Ein mit trockenem Humor erzählter, kultur- und gesellschaftskritischer Roman aus dem Leben zweier exzentrischer junger Frauen im nachviktorianischen England. (Erstausg.: 1910)
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Wiedersehen in Howards End
Ein mit trockenem Humor erzählter, kultur- und gesellschaftskritischer Roman aus dem Leben zweier exzentrischer junger Frauen im nachviktorianischen England. (Erstausg.: 1910)
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„Wiedersehen in Howards End“ vom E.M. Forster (408 Seiten) London, Anfang des 20. Jahrhunderts, kurz vor dem 1. Weltkrieg. Helen und Margret Schlegel lernen die Familie Wilcox, aus Deutschland die ebenfalls in England leben, kennen. Die Familie Wilcox, besonders Ruth Wilcox, die Ehefrau von Henry, vertraut sich Margret an und es entsteht eine Freundschaft, obwohl die Ansichten der Schwestern sehr auseinander gehen. Helen besucht viele Monate später das Landhaus in Howards End und kennt Paul Wilcox, den jüngsten Sohn, kennen und verliebt sich. Durch Unstimmigkeiten und Missverständnissen bekommen die Bekanntschaften einen Knacks. Jedoch hat die Familie Wilcox eine Stadtwohnung in London, die zufällig in der Nähe der Schwester Schlegel liegt. Ruth Wilcox stirbt nach kurzer Krankheit und hinterlässt Margret Howards End. Für die restlichen Wilcox-Angehörigen ist es mehr als überraschend. Damit ist der Grundstock für weitere Ereignisse und Konflikte für die Zukunft gesetzt. „Wiedersehen in Howards End“ lässt zwei Welten aufeinander treffen, einmal die bohemehafte, aufgeschlossene, spaßige Gesellschaft (Schwestern Schlegel) und die vom viktorianischem Zeitalter mit seinem Konservatismus (Familie Wilcox) geprägten Gesellschaft. Genau diese beiden Ansichten machen es spannend die Geschichte von Howards End zu verfolgen. Vor über 100 Jahren wurde das Buch von Edward Morgan Forster veröffentlicht und dies merkt man der Sprache auch an. Schilderungen von Natur, Landschaften, Begegnungen oder Menschen werden umfassend analysiert und beschrieben. Stellenweise verliert er sich zu sehr im Detail. In der heutigen Zeit mag der Text eingestaubt bzw. altmodisch sein, was ihn aber deshalb nicht lesenswerter macht. Viele Handlungen/Erscheinungen, die damals ein Skandal veranlasst hätten, sind heute nicht mehr der Rede wert. Den die Zeit dreht sich weiter. Für mich ist es beeindruckend hier einen Einblick nach England vor den 1. Weltkrieg zu erhalten. Was treibt die Gesellschaft an? Was sind die Denkweisen? Dies finde ich besonders beeindruckend geschrieben. Die Geschichte wird chronologisch erzählt. Ein kleiner Spannungsbogen wird aufgebaut, gerade da wo die Ansichten der Personen aufeinanderprallen. Ein Kritikpunkt bringt die Länge des Romanes. Aufgrund der besonderen Sprache wird das Buch lang und stellenweise auch etwas zäh, da hätten sicher gut ein paar Seiten eingespart werden können. Foster schafft es hier einen Gesellschaftsroman zu schreiben der den Anfang des 20. Jahrhundert mit seinen Herausforderungen erzählt. Aber am Ende bleibt nur zu sagen, es ist empfehlens- und lesenswert diesen Klassiker zu lesen.