Die Leiche eines jungen Lehrers der örtlichen Schule wird in seiner Wohnung aufgefunden. Die Ermittler vermuten zunächst Selbstmord. Dass jedoch die 48-jährige Jules, Mutter zweier Teenager, mehr zu seinem Tod weiß, behält sie stillschweigend für sich. Seit geraumer Zeit beobachtet sie das obsessive Verhalten ihrer Tochter Leah, merkt, dass sie lügt, dass sie Dinge vor ihr versteckt. Aber wie könnte Jules darüber urteilen? Ihre eigenen Geheimnisse sind noch abgründiger als die ihrer Tochter. Und genau deshalb weiß sie, was sie tun muss, um ihre Familie zu schützen – doch sie ahnt nicht, dass Leah längst ihre eigenen Pläne schmiedet ... 
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Bevor sie ihn finden
von Natali Simmonds, Kristina Lake-Zapp
Die Leiche eines jungen Lehrers der örtlichen Schule wird in seiner Wohnung aufgefunden. Die Ermittler vermuten zunächst Selbstmord. Dass jedoch die 48-jährige Jules, Mutter zweier Teenager, mehr zu seinem Tod weiß, behält sie stillschweigend für sich. Seit geraumer Zeit beobachtet sie das obsessive Verhalten ihrer Tochter Leah, merkt, dass sie lügt, dass sie Dinge vor ihr versteckt. Aber wie könnte Jules darüber urteilen? Ihre eigenen Geheimnisse sind noch abgründiger als die ihrer Tochter. Und genau deshalb weiß sie, was sie tun muss, um ihre Familie zu schützen – doch sie ahnt nicht, dass Leah längst ihre eigenen Pläne schmiedet ... 
Aktuelle Rezensionen(3)
Wenn Mütter und Töchter dieselben Abgründe teilen Eine Mutter, die sich unsichtbar fühlt. Eine Tochter, die manipuliert und lügt. Ein Lehrer, der tot aufgefunden wird. Und ein Familiengeheimnis, das langsam an die Oberfläche kommt. Natali Simmonds liefert mit „Bevor sie ihn finden“ einen Psychothriller, der mich bis zur letzten Seite überrascht und mit einem Finale zurückgelassen hat, das ich erst einmal sacken lassen musste. Jules steckt in den Vierzigern in einer Krise. Die Kinder sind groß, ihr Mann Adam beachtet sie nicht mehr, ihr Job wackelt. Sie fühlt sich unsichtbar und sucht Bestätigung im Netz, schreibt mit fremden Männern, teilt Dessous-Fotos. Was sie nicht ahnt: Ihre 16-jährige Tochter Leah schlägt ganz ähnliche Wege ein. Auf einem Festival gibt sich Leah als 21 aus und schläft mit einem Mann namens Dylan. Wenige Tage später wird klar, dass Dylan ihr neuer Lehrer ist. Und wenige Wochen später wird er tot aufgefunden. Die Polizei geht von Suizid aus. Jules und Leah wissen es besser. Beide haben Geheimnisse. Beide haben Motive. Und beide würden alles tun, um sich und die andere zu schützen. Das überraschende Finale ist für mich der absolute Höhepunkt. Ohne zu spoilern: Natali Simmonds legt ihre Spuren so subtil, dass man sie erst im Nachhinein erkennt. Nach dem Twist blättert man zurück und sieht plötzlich alles, was von Anfang an da war. Das ist Meisterwerk-Handwerk. Wer clever konstruierte Wendungen à la Freida McFadden, Claire Douglas oder Lisa Jewell liebt, findet hier absolute Spitzenqualität. Das eigentliche Herzstück ist aber die dunkle Mutter-Tochter-Dynamik. Simmonds zeichnet die Beziehung zwischen Jules und Leah mit erschreckender Präzision und ganz ohne Zeigefinger. Jules gibt selbst zu, ihre Tochter zu dem gemacht zu haben, was sie ist, und Simmonds macht diese transgenerationalen Muster erzählerisch erlebbar. Jules selbst ist eine mutige Figur, weil sie keine sympathische Mutter im klassischen Sinne ist. Sie trifft moralisch fragwürdige Entscheidungen und thematisiert dabei ein Tabu, über das wenig gesprochen wird: Frauen um die 40, die sich in ihrer Ehe unsichtbar fühlen und ihre Identität verlieren. Leah wiederum ist eine der beunruhigendsten Teenager-Figuren, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Sie lügt geschickt, manipuliert bewusst, überschreitet Grenzen, ist klug genug, um Menschen zu lesen und auszunutzen. Und trotzdem verstehen wir sie, weil wir ihre POV bekommen. Genau darin liegt die Stärke der Dual-POV-Struktur. Beide Frauen sind unzuverlässige Erzählerinnen, beide manipulieren uns wie sich gegenseitig, und wir Leser:innen wissen nie genau, wem wir glauben sollen. Für Fans von „Gone Girl“ ist das ein Fest. Wichtig ist mir die Einordnung des Lehrer-Schülerin-Konflikts: Simmonds inszeniert diese Beziehung nicht romantisch, sondern zeigt die problematischen Machtdynamiken. Sie macht Dylan nicht zum sympathischen Charakter, sondern lässt erkennen, dass auch er manipulativ agiert. Diese ehrliche Darstellung ist wichtig, kann für Leser:innen mit ähnlichen Erfahrungen aber sehr belastend sein. „Bevor sie ihn finden“ ordnet sich klar in das wachsende Sub-Genre des Female-Revenge-Thrillers ein und ist dort eine wirklich starke Stimme. Was Simmonds von McFadden und Co. unterscheidet, ist der Fokus auf familiäre Blutsbande, was das Buch besonders intim und beklemmend macht. Wer klassische, actionreiche Whodunits erwartet, sollte wissen: Das hier ist mehr Familien-Studie als Krimi. Genau darin liegt aber die Wucht.
