Dieses schöne Leben
von Mikki Brammer
"Brammers Schreibstil ist so flüssig wie die Tränen, die man beim Lesen vergießt. Die Geschichte ist eine faszinierende Mischung aus Humor, Traurigkeit und Hoffnung."
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Dieses schöne Leben
von Mikki Brammer
"Brammers Schreibstil ist so flüssig wie die Tränen, die man beim Lesen vergießt. Die Geschichte ist eine faszinierende Mischung aus Humor, Traurigkeit und Hoffnung."
Aktuelle Rezensionen(5)
Durch dieses Buch habe ich meine Weg in die Ausbildung als Sterbebegleitende gefunden
Was mir gut gefallen hat, war der Schreibstil der Autorin, die Thematik des Romans und der Aufbau und die Kurven der Geschichte. Auch gab es einige Stellen, die mir sprachlich und sinngemäß sehr gut gefallen haben. Die Lesenden werden mehrfach zum Nachdenken angeregt, wo im Leben sie gerade stehen und wo sie vielleicht noch hin wollen. Allerdings empfand ich es an anderen Stellen sehr sprunghaft. Die Plots haben sich teils willkürlich gelesen und waren sehr von Dramatik getränkt. Clover als Hauptprotagonistin habe ich mehrfach als anstrengend empfunden. Eine wirkliche Entwicklung blieb irgendwie aus. Die letzten 50-100 Seiten haben mir dahingehend am besten gefallen, als Hugo den Schauplatz des Romans betreten hat. Einen Roman, in dem aus seiner Perspektive erzählt wird, hätte mir besser gefallen. Nichtsdestotrotz Ein gelungenes Buch, ich hatte mir bloß was anderes erhofft!
Was ich mir erhofft habe: Ein Buch, dass sich tiefer mit Liebe und Tod auseinandersetzt Was ich bekommen habe: Eine dezent wahnhafte Protagonistin, die das Pärchen von nebenan stalkt, mit dem Enkel ihrer sterbenden Klientin knutscht um sich dann in 10 Sekunden in den Enkel des verstorbenen Liebhabers dieser Klientin zuverlieben. Lol. Aber hey der Schreibstil ist gut.
Das Leben ist schön! „Das Geheimnis eines guten Todes ist es, ein gutes Leben zu führen.“ Wenn man eines aus diesem Roman für sich selbst mitnehmen kann, dann ist es das eigene Leben in vollen Zügen auszukosten, sodass es ohne Reue und Bedauern gelebt wird. Das Leben ist schön! Clover als Identifikationsfigur lebt selbst gewählt in der Isolation ihrer New Yorker Wohnung. Sie hat sich ein kleines, sicheres Reich geschaffen. Eine Welt voll aus Büchern, Antiquitäten des verstorbenen Großvaters und ihren Haustieren. Ihre einzigen sozialen Kontakte beschränken sich auf den 87 Jährigen Nachbarn Leo, ihre sterbenden Klienten und Death Café Treffen. Ich denke jeder, der sich schon mal in der Außenseiterrolle wieder gefunden hat, kann sich mit Clover gut identifizieren. Auch wenn sie es selbst nicht glaubt, so ist sie ein faszinierender Charakter und ihre Gesellschaft eine Bereicherung für andere. Sterbende Lügen nicht! Ich mochte ihre ruhige, feinfühlige Art. Gerade das schrullige, wofür sie sich zu schämen scheint, hat mich an ihr fasziniert. Sie ist anders, anders, aber gut! Als Leser lässt sich sehr viel für das eigene Leben mitnehmen. Z.B. das ein Trauerprozess schon mal mehr als ein Jahrzehnt dauern kann (was wie sich herausstellt bei Clover der Fall ist) und das es dafür keine fest gesetzten Grenzen gibt. Auch lernt man, dass es nie zu spät ist aus dem Schneckenhaus hinaus ins Leben zu treten und das allerwichtigste: „Ich liebe Dich“ zu sagen. Das letzte Drittel von „Dieses schöne Leben“ ist so rührend, dass es mir die Tränen in die Augen trieb. Ein sehr mitfühlender Roman über die Fügung des Schicksals und die berühmten letzten Worte.
Die 36-jährige Sterbebegleiterin Clover führt ein einsames, zurückgezogenes Leben. Ihre einzigen Freunde sind ein alter Nachbar und ihre Haustiere. Wenn sie grade nicht bei ihren Klienten ist, dann schaut sie zu Hause romantische Komödien oder würdigt ihre verstorbenen Klienten, indem sie Dinge tut, die diese bedauern, nicht im Leben getan zu haben. Durch Schicksalsschläge und Zurückweisungen in ihrer Vergangenheit lässt sie niemanden an sich heran. Ihr festgefahrenes Leben gerät durcheinander, nachdem sie eine neue Klientin bekommt, die sie fordert, und eine neue Nachbarin in ihr Haus zieht, die ihr ihre Freundschaft zunächst regelrecht aufzwingt. Ich war zunächst überaus vorsichtig, dem Buch eine Chance zu geben, ist der Tod doch für viele ein Tabuthema. Ich bin davon ausgegangen, dass es für mich zu schwere Kost sein wird. Aber die Erzählung nimmt einen wunderbar an die Hand und führt sehr behutsam an die Thematik heran. Der Tod gehört nun mal zum Leben und ist etwas, mit dem sich jeder Mensch früher oder später beschäftigen muss. Der Roman hinterfragt zudem, wie die westliche Gesellschaft Trauer als etwas Vorrübergehendes betrachtet, das es mit allen Mitteln zu bewältigen geht, und wie sie Menschen das Recht auf Trauer nach einer gewissen Zeit abspricht, dass es etwas wie eine angemessene Trauerzeit gibt, als sei das nicht ein höchst individueller Prozess. Das waren für mich neue und interessante Denkanstöße. Im Verlauf des Buches geht es aber um so viel mehr als den Tod und die Trauer. Es geht um den Mut sein Leben nach den eigenen Vorstellungen zu leben und "besonnen waghalsig" zu sein, mit sich selbst Frieden zu finden. Die Erzählung verurteilt Clover nicht für die Art, wie sie lebt, und doch wird sie im Laufe der Handlung immer wieder ermutigt, mehr zu wagen. Mikki Brammer beweist wahnsinniges Fingerspitzengefühl und Talent die Handlung so aufzuziehen, ohne Dogmen oder Schwarz-Weiß-Denken. Ihr Schreibstil ist sehr fein, bindet einem die Nachricht des Romans nicht auf die Nase und doch ist ihm und der Handlung sehr einfach zu folgen. Es ist ihr Debütroman, das Autorinnenprofil verrät aber, dass sie auch anderes schreibt, und der Roman ist eindeutig aus erfahrener Feder geschrieben. Für mich war der Roman ein ganz klares Highlight, das mich auch persönlich berührt hat und mit dem ich so nicht gerechnet hatte. Ich glaube, es wird noch lange Nachhallen. Das Buchcover verspricht, es sein ein Buch wie eine Umarmung, und ausnahmsweise stimme ich einem Marketingspruch mal zu. Es hat mich zum Schmunzeln und Weinen gebracht und dann direkt wieder getröstet.