Empfehlungen basierend auf "Wir bleiben noch"
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von Anna Gmeyner
Deutschland 1920-1934: Die Nazis infiltrieren das öffentliche Leben der Weimarer Republik und auch die Familien aller sozialer Schichten. Fünf Kinder kämpfen um ihr kleines Freundschaftsrefugium: das Mädchen Manja aus ostjüdischer Familie, Fabrikantensohn Harry, Arbeitersohn Karl sowie die Bürgersöhne Heini und Franz. Während sich die Erwachsenen politisch positionieren und bekämpfen, gerät die Freundschaft der Kinder zunehmend in die Krise, bis antisemitische Übergriffe ihre kleine heile Welt ganz zerstören. Das grossartige, einfühlsam geschriebene Buch der Wiener Roman-, Theater- und Drehbuchautorin (1902-1991) erschien 1938 im Amsterdamer Exil. 1984 entdeckte der für sein Engagement ausgezeichnete Mannheimer Persona-Verlag den Roman neu. Dort ist er als Hardcover und E-Book auch noch lieferbar. Persona überliess dem Aufbau-Verlag 2014 die Lizenz für eine Neuausgabe, die gemeinsam mit einer ebenfalls bei Aufbau erschienenen Neuausgabe des 12 CD starken Hörbuchs, gelesen von Iris Berben (in dieser Nr.), ein Erfolg zu werden verspricht
von Barbara Demick
"Doch Demicks Buch ist mehr als eine unterhaltsam geschriebene nordkoreanische Romeo-und-Julia-Version.....Die gelungensten Momentaufnahmen zeigen hinter farbenprächtigen Kulissen und Propagandainszenierungen die trostlose Wirklichkeit des Landes."
von Lika Nüssli
«Inspiriert von der Senntumsmalerei erzählt Lika Nüssli von den jungen Jahren ihres Vaters Ernst als Verdingbub. In einem berührenden Bild- und Figurenkosmos verschmelzen unbeschwerte Kindheitsmomente mit dem harten Alltag und Überlebenskampf der Toggenburger Bauernfamilien und dem im Nachbarland tobenden Krieg. Kleine Pausen voller Glück bringen der Hauptfigur ihre verlorene Jugend und Freiheit zurück.» — Anette Gehrig, Direktorin und Kuratorin, Cartoonmuseum Basel
von Sasha Filipenko
Die eine kämpft gegen das Vergessen, der andere möchte nichts lieber als das. Sasha Filipenko ist eine junge, furchtlose Stimme der russischen Literatur.
von Fabio Andina
5. März 1944: In Cremenaga, einem kleinen Dorf an der italienisch-schweizerischen Grenze, wird der Schreiner Giuseppe Vaglio von der deutschen SS verhaftet. Er hat Juden und verletzten Partisanen geholfen, den Grenzfluss Tresa zu überqueren und sich in die Schweiz zu retten. Am 6. Juli 1945, sechzehn Monate nach seiner Verhaftung, kehrt Giuseppe zurück: verwundet, abgemagert, auf einem Ohr taub. Bis an sein Lebensende schweigt Giuseppe – er ist der Großvater von Fabio Andina – über das, was er erlebt hat. Im Roman Sechzehn Monate zeichnet Andina das Bild einer Dorfgemeinschaft, die in Kriegszeiten zusammenhält, obwohl der Faschismus einzelne Dorfbewohner vergiftet. Er porträtiert Giuseppes Frau, die fromme Concetta, die versucht, ihre zwei Kinder nie spüren zu lassen, wie verzweifelt sie ist. Und er begleitet Giuseppe auf seinem Leidensweg durch drei italienische Gefängnisse, auf dem Transport nach Mauthausen und durch den Albtraum der KZ-Zwangsarbeit. Nach Kriegsende kehrt Giuseppe zu Fuß nach Cremenaga zurück. Dass er überlebt hat, verdankt er seinem Schreinerberuf und seiner Liebe zu Concetta, an die er Tag und Nacht denkt und von der er weiß, dass sie auf ihn wartet.
