Knapp 200 Seiten randvoll gepackt mit bestaunenswerten Fakten zur wichtigsten Hauptsache der Welt. Volker Schmidt schreibt unverblümt launig, scharfsinnig pointiert, schwer unterhaltsam und bei all dem stets eiskalt wissenschaftlich unterlegt. Ein Buch, das, während es uns zum Lachen bringt, unsere Gedanken fesselt und unseren Blick weitet. So etwas hat es bislang nicht gegeben. Der Autor über sein Buch: Frage: Warum hast du dieses Buch geschrieben? Volker Schmidt: Ich bediene mich zur Antwort an einer populären Werbung für Damenhygieneartikel: Die Geschichte der Sexualität ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Wir jonglieren mit Meinungen, Wünschen und moralischen Imperativen, dahinter jedoch herrschen nicht selten Ahnungslosigkeit, Frustration, Scham und/oder Unbeholfenheit. Die Folge: Ausgerechnet das, was uns Gefühle höchster Fülle und tiefster Verbundenheit schenken könnte, ist der Auslöser heftiger und geradezu zersetzender Konflikte zwischen Liebespartnern. Das hieraus entstehende Leid ist nicht nur traurig (und das sehr), sondern darüber hinaus meiner Auffassung nach in den meisten Fällen schwer unnötig. Frage: Was möchtest du mit diesem Buch erreichen? Schmidt: Ich zeige auf, dass Sex mehr ist als nur "die schönste Nebensache der Welt". Unser Umgang mit unserer Sexualität hat massive Auswirkungen auf unsere Gesundheit, Lebensfreude, Intelligenz, Attraktivität und unseren sozialen Umgang miteinander. Ich sage: Lasst uns das Thema raus aus der Schmuddelecke rausholen, es bei Lichte betrachten und auf der Basis von Fakten und wissenschaftlichen Erkenntnissen vom Kopf zurück auf die Füße stellen! Ich möchte das Thema von der emotionalen Schwere befreien, die ihr in der öffentlichen Diskussion oft anhängt. Für so viele Menschen ist die Sache mit dem Sex ein Auslöser für Ängste, Misstrauen, Scham, Selbstzweifel und Missmut. Ich wünsche mir dass unsere Sexualität zu einem Thema wird, über das wir herzlich lachen und frei sprechen können. Weil es ein Thema ist, das uns alle berührt. Weil es ein Thema ist, das uns wie vielleicht kein anderes verbindet mit uns selbst und unserer archaischsten Menschlichkeit. Ich sage: Lasst uns endlich für die Art von Sexualität eintreten, die uns wahrhaft beglückt, erfüllt und nährt! Denn: Guter, erfüllender Sex ist nicht nur möglich, sondern letzten Endes überhaupt keine Hexerei. Wer genau hinschaut, wird erkennen, dass es in "untervögelt" nur vordergründig allein um unseren Umgang mit Lust und Sex geht. Die Botschaft ist kein dumpfes "Habt öfter Sex!", sondern "Habt öfter guten und erfüllenden Sex!". Dazu jedoch braucht es etwas anderes als Reizwäsche, Sexspielzeug oder artistische Stellungsspiele. Es braucht: Bewusstheit, Selbstliebe und Entschlossenheit. Es braucht Mut, Konfliktbereitschaft und Empathie. Es braucht eine Haltung, die "ja!" sagt, zum anderen ebenso wie zu uns selbst. All dies jedoch sind Fähigkeiten, die nicht nur im Schlafzimmer von Bedeutung sind, sondern die grundlegende Auswirkungen haben auf unseren Umgang mit uns selbst, miteinander und dem Leben. Ich sage: "untervögelt" ist mehr als ein Buch über Sex. Es ist ein flammendes Plädoyer für ein Leben in Aufrichtigkeit, in Liebe und in Würde. Frage: Das Ganze in einem Satz? Schmidt: "untervögelt" ist das Manifest, auf das die „sex-positive“-Bewegung gewartet hat.
Was ist bookie?
