Und während ich auf dem Klavier ein lustiges Liedchen über Nazis sang, stieg Tobias Ginsburg in die Höhle des Löwen hinab, um die wirkliche Drecksarbeit zu erledigen. Vielleicht das wichtigste Buch, das man grade schreiben konnte.
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Die letzten Männer des Westens
von Tobias Ginsburg
Und während ich auf dem Klavier ein lustiges Liedchen über Nazis sang, stieg Tobias Ginsburg in die Höhle des Löwen hinab, um die wirkliche Drecksarbeit zu erledigen. Vielleicht das wichtigste Buch, das man grade schreiben konnte.
Aktuelle Rezensionen(3)
"Es ist so ernst, dass man nur noch lachen kann" schreibt Ginsburg an einer Stelle und dieses Motto zieht sich durchs ganze Buch. Irgendwie schafft er es, seine Erfahrungen mit diesen absolut frustrierenden patriarchalen Bünde mit so viel Humor zu erzählen, dass ich das Buch durchlesen konnte, ohne an der Thematik zu verzweifeln und sogar einige Male mitlachen musste. Ab und zu vergreift er sich meinem Gefühl nach etwas im Ton. Schließlich trifft Fatshaming jede Person, die davon betroffen ist und nicht nur den Nazi, dessen "Pummeligkeit" Ginsburg etwas zu oft erwähnt. Manchmal wirft Ginsburg auch wissenschaftliche Perspektiven auf Frauenhass ein, die dann aber meiner Ansicht nach nicht wirklich ausformuliert werden und nicht schlüssig erscheinen. Generell hat mir auch lange der Aspekt gefehlt, welche Auswirkungen die antifeministischen, queerfeindlichen und rassistischen Ideologien und Taten dieser Bünde eigentlich für die Menschen haben, deren Leben sie dadurch bedrohen. Aber diese Betroffenenperspektive bringt Ginsburg im letzten Kapitel über Polen ein und endet das Buch auch mit ermächtigenden Worten. Generell muss die Recherche für dieses Buch Ginsburg viel Mut abverlangt haben und ich habe den größten Respekt, dass er sich in diese brandgefährliche Welt begeben hat, die mittlerweile schon viel zu sehr zur normalen Welt geworden ist.
Sehr wichtiges und spannendes Buch. Das ist mein zweites Buch von Tobias Ginsburg und ich bin beeindruckt 1. wie mutig er ist und 2. wie er menschennah berichtet. Es ist immer leicht eine Linie zwischen "uns und denen" zu ziehen, Tobias macht das nicht. Er ist am Menschen interessiert, seinen Motiven und Beweggründen. Meiner Meinung nach sollte jeder dieses Buch gelesen haben
Inhalt wichtig und gut recherchiert, aber leider ist der Schreibstil des Autors mir zu emotional.