Teresa Sporrer hegte schon ihr ganzes Leben lang eine große Leidenschaft für Bücher: zunächst als Leserin, später auch als Bloggerin und mittlerweile ist sie selbst eine erfolgreiche Autorin. Ihre Reihe über verwegene Rockstars spielte sich in die Herzen vieler Leser:innen. Neben witzig-romantischen Lovestorys schreibt sie außerdem Fantasy-Romane über Antihelden wie ruchlose Piraten oder giftige Hexen. 
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Untold Love
von Carmen Di Mauro, Teresa Sporrer
Teresa Sporrer hegte schon ihr ganzes Leben lang eine große Leidenschaft für Bücher: zunächst als Leserin, später auch als Bloggerin und mittlerweile ist sie selbst eine erfolgreiche Autorin. Ihre Reihe über verwegene Rockstars spielte sich in die Herzen vieler Leser:innen. Neben witzig-romantischen Lovestorys schreibt sie außerdem Fantasy-Romane über Antihelden wie ruchlose Piraten oder giftige Hexen. 
Aktuelle Rezensionen(1)
Wenn der nervige Bad-Boy-Nachbar in Wahrheit Ersatzpapa für seine kleine Schwester ist Charlotte Collins hat einfach genug. Ihr Freund hat sie verlassen, ihr Job hängt am seidenen Faden, und obendrauf zieht ein neuer Nachbar ein, der mit seinen nächtlichen Partys ihre letzten Nerven raubt. Wer ist dieser arrogante Bad Boy nebenan, der scheinbar jede Nacht in einem anderen Chaos versinkt? Charlotte ist drauf und dran, ihn maximal zu hassen. Was sie nicht ahnt: Hinter der Tür des vermeintlichen Nervensägers verbirgt sich Jae Seo, ein gefeierter Rockstar, der seine ganze Karriere auf Eis gelegt hat, um sich um seine kleine Schwester zu kümmern. Aus einem absurden Missverständnis heraus geraten die beiden plötzlich in eine Fake-Verlobung – inklusive Medien-Aufmerksamkeit, glamouröser Events und einer Verbindung, die beide überrascht. Charlottes Angst vor der Öffentlichkeit kollidiert mit Jaes chaotischem Leben als Ersatzvater. Als die Medien tiefer graben und Charlottes Vergangenheit sie einholt, steht nicht nur ihre kuriose Liebesgeschichte auf dem Spiel, sondern beide ihre Zukunft. Lass mich direkt mit dem absoluten Highlight beginnen: Jae Seo. Er ist genau der Love Interest, den ich in Romance-Romanen viel zu selten finde – einer, der vielschichtig, gebrochen und gleichzeitig herzerwärmend ist. Auf den ersten Blick ist Jae der Rockstar-Bad-Boy: nächtliche Partys, charismatisches Auftreten, scheinbar arrogant. Aber das ist nur die Oberfläche. Hinter der Tür wartet ein Mann, der seine ganze Karriere ausgesetzt hat, um seiner kleinen Schwester ein Zuhause zu geben. Genau diese Doppelschichtigkeit macht Jae unwiderstehlich. Er ist nicht der toxische Bad Boy, nicht der oberflächliche Charmeur, sondern ein Mann, der bereit ist, alles Glanzvolle aufzugeben, weil Familie für ihn am wichtigsten ist. Teresa Sporrer zeichnet ihn mit so viel Wärme und Sanftheit, dass man als Leserin förmlich dahinschmilzt. Wenn Jae mit seiner kleinen Schwester interagiert – ungeduldig, überfordert, liebevoll, manchmal hilflos –, hat mein Herz mehr als einmal ausgesetzt. Das sind die Momente, die diesen Roman über das durchschnittliche RomCom-Niveau heben. „Untold Love“ ist eine wahre Tropes-Sammlung, aber im allerbesten Sinne. Teresa Sporrer kombiniert clever Enemies to Lovers, weil Charlotte Jae anfangs hasst und alles auf Konflikt gepolt ist. Fake Engagement, weil die erzwungene Verlobung echte Gefühle weckt. Rockstar Romance mit Jae als gefeiertem Musiker mit allem Glamour. Single Dad / Ersatzvater, weil Jae sich um seine