- Gratis Lieferung in Deutschland
- Finde Bücher die zu dir passen
- Tracke dein Leseverhalten und setze dir Ziele
- Connecte dich mit anderen Leser*innen
Untervögelt?
von Volker Schmidt
Knapp 200 Seiten randvoll gepackt mit bestaunenswerten Fakten zur wichtigsten Hauptsache der Welt. Volker Schmidt schreibt unverblümt launig, scharfsinnig pointiert, schwer unterhaltsam und bei all dem stets eiskalt wissenschaftlich unterlegt. Ein Buch, das, während es uns zum Lachen bringt, unsere Gedanken fesselt und unseren Blick weitet. So etwas hat es bislang nicht gegeben. Der Autor über sein Buch: Frage: Warum hast du dieses Buch geschrieben? Volker Schmidt: Ich bediene mich zur Antwort an einer populären Werbung für Damenhygieneartikel: Die Geschichte der Sexualität ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Wir jonglieren mit Meinungen, Wünschen und moralischen Imperativen, dahinter jedoch herrschen nicht selten Ahnungslosigkeit, Frustration, Scham und/oder Unbeholfenheit. Die Folge: Ausgerechnet das, was uns Gefühle höchster Fülle und tiefster Verbundenheit schenken könnte, ist der Auslöser heftiger und geradezu zersetzender Konflikte zwischen Liebespartnern. Das hieraus entstehende Leid ist nicht nur traurig (und das sehr), sondern darüber hinaus meiner Auffassung nach in den meisten Fällen schwer unnötig. Frage: Was möchtest du mit diesem Buch erreichen? Schmidt: Ich zeige auf, dass Sex mehr ist als nur "die schönste Nebensache der Welt". Unser Umgang mit unserer Sexualität hat massive Auswirkungen auf unsere Gesundheit, Lebensfreude, Intelligenz, Attraktivität und unseren sozialen Umgang miteinander. Ich sage: Lasst uns das Thema raus aus der Schmuddelecke rausholen, es bei Lichte betrachten und auf der Basis von Fakten und wissenschaftlichen Erkenntnissen vom Kopf zurück auf die Füße stellen! Ich möchte das Thema von der emotionalen Schwere befreien, die ihr in der öffentlichen Diskussion oft anhängt. Für so viele Menschen ist die Sache mit dem Sex ein Auslöser für Ängste, Misstrauen, Scham, Selbstzweifel und Missmut. Ich wünsche mir dass unsere Sexualität zu einem Thema wird, über das wir herzlich lachen und frei sprechen können. Weil es ein Thema ist, das uns alle berührt. Weil es ein Thema ist, das uns wie vielleicht kein anderes verbindet mit uns selbst und unserer archaischsten Menschlichkeit. Ich sage: Lasst uns endlich für die Art von Sexualität eintreten, die uns wahrhaft beglückt, erfüllt und nährt! Denn: Guter, erfüllender Sex ist nicht nur möglich, sondern letzten Endes überhaupt keine Hexerei. Wer genau hinschaut, wird erkennen, dass es in "untervögelt" nur vordergründig allein um unseren Umgang mit Lust und Sex geht. Die Botschaft ist kein dumpfes "Habt öfter Sex!", sondern "Habt öfter guten und erfüllenden Sex!". Dazu jedoch braucht es etwas anderes als Reizwäsche, Sexspielzeug oder artistische Stellungsspiele. Es braucht: Bewusstheit, Selbstliebe und Entschlossenheit. Es braucht Mut, Konfliktbereitschaft und Empathie. Es braucht eine Haltung, die "ja!" sagt, zum anderen ebenso wie zu uns selbst. All dies jedoch sind Fähigkeiten, die nicht nur im Schlafzimmer von Bedeutung sind, sondern die grundlegende Auswirkungen haben auf unseren Umgang mit uns selbst, miteinander und dem Leben. Ich sage: "untervögelt" ist mehr als ein Buch über Sex. Es ist ein flammendes Plädoyer für ein Leben in Aufrichtigkeit, in Liebe und in Würde. Frage: Das Ganze in einem Satz? Schmidt: "untervögelt" ist das Manifest, auf das die „sex-positive“-Bewegung gewartet hat.
