ein Küchentisch, vor den Fenstern die Nacht: Annett Gröschner, Peggy Mädler und Wenke Seemann reden. Über sich als „Ostfrauen“, was auch immer diese Schublade bedeutet, über das Glück krummer Lebensläufe, über die Gegenwart mit ihrer sich ständig reindrängelnden Vergangenheit. Es wird getrunken, gelacht und gerungen, es geht um Erinnerungsfetzen und Widersprüche, um die Vielschichtigkeit von Prägungen und um mit den Jahren fremd gewordene Ideale. Im japanischen Volksglauben gibt es Geister, die aus achtlos weggeworfenen Dingen geboren werden – „wie sähe der Dinggeist der DDR aus?“, fragen die drei. Ihr Buch ist dem Erinnern und dem Sich-neu-Erfinden gegenüber so gewitzt und warmherzig, wie es jede große Gesellschaftsdiskussion verdient.
Popular Reviews(1)
Drei Frauen suchen utopische Splitter, drei Frauen reminiszieren über vergangene Freuden, Ängste, drei Frauen besuchen die Vergangenheit und denken dadurch Gegenwart und Zukunft. Und ja: drei Frauen betrinken sich! Und über den (nicht)idealen Staat wird auch viel gesprochen. Die Ideen, die sie haben, „klappten in mir eine Sehnsucht auf“. Ist der Anfang etwas holprig, fängt sich das Prinzip „essayhaftes quatschen“ bald und funktionierte für mich wunderbar. Jeden Morgen habe ich bei einer Tasse Kaffee diesen schlauen, lustigen, herzlichen Frauen „zugehört“ und war unterhalten, schockiert, informiert, gerührt, inspiriert. Die volle Gießkanne guter Lektüredinge bei einem Sachbuch wie ich finde. Ich wünsche mir alle Folgebände, welche die drei in diesem Buch ersponnen haben und allen Frauen dieser Welt so wunderbare Gespräche unter einander. „Dieses Normal ist furchtbar und wird gestrichen. Unser Ideal ist die Ostfrau, die sich nicht um Normen schert. Die ihr Ding macht und anderen keine Vorschriften. Die nicht gefallen will. Die sich ihren eigenen Lebensentwurf macht, das gab es ja auch im Osten schon.“ „Peggy: Was mich sehr anstrengt, ist das Balancieren auf dem “richtigen” Tonfall. Das ist ein schmaler Grat, links hast du den Abgrund der Jammerossis und rechts den Abgrund der Wutossis. […] wenn du die verschiedenen Stimmen in einem Chor rhythmisch zusammenführen würdest, hättest du sofort eine spannende theatralische Situation. Wenke: Kein einfaches Arrangement. Insbesondere wenn die Stimmen gleichermaßen hörbar sein sollen.“ „Auch unter uns gehen die Gespenster der Vergangenheit um! Diese Gatekeeper der Geschichte werden sich noch wundern, denn wir haben noch einiges an etablierten Narrativen und Erzählungen aufzuwirbeln. Auf eine ossifuturistische Zukunft und ein baldiges gemeinsames Bier!“ „Wonach streben? Der ideale Staat ist es nicht. Der ist zu gewaltig, zu schwer, zu starr - und grössenwahnsinnig sind wir auch nicht. Eher: immer radikal, niemals konsequent. Oder meistens zweifelnd, fragend, beobachtend. Manchmal zuversichtlich. Großzügig. Ist Großzügigkeit ein vom Utopismus entferntes Fühlen? Geht es in naher Zukunft eh nur noch ums Überleben? Wo ist die Lust an Veränderung?“