kleine Schwester kümmert. Next Door Neighbor mit der unausweichlichen Nähe der Nachbar:innen. Und Forced Proximity, weil sich Charlotte und Jae immer näherkommen. Was Teresa Sporrer dabei richtig gut macht: Sie häuft die Tropes nicht einfach auf, sondern verknüpft sie zu einer organisch wirkenden Geschichte. Die Fake-Verlobung entsteht logisch aus einem Missverständnis, das Enemies-to-Lovers-Setup hat echte Konfliktbasis, die Ersatz-Eltern-Schiene ist emotional fundiert. Genau diese handwerkliche Klasse macht den Unterschied zwischen einer Tropes-Bingo-Romance und einer richtig guten RomCom. Auch wenn mein Herz mehr für Jae schlägt: Charlotte ist eine wirklich starke Hauptfigur. Sie ist keine perfekte Romance-Heldin, sondern eine ganz normale Frau am Tiefpunkt – verlassen, beruflich angeschlagen, übermüdet. Diese Verwundbarkeit macht sie nahbar. Gleichzeitig ist sie keine passive Figur, die sich von einem Mann „retten“ lassen würde. Sie kämpft, sucht ihren Weg, trifft eigene Entscheidungen. Besonders schätze ich Charlottes Angst vor Öffentlichkeit. In einer Welt, in der Rockstar-Ruhm und Medienpräsenz zentral sind, ist eine Hauptfigur mit echter Scheu vor dem Rampenlicht ungewöhnlich, und sie sorgt für realistische Konflikte. Sporrer nutzt das geschickt, um echte emotionale Stakes zu schaffen, nicht nur künstliches Romance-Drama. Das macht Charlotte glaubwürdig und ihre Beziehung zu Jae umso wertvoller. Was dieses Buch über vergleichbare Romance-Romane heraushebt: Jaes kleine Schwester. Sie ist mehr als nur ein Romance-Aufhänger oder ein „niedliches Kind im Bild“. Teresa Sporrer macht sie zu einer eigenständigen Figur mit eigenen Bedürfnissen, eigenem Witz, eigenem Charme. Die Beziehung zwischen Jae und ihr ist das eigentliche emotionale Zentrum des Buches und gleichzeitig der Grund, warum man Jae so sehr liebt. Was ich besonders berührend fand: Wie Charlotte sich langsam an die kleine Schwester gewöhnt, wie sie in deren Welt hineinwächst, wie sie nicht versucht, die Mutter zu sein, sondern eine ganz eigene Rolle zu finden. Das ist keine kitschige „Patchwork-Familie wird perfekt“-Erzählung, sondern eine glaubwürdige Entwicklung. Teresa Sporrer schreibt Familie ohne Pathos, aber mit ganz viel Herz. Teresa Sporrer schreibt mitreißend, flüssig und mit einem feinen Gespür für pointierten Humor. Man merkt ihr den Blogger-Hintergrund an – sie weiß, was ihre Leser:innen wollen, und liefert es in einem Erzählton, der einfach Spaß macht. Die Dialoge zwischen Charlotte und Jae sind schlagfertig, oft richtig komisch, manchmal überraschend emotional. Genau diese Mischung macht den Stil so unwiderstehlich. Was ich besonders an Sporrer schätze: Sie ist eine deutsche Stimme im RomCom-Genre, die international mithalten kann. Der Verlagsvergleich zu Ali Hazelwood und Tessa Bailey ist nicht übertrieben – Sporrer schreibt in dieser Liga. Es ist erfrischend, eine deutsche Autorin zu lesen, die sich nicht hinter US-Bestsellerinnen verstecken muss, sondern eigene Akzente setzt. Die 496 Seiten flogen für mich nur so dahin. Wichtiger Hinweis: „Untold Love“ ist offiziell Band 3 der Unwritten-Reihe, aber als Standalone Spinoff konzipiert. Die ersten beiden Bände sind „Unwritten Love“ (Band 1, mit Bestsellerautorin Livia und Schauspieler Julian, Enemies to Lovers und Fake Dating) und „Unplayed Love“ (Band 2, Schauspielerin trifft E-Sportlerin, Grumpy x Sunshine und Gaming-RomCom). Teresa Sporrer hat das Universum so gebaut, dass man jeden Band einzeln