Aktuelle Rezensionen(1)
Ich gebe zu, ich finde das Buch insgesamt inhaltlich etwas überflüssig, aber auch nicht überzeugend. Schmidt teilt keinerlei wirklich neue Informationen, die nicht aus Sexualratgebern oder Aufklärungsbücher der letzten Jahre, schon bekannt wären. Zum Teil sind seine Erkenntnisse meiner Meinung nach zwar nicht verkehrt. Ich finde es schon wichtig das unsere Gesellschaft unseren Umgang mit Sex und Sexualität verändern muss. Allerdings zieht er einfach andere Schlüsse als ich daraus - was okey ist, ich muss ja nicht seiner Meinung sein. Was für mich das Buch aber nicht soo empfehlenswert macht. Ich finde es zwar gut, das er seine Argumentation mit verschiedenen wissenschaftlichen Studien untermauern möchte. Allerdings finde ich schon hier die Zusammenfassungen nicht immer gelungen. Manchmal häufen sich einfach nur verschiedene Erkenntnisse, Schmidt vergisst aber die Studien mit seinem jeweiligen Kapitelthema sinnvoll zu verknüpfen. Oftmals fehlte mir schlichtweg der Sinn, weshalb er eine bestimmte Studie nennt, dann aber gar nicht genau ausführt, was er mit ihr an diesem Punkt erklären möchte. Gut fand ich auch, das er klar macht, das vor allem Selbstbestimmung über den eigenen Körper und die freie Wahl einer der Schlüssel zu erfüllten Sexualität sind. Auch andere Punkte die dazu führen, weshalb der Geschlechtsverkehr von Menschen als nicht immer erfüllend wahrgenommen wird, fand ich schlüssig. Allerdings fokussiert sich Schmidt sehr auf Naturwissenschaftliche Erklärungen und verschiedene zum Teil auch Sozialwissenschaftliche Studien - ignoriert dabei aber meiner Meinung nach völlig, das auch andere Einflüsse die eigene Auslebung der Sexualität massiv beeinflussen. Denn die Gründe die zu Geschlechtsverkehr führen sind vielfältig und nicht immer so stark beeinflussbar, wie der Autor das suggeriert. Nach Meinung des Autors muss zwar ein neuer Blick auf den Geschlechtsverkehr her und vor allem ein natürlicher Umgang damit. Aber er fokussiert sich dabei so stark auf biologische logiken, das er die gesellschaftlichen Entwicklungen außen vor lässt. Er ignoriert in seiner Argumentation völlig, das gerade die Vorstellungen die über Frauen und Männer und andere Geschlechter herrschen, auch die Auslebung von Körperlichkeit so stark beeinflussen, das hier ein neuer Blick auf Sex allein einfach zu kurz gedacht ist. Das ist zwar ein netter Rat, stößt aber keine Diskussion darüber an, wie sich dieser Blick ändern könnte. Sein Vergleich übrigens mit bestimmten Tierarten, die vermutlich eher wenig Spaß am Geschlechtsakt haben (oder sogar gar keinen) mit Menschen (und anderen Tieren die Spaß an Sex haben) hinkt auch. Hier hätte er mich vielleicht überzeugen können, wenn er ausgeführt hätte, das es Hinweise bei den Arten die er bennent, darauf gibt, das sie auch Spaß daran haben. Ansonsten fand ich den Hinweis darauf, das die Männchen einer bestimmten Entenart einen längeren Penis (im erigierten Zustand) haben können, als der Körper lang ist, völlig überflüssig. Was sollte mir diese Information bitte eigentlich sagen??? Immerhin bemüht er sich, Frauen und Männer gleichermaßen im Blick zu haben. Schade fand ich das er sich dabei so stark darauf fokussiert, die Menschen würden aus genau zwei Geschlechtern bestehen keine weiteren Geschlechter kennen (und wieder ignoriert, das genau diese Konstruktionen auch die naturwissenschaftlichen Forschungen beeinflusst haben und es nach wie vor tun). Zu guter letzt, fand ich den aufgesetzten humorvollen Ton, den Volker Schmidt anschlägt anstrengend und ziemlich nervtötend. Ich finde es wichtig das unsere Gesellschaft Sexualität und alles was damit zusammen hängt aus ihrem Schmuddeldasein heraus befördert und das wir uns mehr trauen, mit unseren jeweiligen Sexualpartnern*innen auf Augenhöhe über Wünsche und vielleicht auch Ängste zu sprechen. Es ist nach wie vor so, das viele Frauen noch nie einen Orgasmus hatten oder aufgrund schlechter Erfahrungen nicht wissen, das Sex auch richtig toll sein kann (und dann keinesfalls überschätzt ist, wie ich das als Aussage von einer Person tatsächlich mal gehört habe). Aber meiner Meinung nach greift Schmidts Buch einfach zu kurz und ignoriert in seinen Argumenten die verschiedenen Diskurse, die zur Herausbildung des heutigen Bildes von Sex und Sexualität geführt haben und sie nach wie vor bestimmen.