Vor diesem Buch hatte ich noch nie etwas von Natali Simmonds gelesen, aber das wird sich definitiv ändern. Die Geschichte beginnt damit, dass ein Lehrer tot aufgefunden wird. Mutter und Tochter erfahren gleichzeitig davon und von da an wird die Handlung abwechselnd aus der Sicht beider erzählt , allerdings in der Vergangenheit. Bis etwa zur Hälfte fühlte sich das Buch für mich gar nicht wie ein klassischer Thriller an, sondern eher wie ein Roman, der die alltäglichen Herausforderungen einer Familie beschreibt. Das hat mich aber überhaupt nicht gestört, im Gegenteil. Nach und nach nimmt die Spannung immer weiter zu, und plötzlich entwickelt sich die Geschichte zu einem fesselnden Thriller, den ich kaum noch aus der Hand legen konnte. Die Auflösung am Ende ist großartig und rundet das Buch perfekt ab. Für mich ein echtes Highlight und eine klare Leseempfehlung.
Ein meisterhafter Psychothriller, der unter die Haut geht – emotional, tiefgründig und packend! Wenn eine Mutter ihrer Teenager-Tochter tief in die Augen blickt und beide genau wissen, warum ein Mann sterben musste, beginnt ein Thriller, der unter die Haut geht. Dieses Buch hat mich ohne Vorwarnung mitten in ein emotionales Trümmerfeld aus Schuld, toxischen Geheimnissen und der Frage, wie weit man geht, um die eigene Familie zu beschützen, geworfen. Natali Simmonds hat hier einen meisterhaft konstruierten, psychologischen Pageturner geschaffen, der ab der ersten Seite fesselt. Inhalt: „Bevor sie ihn finden“ erzählt zum einen die Geschichte von Jules, einer Mutter in den Vierzigern, die in einer emotionalen Krise steckt. Sie fühlt sich in ihrer Rolle als Ehefrau und Mutter unsichtbar und ist auf der Suche nach Bestätigung. Zum anderen begleiten wir die 16 (später 17) jährige Leah in ihrem Teenagerdasein: der erste Sex, die ganz große Liebe, die ersten Wochen in der Oberstufe. Doch sowohl Mutter als auch Tochter haben tiefgründige Geheimnisse, die nach und nach ans Licht kommen. Dadurch wird die Dynamik zwischen den Charakteren und ihrem gesamten Umfeld auf eine harte Probe gestellt. Meine Meinung: Dieser fesselnde Thriller besticht ganz besonders durch seine intensive Charakterentwicklung und die spannende Handlung. Der Autorin gelingt es meisterhaft, die komplexen Emotionen der Protagonistin Jules zu vermitteln, die sich in einer tiefen Identitätskrise befindet. Ihre innere Zerrissenheit war für mich emotional so greifbar und nachvollziehbar, dass ich mich zu 90% mit ihr identifizieren konnte. Sie hat mich von Beginn an komplett in ihre Welt gezogen. Die gesamte Handlung ist dynamisch und voller unerwarteter Wendungen, die die Spannung bis zur letzten Seite aufrechterhalten. Besonders hervorzuheben sind die lebendigen Dialoge, die die Beziehungen zwischen den Protagonisten absolut authentisch darstellen und die Dynamik der familiären, freundschaftlichen und beruflichen Konflikte verdeutlichen. Die psychologische Tiefe der Figuren, insbesondere von Jules, Leah und Robert Ward, sorgt für eine spannende und zugleich verstörende Auseinandersetzung mit Themen wie Manipulation und Abhängigkeit. Das Buch regt intensiv zum Nachdenken über die Grenzen von Liebe und Besessenheit an. „Bevor sie ihn finden“ ist kein blutiger und rasanter Actionthriller. Das Buch lebt von der Spannung, den dunklen Geheimnissen und den komplexen Beziehungen zwischen Mutter und Tochter. Es ist sowohl Thriller als auch Familiendrama, was es für ein breites Publikum attraktiv macht. Zwar gibt es im Mittelteil einige langsamere Passagen, in denen die inneren Monologe und Rückblenden die eigentliche Handlung etwas verlangsamen, doch für mich boten diese Abschnitte auch einen Mehrwert: Sie haben mir gute Einblicke in die Charaktere und deren tiefere Motivationen gegeben. Die gut ausgearbeiteten Protagonisen, ihre vielschichtigen Beziehungen und die kurzen, knackigen Kapitel machen das Buch letztendlich zu einer rundum packenden Leseerfahrung. Fazit: Insgesamt ist „Bevor sie ihn finden“ ein zutiefst beeindruckendes Werk, das sowohl durch seine emotionale Tiefe als auch durch die spannende Erzählweise auf ganzer Linie überzeugt. Es ist ein Buch, das nicht nur hervorragend unterhält, sondern den Leser auch nach dem Zuschlagen der letzten Seite noch lange zum Nachdenken anregt. Eine ganz klare Leseempfehlung!