4.0

Rechte Egoshooter Von der virtuellen Hetze zum Livestream-Attentat

By Jean-Philipp Baeck, Andreas Speit

Format:eBook

Weltweit gibt es rechtsterroristische Attentate eines neuen Typs. In Halle (Saale) verhinderte nur eine verschlossene Holztür der Synagoge ein größeres Massaker. Am 9. Oktober2019 wollte dort ein Rechtsextremist die versammelten Juden hinrichten. Mit selbstgebauten Waffen schoss er auf die Tür und warf eigens hergestellte Sprengsätze. Online konnten Gleichgesinnte zusehen, wie er zwei Menschen ermordete: Seine Tat verbreitete er per Videokamera auf einem Portal für Computerspiel-Videos. Er ahmte damit andere "Egoshooter" nach – wie einen Rechtsextremisten, der in Neuseeland wenige Monate zuvor die Tötung von 51Menschen live im Internet übertragen hatte. Was treibt Menschen vom Bildschirm zur realen Gewalt auf der Straße?Die Autorinnen und Autoren gehen den Spuren der Attentäter nach und zeigen die speziellen Radikalisierungsmechanismen im Netz auf. Sie erklären die Hintergründe und Motive dieser Männer, die in ihren rechten Online-Gemeinden Antisemitismus, Rassismus und Antifeminismus verbreiten. Das Buch gibt Einblicke in eine Welt, die vielen unbekannt ist.

Mystery, Thriller, Horror & Crime
208 pageseBook
First published 2020-03-04

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Popular Reviews(1)

4.0(1 ratings)
FoksReviewed by Foks

Da ich nicht vom Fach bin, was Gaming angeht, war dies mein erstes Buch in diese Richtung. Einiges wusste ich dennoch & einiges kann ich mir aus diesem Buch mitnehmen, welches von den verschiedenen Autor_innen gut verständlich geschrieben wurde & der Frage nach geht wie der Weg von virtueller Hetze zum Livestream-Attentat wie z.B. in Halle führte. Erstaunt hat mich, wie der Umgang mit ehemals indizierten oder noch indizierten Games umgegangen wird, denn natürlich alles was verboten wird, hat für viele einen besonderen Reiz. So z.B. die KZ-Manager-Games von German Elite, die in diesem Buch erwähnt werden & 1989 indiziert wurde, konnte man zum Beispiel noch bis 2014 weiterhin erwerben. Ein anderer Punkt den ich mich frage: Warum gibt es so wenige antifaschistische Videospiele? Und warum basieren so viele Spiele auf dem 2. Weltkrieg & aus Perspektive Rechter. Vor allem wenn ich lese, wie die IB seit geraumer Zeit auf Steam versucht eine rechte Szene in der Szene zu etablieren. So wie sie es in vielen anderen Online-Bereichen seit Jahren macht. Gleichzeitig wäre es wünschenswert, wenn sich Eltern, Pädagog_innen usw. mit den sozialen & ästhetischen Feinheiten dieses Mediums auseinandersetzen. Games sind auch ein künstlerisches Medium mit Ambivalenzen, Zumutungen & Widersprüchen. Und es wäre hilfreich, wenn verschiedene Medien nicht per se verteufelt, sondern darüber gesprochen, antifaschistisch erweitert & präventiv darüber mehr aufgeklärt werden würde. Und von der Gaming-Community, die genau so in der Verantwortung steht, gibt es genug Anlässe um in der Szene gängige Argumentationsmuster zu hinterfragen.

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