4.3

Das Spiel des Engels

von Carlos Ruiz Zafon

Format:Hardcover

Das Spiel des Engels - bk283; Fischer Verlag; Carlos Ruiz Zafon; Paperback; 2008

Literary & Contemporary Fiction
Hardcover
Erschienen an: 2008

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Aktuelle Rezensionen(1)

4.3(17 ratings)
Der BuchschnackRezension von Der Buchschnack

Und wieder ein tolles Buch von Carlos Ruiz Zafon! Es ist der Nachfolger von "Der Schatten des Windes", der von mir ja volle 5 Sterne erhalten hat. Dieser Roman und, also der zweite Band, wirft Fragen auf. Wenn ich schon beim ersten Band Raum für Interpretationen hatte, so gibt mir Carlos Ruiz Zafon mit "Das Lied des Engels" sehr viel mehr Raum dafür. Es ist, wie seine anderen Bücher auch, wieder unfassbar erzählerisch geschrieben. Ich bin immer wieder beeindruckt von diesem erzählerischen Talent, das kann wirklich niemand so gut wie er. Dieses Mal begleiten wir David Martin, einen talentierten Autoren, der jedoch noch keinen Durchbruch hatte und relativ erfolglos ist. Dann bekommt er ein Angebot seines "Patrons" (<-- so nennt er ihn), das er nicht ausschlagen kann (ob Carlos Ruiz Zafon ein Fan von Faus ist?). Er soll ein Buch über eine neue Religion schreiben. An diesem Punkt merkt man schon, dass mit diesem Patron irgendetwas nicht stimmt. Er wirkt sehr besorgt, sehr fürsorglich, freundlich, hilfsbereit. Allerdings ist er in seinen Forderungen auch sehr deutlich. Dieses Angebot anzunehmen verändert für David alles. Sein Leben, das Leben derjenigen, die ihm wichtig sind und weit darüber hinaus. Auch der Friedhof der verlorenen Bücher spielt hier wieder eine Rolle und wir begegne Charakteren aus dem ersten Band wieder. Dieses Buch spielt jedoch VOR dem ersten Band. Dadurch, dass einem so enormen Raum für die eigene Interpretation geboten wird, bleibt die Bedeutung einer Handlung manchmal sehr vage. Mir persönlich gefallt das ja immer sehr gut, solange es einen Abschluss gibt, der diesen weiten Interpretationsraum wieder etwas einengt. Was ich neben dem erzählerischen Talent so wahnsinnig interessant und spannend finde, ist die Tatsache, dass diese Bücher genreübergreifend sind. Wenn man das nicht weiß, wird man von Handlungen am Ende doch sehr überrascht. Und das muss man auch einfach mögen. Mir hat es sehr gefallen. Diese verschwommene Genre-Begrenzung liebe ich sehr und ist ein echtes Lese-Erlebnis! Dennoch und trotz der wiedermal gelungenen Atmosphäre ziehe ich einen Stern bei der Bewertung ab. Wenn ich "Der Schatten des Windes", dem ich 5 Sterne gegeben habe, als Maßstab nutze, wirkt "Das Spiel des Engels" recht konstruiert. Zu sehr gewollt. Ich hatte das Gefühl, dass Carlos Ruiz Zafon hier unbedingt noch "einen draufsetzen" wollte. Den Leser noch mehr faszinieren und verwirren wollte. Das war stellenweise tatsächlich etwas zu verwirrend und (für mich) nicht mehr ganz schlüssig. Dennoch war dieses Buch ein echtes Erlebnis, ich habe jeden Satz genossen, habe an vielen Stellen gelacht, denn besonders ein Charakter ist gespickt mit zynischem Humor. Ich liebe ihn. Das Ende hat wieder fantastische Züge, die das Genre sprengen. Das sollte man wissen, bevor man dieses Buch liest, denn ich kann mir vorstellen, dass das nicht jedem gefällt. Ich habe es sehr geliebt und gebe dem Buch wundervolle 4 Sterne.

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