3.5

Die Geschichte der schweigenden Frauen

By Bina Shah, Annette Charpentier

Format:Hardcover

In der modernen Metropole Green City, der Hauptstadt von Südwest-Asien, ist das Verhältnis von Männern und Frauen aufgrund von vorgeburtlicher Geschlechtsauswahl, Krieg und Krankheit extrem unausgewogen. Mithilfe von Gewalt und Technologie hält die Regierung die Bevölkerung unter Kontrolle, und Frauen sind verpflichtet, mehrere Ehemänner zu haben, um so viel Nachwuchs wie möglich mit diesen zu zeugen. Doch es gibt Frauen, die Widerstand leisten, Frauen, die sich im Untergrund zu einem Kollektiv zusammengeschlossen haben, Frauen, die sich weigern, Teil dieses Systems zu sein. In ihren nächtlichen Diensten bieten sie etwas an, das sich niemand erkaufen kann: Intimität ohne Sex. Diese Dystopie einer pakistanischen, äußerst talentierten Autorin ist wie "Der Report der Magd" eine moderne Parabel über das Leben von Frauen in repressiven Ländern überall auf der Welt.

Literary & Contemporary Fiction
336 pagesHardcover
First published April 5, 2019

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Popular Reviews(2)

3.5(2 ratings)
Mrs MoriartyReviewed by Mrs Moriarty

Die Geschichte der schweigenden Frauen ist zwar ein Roman, den man zur feministischer Literatur zählen kann. Gleichzeitig wirkt er aber inhaltlich weit hinter dem zurück, was gerade auch der zeitgenössische Feminismus in Europa und Deutschland diskutiert. Die Frauen des Romans sind zwar in eine Welt geworfen in der sie von Männern unterdrückt werden, aber brechen letztendlich kaum aus den vorgegebenen Rollenmustern aus. Im Gegenteil, viele Setzungen über Frauen, übernehmen sie trotzdem und hinterfragen sie nicht. Der Blickwinkel ist vor allem auf die Benutzung des Körpers von Frauen gerichtet. Nicht aber auf die Frage ob die Einteilung von 2 Geschlechtern diese Setzungen nicht erst möglich macht oder verstärkt. Die Handlung war insgesamt sehr auf die Frage von Liebe und Zuneigung zwischen Mann und Frau ausgelegt und hinterfragt die gesellschaftliche Entwicklung im Roman, in der Frauen mehr als einen Ehemann haben müssen um so viele Kinder wie möglich zu "produzieren". Der Körper von Frauen wird nur unter diesem Aspekt wahrgenommen und betrachtet. Die Wünsche der Frauen werden ansonsten ignoriert. Ihre Bildung wird nur auf die Rolle als Hausfrau und Mutter ausgelegt. Weiter geht dieses hinterfragen aber nicht. Gerade das binäre Geschlechterrollendenken hat mich gestört und auch, das insgesamt immer wieder alles darauf abzielte, das es trotzdem eine Art Gesetzmäßigkeit gibt wie Frauen und Männer eben seien. Spannend war für mich persönlich eigentlich nicht so sehr die etwas vorhersehbare Handlung, sondern der Backround und die Möglichkeit eine pakistanische Autorin zu lesen. Nur so können wir alle wirklich in einen Dialog treten und verschiedene Stimmen zu feministischen Themen sollten meiner Meinung nach auch nicht so zaghaft übersetzt werden.

JulianeReviewed by Juliane

Die Rezension findet ihr auch hier: https://iamjane.de/rezension-die-geschichte-der-schweigenden-frauen-von-bina-shah/ Über einen Newsletter bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden und ich war sofort von der Grundidee eingenommen. Es spielt in der Zukunft. Es spielt in einer ehemals asiatischen Gegend (yay, mal nicht Amerika!) und es geht um eine Rebellion von Frauen. All das machte mich neugierig. Zudem stand das liebliche Cover (was mir sehr gefällt) im starken Kontrast zu der Geschichte, die eine Mischung aus Dystopie, Science Fiction und Gesellschaftsroman ist. Ich begann zu lesen und war direkt voll dabei. Am Anfang liest man nämlich einen Auszug aus den Regeln von Green City und die sind echt unfassbar. Einerseits sind sie so extrem überspitzt, und auf der anderen Seite hatte ich ständig den Gedanken „das könnte wirklich so kommen!“ und „die Menschen sind jetzt schon so verrückt, in einer solchen Extremsituation könnte sich die Welt so entwickeln“. Das Gefühl begleitete mich fast den ganzen Roman über. Es jagt einen Schauer über den Rücken und lässt einen die aktuelle Gesellschaft klar überdenken. Man verfolgt eine kleine Gruppe an Menschen, lernt nur eine handvoll Personen richtig kennen. Gerade Sabine ist mir sehr ans Herz gewachsen und ich mochte es, ihre Geschichte zu verfolgen. Ihre Gefühle waren echt gut dargestellt, ihre Ohnmacht, die Angst. Die Dinge, die ihr geschehen, haben mich total überrascht. Denn ich hatte bei dem Roman mit einem eher ruhigen Erzählfluss gerechnet, der eher die Gesellschaft beschreibt. Doch nein, hier wird einem Action und Spannung geboten. Ich hing an den Seiten und musste wissen, wie es ausgeht. Es war mehr ein Krimi als eine Erzählung. Und zack – dann war es schon vorbei. Wirklich. Es fühlte sich an als hätte ich eine Novelle gelesen. Es ist so schade, dass die Geschichte nicht mindestens dreimal so lang ist. Die ganze Welt, die Personen, dieses Konstrukt. Es hätte mehr verdient. Mehr Entfaltung. So hat man einen Einblick bekommen, hat Lust auf mehr bekommen und wird irgendwie hängen gelassen. Das Ende ist mir zu rund und zu einfach. Zu viele Fragen bleiben gleichzeitig offen. Ich hoffe, es folgt mehr von der Autorin – ebenfalls als Film oder Serie kann ich mir diesen Roman richtig gut vorstellen. Der Roman wird mit dem Klassiker „Der Report der Magd“ von Margret Atwood verglichen. Und ja, schon allein der Plot ist sehr ähnlich. Doch die Ausführung und die Art des Romans unterscheidet sich stark. Während ich bei „Der Report der Magd“ mit vielen Längen zu kämpfen hatte, ist „Die Geschichte der schweigenden Frauen“ sehr spannend und extrem kurzweilig. Beide regen allerdings dieselben Gedanken an und spiegeln die möglichen Gefahren der heutigen Welt. Fazit: Insgesamt hat mich diese Geschichte wirklich fasziniert. Diese Grundidee ist so erschreckend und gleichzeitig so möglich. Ich mochte es sehr, wie detailliert die Gefühle beschrieben werden und wie nah man sich den Protagonisten fühlt. Außerdem war ich ganz gefangen von der Spannung, die sich für mich so überraschend aufgebaut hat. Allerdings empfand ich die Geschichte als viel zu kurz. Sie konnte auf den wenigen Seiten ihr volles Potential nicht entfalten.

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