von Hans Fallada
Rudolf Ditzen alias HANS FALLADA (1893 Greifswald – 1947 Berlin), zwischen 1915 und 1925 Rendant auf Rittergütern, Hofinspektor, Buchhalter, zwischen 1928 und 1931 Adressenschreiber, Annoncensammler, Verlagsangestellter, 1920 Roman-Debüt mit »Der junge Goedeschal«. Der vielfach übersetzte Roman »Kleiner Mann – was nun?« (1932) macht Fallada weltbekannt. Sein letztes Buch, »Jeder stirbt für sich allein« (1947), avancierte rund sechzig Jahre nach Erscheinen zum internationalen Bestseller. Weitere Werke u. a.: »Bauern, Bonzen und Bomben« (1931), »Wer einmal aus dem Blechnapf frißt« (1934), »Wolf unter Wölfen« (1937), »Der eiserne Gustav« (1938). Jenny Williams, in Nordirland geboren, studierte an der Queen's University of Belfast Germanistik. Nach mehreren Jahren Hochschultätigkeit an der University of Ulster zog sie 1987 nach Dublin und arbeitet seitdem an der Dublin City University. Seit Juni 2001 ist sie dort Associate Professor mit Schwerpunkt Übersetzungswissenschaft, und seit September 2008 leitet sie das Forschungszentrum für Text- und Übersetzungswissenschaft. Jenny Williams hat zahlreiche Aufsätze zu Hans Fallada verfasst und 2009 gemeinsam mit Sabine Lange „Hans Fallada: In meinem fremden Land. Gefängnistagebuch 1944“ im Aufbau Verlag herausgegeben. Sabine Lange, ehemalige Fallada-Archivarin, ist Autorin und Herausgeberin, u.a. der Fallada-Anthologie „Köstliche Zeiten. Geschichten und Rezepte“.
von Agota Kristof
Agota Kristof (geb. 1935) Erzählt Ihren Mühsamen Weg Als Schriftstellerin In Ungarn Und Als Emigrantin In Der Schweiz.
von Ljudmila Ulitzkaja
Ljudmila Ulitzkaja erzählt von drei Freunden, die in der Sowjetunion zu Dissidenten werden. Ilja, der Fotograf, vervielfältigt und verbreitet in seiner Freizeit verbotene Literatur. Als sich Jahre später herausstellt, dass er auch für den KGB tätig war, muss er fliehen. Micha ist Jude und schreibt seit seiner Jugend Gedichte. Wegen seiner Nähe zum Samisdat wird er denunziert und kommt ins Lager. Sanja kümmert sich während Michas Haft um dessen Frau und kleine Tochter. Dennoch hält ihn nach Michas Tod nichts mehr in der Sowjetunion. In ihrem großen Gesellschaftspanorama erzählt Ulitzkaja von Mut und Verrat, irregeleiteten Idealen, menschlicher Größe und Niedertracht - und immer wieder von der Liebe, die das Handeln der Menschen antreibt.
von Anna Mitgutsch
Theo spürt, dass er am Ende seines Lebens angekommen ist. Er ist alt und nun, nach einem Schwächeanfall, auch noch pflegebedürftig. In Gedanken zieht er Bilanz, trauert um seine früh verstorbene erste Frau, erinnert sich an nie mehr wiedergutzumachende Versäumnisse und verliert dabei seine Tochter Frieda und seine jetzige Frau Berta aus dem Blick. Erst die junge ukrainische Pflegerin Ludmila versteht es, sein Herz zu erreichen, sie kommt ihm so nah, wie Frieda es nie war. Und obwohl für Frieda diese Nähe unbegreiflich und schmerzlich ist, erfüllt sie, als Ludmila in ihre Heimat zurückkehrt, den Wunsch des Vaters, sie zurückzubringen. Doch Friedas Reise wird auch zu einer Spurensuche in die Vergangenheit ...