lesen kann, und das funktioniert auch hervorragend. Wer „Untold Love“ mag und Lust auf mehr hat, sollte aber unbedingt die anderen Bände nachholen. Das Unwritten-Universum ist mit so viel Liebe gebaut, dass man darin gerne länger verweilt. Wer chronologisch lesen will, startet einfach mit „Unwritten Love“. Wer direkt zu Jae und Charlotte will, kann hier einsteigen. Das Spice-Level ist moderat bis erhöht – es gibt prickelnde Szenen mit echter Chemie zwischen Charlotte und Jae, aber Teresa Sporrer setzt die intimen Momente nicht inflationär ein. Sie haben emotionales Gewicht, sind organisch in den Plot eingebettet, knistern, ohne explizit zu sein. Wer „spicy aber mit Substanz“ sucht, ist hier perfekt aufgehoben. Was mich besonders berührt hat: Die emotionalen Momente zwischen Charlotte und Jae sind oft die stärksten. Wenn sie über die Vergangenheit sprechen, über Angst, über das, was sie wirklich wollen – diese Szenen treffen ins Herz. Sporrer beherrscht den Slow Burn, das Wachsen der Beziehung über reine körperliche Anziehung hinaus. Genau das macht „Untold Love“ zu mehr als nur einer Spaß-RomCom. Ein cleverer Aspekt, den Teresa Sporrer mit ihrem Rockstar-Setting verhandelt: die Medien-Welt und ihre Auswirkungen auf private Beziehungen. Wenn die Boulevardpresse von der Fake-Verlobung Wind bekommt, beginnen die echten Probleme. Charlottes Vergangenheit kommt ans Licht, die Öffentlichkeit fordert ihren Tribut, und plötzlich ist nichts mehr privat. Diese Mediendynamik gibt der Geschichte zusätzliche Stakes und macht sie zeitgemäß. Was ich daran schätze: Sporrer romantisiert das Rockstar-Leben nicht. Sie zeigt sowohl den Glanz als auch den Druck, die Bewunderung als auch das Eindringen in die Privatsphäre. Genau diese Realitätsnähe inmitten einer humorvollen RomCom ist ungewöhnlich. Man bekommt Eskapismus mit Substanz, Romance mit gesellschaftlicher Relevanz. Mein Fazit: „Untold Love“ ist eine der besten deutschen RomComs, die ich dieses Jahr gelesen habe, und beweist eindrucksvoll, dass Teresa Sporrer in der Liga internationaler Top-Autorinnen wie Ali Hazelwood und Tessa Bailey spielt. Die Tropes-Kombination ist genial, Jae ist ein unwiderstehlicher Love Interest, Charlotte eine starke Heldin, und die emotionale Familienschicht mit der kleinen Schwester gibt dem Buch echtes Herz. Mein Herz schlägt eindeutig für Team Jae – diese Mischung aus Rockstar-Glamour und Single-Dad-Wärme ist einfach umwerfend. Wer BookTok-Romance liebt, deutsche Stimmen schätzt und Lust auf eine charmante Tropes-Kombination hat, sollte unbedingt zugreifen. Ich werde definitiv die anderen Bände der Unwritten-Reihe lesen und Teresa Sporrers nächste Bücher gespannt verfolgen. Empfehlenswert für Fans charmanter Contemporary- und BookTok-Romance wie Ali Hazelwood, Tessa Bailey, Mhairi McFarlane oder Hannah Grace. Für alle, die Enemies-to-Lovers, Fake Engagement, Rockstar Romance und Single-Dad-Tropes lieben. Auch für Leser:innen, die deutsche RomCom-Stimmen auf internationalem Niveau entdecken wollen. Ideale Lektüre für einen verregneten Nachmittag, den Strandurlaub oder als kleines Selbstverwöhn-Geschenk. Eher nichts für Leser:innen, die mit Wohlfühl-Romance grundsätzlich nichts anfangen können oder genretypische Vorhersehbarkeit als Schwäche empfinden. Auch nichts für dich, wenn du sehr hohe Spice-Level erwartest – das Buch ist sinnlich, aber nicht extrem explizit. Wer literarisch ambitionierte Belletristik bevorzugt, sollte ebenfalls woanders suchen.