- Das erste Jugendbuch der SPIEGEL-Bestsellerautorin - Einfühlsame Thematisierung toxischer Verhaltensmuster und Beziehungen - Besondere Gestaltung durch Lettering
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Warum willst du jetzt schon gehen?
- Das erste Jugendbuch der SPIEGEL-Bestsellerautorin - Einfühlsame Thematisierung toxischer Verhaltensmuster und Beziehungen - Besondere Gestaltung durch Lettering
Aktuelle Rezensionen(35)
Und so ging es fast uns allen in unserer dramatischen Phase ;)
4/5⭐️
Tropes: first love, boarding school romance, badboy x good girl, toxisch, Konsens Kurzmeinung: Ein Jugendbuch, das ich meinem jüngeren Ich empfehlen würde, das Badboys-Stories viel zu sehr romantisiert hat. Rezension: Uff, wo fange ich nur an. Die Bücher von Gabriella Santos de Lima haben mein Herz. Und auch „Warum willst du jetzt schon gehen?“ hat sich dort einen Platz eingeräumt. Mein früheres Ich, das viel zu viel auf Wattpad unterwegs und viel zu viele Badboy-Stories verschlungen hat, hätte Art geliebt. Der gebrochene Badboy, den nur die Protagonistin ändern kann. Der so perfekt ist, bis er es nicht mehr ist. Aber das ist okay, sobald er sich entschuldigt und sein Verhalten mit Traumata rechtfertigt. Für alle, die solche Stories noch immer lieben (no shame, been there, done that), ist dieses Buch vermutlich nichts. Denn hier geht es darum, zu gehen, wenn sich der Partner toxisch verhält; sich selbst zu priorisieren und Grenzen zu setzen. Wie es bei Büchern von Gabriella Santos de Lima und mir immer der Fall ist, habe ich das Buch weg geatmet. Ihr Stil ist sehr gefühlvoll, poetisch und so echt. Ich habe mit Helena und ihren Selbstzweifeln und familiären Problemen gefühlt, ihre Entwicklung fand ich sehr schön. Auch der Plot und die Nebenhandlung mit Helenas Familie haben sich letztendlich gut ergänzt und so Lenis Entscheidung sehr verständlich gemacht. „Warum willst du jetzt schon gehen?“ ist wieder eine große Empfehlung. Es werden sehr wichtige Themen behandelt und Badboys nicht romantisiert, was das Buch umso echter wirken lässt.
Einmal mehr habe ich festgestellt, dass Jugendbuch – bzw. treffender YA - nicht (mehr) mein Genre ist. Das liegt für mich aber leider nicht nur an der Zielgruppe, sondern auch an dem häufigen Phänomen, dass mir der Schreibstil überhaupt nicht zusagt. Durch die vielen Adverbien und Erklärungen bin ich beim Lesen nicht an der Seite der Protagonistin durch ihre Geschichte gegangen, sondern hatte den Eindruck, mir einen nachträglichen Tatsachenbericht anzuhören. Positiv hervorheben will ich aber unbedingt die Thematik und Botschaft. Mittels des wiederkehrenden Abgleichs zwischen Helenas Lesen und Schreiben von New Adult und den Erfahrungen in ihrem realen Leben wird ebendieses "klassische" New Adult mit obligatorischem "Happy End" unterwandert und kritisch diskutiert. Unter anderem werden dabei ungesunde Beziehungsdynamiken, wie sie in anderen Büchern des Genres romantisiert und normalisiert werden, explizit problematisiert. In Anklängen wurde auch auf die gegenwärtig zwischen "Booktok" und der "Hochkultur" schwelende Spannung angespielt, wenn Helena ihre literarischen Vorlieben und Texte mit denen ihrer Mitschüler*innen vergleicht. Dieser Aspekt hätte für mich noch viel deutlicher hervortreten dürfen und es hätte mich sehr interessiert, welchen Standpunkt hierbei die Schule einnimmt. Für mich bleibt es bei "Warum willst du schon gehen?" bei einem originellen, spannenden Ansatz, für dessen Umsetzung ich mir aber mehr Tiefe und eine schärfere Psychologisierung der Figuren gewünscht hätte. Aber das sind auch einfach mittlerweile meine spezifischen Anforderungen an ein Buch, und wenn vor allem junge Leser*innen sich mit Helenas Geschichte verstanden und aufgehoben fühlen, hat ein Jugendbuch auch schon ein wichtiges Ziel erreicht.
Es war so so so gut! Habe mich wieder schmerzhaft in meine Jungend zurückversetzt gefühlt