Was haben eine umgeworfene Lampe, eine versiegelte Uhr und ein Hackbeil eines Metzgers auf einem Platz in England miteinander zu tun? Als Lesende kommen wir kaum umhin, Einzelphänomene als zusammenspielende Teile einer Geschichte zu denken. Mark Kanaks Mar entfaltet unter solchen Vorzeichen eine radikale Manifestation des Diskontinuierlichen. In Anlehnung an Karlheinz Stockhausens Modell der „Momentform“ setzt der Autor Gedanken, Visionen und Mikro-Erzählungen in ein nichtlineares Proportionensystem, in dem alles, von jeder Erzählhierarchie befreit, gleich gegenwärtig erscheint. Kanaks surreal anmutende Erzählwelten sind von Fasern autofiktionalen Materials des technikaffinen Übersetzers durchzogen. Durch die Überfülle unheimlicher Motive entsteht ein Panoptikum gegenwärtiger Gewaltzusammenhänge und existenzieller Verlorenheit. So wie das Titelwort „Mar“ in verschiedenen Sprachen Unterschiedliches (u.a. Meer, Makel, Überfluss) bezeichnet, lädt das Buch dazu ein, im Labyrinth heutiger Daseinsmöglichkeiten nach individuellen Ausgängen zu suchen. Mark Kanaks anarchische Ausdrucksgesten weisen dabei über die Literatur hinaus und eröffnen Perspektiven auf Reaktionsweisen gegenüber zeitgenössischen Miseren.
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Mar
By Mark Kanak
Was haben eine umgeworfene Lampe, eine versiegelte Uhr und ein Hackbeil eines Metzgers auf einem Platz in England miteinander zu tun? Als Lesende kommen wir kaum umhin, Einzelphänomene als zusammenspielende Teile einer Geschichte zu denken. Mark Kanaks Mar entfaltet unter solchen Vorzeichen eine radikale Manifestation des Diskontinuierlichen. In Anlehnung an Karlheinz Stockhausens Modell der „Momentform“ setzt der Autor Gedanken, Visionen und Mikro-Erzählungen in ein nichtlineares Proportionensystem, in dem alles, von jeder Erzählhierarchie befreit, gleich gegenwärtig erscheint. Kanaks surreal anmutende Erzählwelten sind von Fasern autofiktionalen Materials des technikaffinen Übersetzers durchzogen. Durch die Überfülle unheimlicher Motive entsteht ein Panoptikum gegenwärtiger Gewaltzusammenhänge und existenzieller Verlorenheit. So wie das Titelwort „Mar“ in verschiedenen Sprachen Unterschiedliches (u.a. Meer, Makel, Überfluss) bezeichnet, lädt das Buch dazu ein, im Labyrinth heutiger Daseinsmöglichkeiten nach individuellen Ausgängen zu suchen. Mark Kanaks anarchische Ausdrucksgesten weisen dabei über die Literatur hinaus und eröffnen Perspektiven auf Reaktionsweisen gegenüber zeitgenössischen Miseren.
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