Empfehlungen basierend auf "Unantastbar"

Based on your reading history, we think you will also enjoy the following books.

von Hedwig Richter

"DAS POLITISCHE SACHBUCH DER SAISON" DIE TAGESZEITUNG Dass alle Menschen – wirklich alle! – gleich sein sollen, galt die längste Zeit als absurd. Die Historikerin Hedwig Richter erzählt, wie diese revolutionäre Idee aufkam, allmählich Wurzeln schlug, auch in Deutschland, und gerade hier so radikal verworfen und so selbstverständlich wieder zur Norm wurde wie nirgends sonst. Politikverdrossenheit und geringe Wahlbeteiligungen lassen die Alarmglocken schrillen. Demokratie in der Krise! Doch von Anfang an bedurfte es besonderer Anstrengungen – von Alkohol über Geld bis zum staatlichen Zwang –, um Menschen zur Wahl zu bewegen. Ein besserer Gradmesser für die Demokratisierung ist daher der Umgang mit dem menschlichen Körper: die Abschaffung von Leibeigenschaft und Prügelstrafen, der steigende Wohlstand, die Humanisierung der Arbeit, die gleiche Behandlung der Geschlechter. Hedwig Richter erzählt die Geschichte der Demokratie als eine Chronologie von Fehlern, Zufällen und Lernprozessen, in deren Zentrum der Zivilisationsbruch des Holocaust steckt. Ihr anschauliches Buch konzentriert sich auf Deutschland, weil gerade an der deutschen Affäre mit der Demokratie deutlich wird, wie international verflochten die Wege zu Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit sind. Erweiterte Neuausgabe Platz 1 der Sachbuch-Bestenliste Oktober von ZEIT, ZDF und Deutschlandfunk Platz 3 der Bestenliste von Neue Zürcher Zeitung/Die Welt/WDR5/ORF-Radio Nominiert für den Bayerischen Buchpreis

von Alexandra Bleyer

Hören wir das Wort Propaganda, denken wir an die Gleichschaltung der Medien in der NS-Zeit und vielleicht auch an ›fake news‹ oder Verschwörungstheorien im Internet. Doch das ist nur ein Aspekt dieses vielschichtigen Themas. Schließlich ist Propaganda auch Teil politischer Kommunikation in Demokratien – man denke nur an Fotos von Ministerpräsidenten und Bundesministerinnen vor mannshohen Klopapierstapeln. Alexandra Bleyer sensibilisiert dafür, woran man Propaganda erkennt und wie man sich vor ihren Verführungen schützen kann. Denn Propaganda entfaltet ihre Wirkung nur, wenn man es zulässt.

von Mely Kiyak

Quer durch alle gesellschaftlichen und politischen Lager heißt es immerzu: „Haltung zeigen". Klingt erst mal gut - doch bei genauerem Hinsehen entlarvt sich dieser Appell häufig als hohle Phrase. Haltung manifestiert sich nicht, indem man sie zeigt, sondern hat. Und dort, wo eine Gesellschaft keine gemeinsame Haltung hat, kann sie auch keine zeigen. Gerade angesichts des Erstarkens der Antidemokraten und ihres Getöses kommt die politische Kolumnistin Mely Kiyak zu dem Schluss, dass Haltung ein persönlicher Kompass ist. Und der sagt ihr: Es gibt eine Zeit, da muss man die Stimme erheben. Und eine Zeit, da man zu härteren Mitteln greifen muss: leise sein.

von Nina Poppel

Wie funktioniert das politische System in Deutschland? Warum ist Meinungsfreiheit ein Eckpfeiler der Demokratie und wo endet sie? Wie umgehen mit belastender Nachrichtenflut? Und wo kann ich mich gesichert informieren? Die Politikwissenschaftlerin und Journalistin Nina Poppel gehört zu den bekanntesten Politik-Creators im Internet. Fundiert und spielerisch vermittelt sie die Basics der politischen Bildung, räumt mit Missverständnissen und Fake News auf und führt sicher durch den Informationsdschungel. Denn Politik geht alle an.

von Mark Schieritz

Die Krise der Demokratie wird öffentlich gern mit einer Krise der Politik gleichgesetzt: Menschen wählen angeblich extremistische oder populistische Parteien, weil Politiker*innen nicht auf ihre Sorgen und Ängste eingehen. Aber hat das Wahlvolk wirklich immer recht? Und wie können wir unsere Demokratie schützen, wenn der Wählerwille in Teilen antidemokratisch ist? Um diese Frage zu beantworten, fordert ZEIT-Journalist Mark Schieritz in seinem klugen Debattenbuch: Nicht nur die Politik, auch die Wählenden müssen Verantwortung übernehmen. Denn eine liberale Demokratie ist auf aufgeklärte Bürger*innen angewiesen – sonst wird sie zur Fassade.

von Astrid Séville

Die Sprache in der Politik ist zielgerichtet, machtbewusst und oftmals völlig inhaltsleer. Die Autorin greift einige der bekanntesten politischen Floskeln und Phrasen auf, erläutert warum niemand sie mehr hören mag und setzt sie in Zusammenhang mit der dahinterstehenden politischen Zielsetzung. - Rezension: In ihrem 2017 erschienenen Buch "There is no alternative" behandelt die Autorin eine der bekanntesten und wirkungsmächtigsten Floskeln der Politikersprache, die in Grossbritannien einen Politikwechsel herbeigeführt hat und die mittlerweile von vielen Politikern eingesetzt wird. Hier greift sie diese nochmals auf und ergänzt sie durch weitere Phrasen ("Hausaufgaben machen", "Mut zur Wahrheit", ...) die sie inhaltsleer, ja toxisch nennt und die die Menschen nicht mehr hören wollen. Sie zeigt die sich dahinter verbergende Politik, die den Menschen nicht erklärt wird. Der Verfall der politischen Sprache ist eine Ursache der Politikverdrossenheit. Sie will beschwichtigen, verharmlosen, gelegentlich auch vertuschen. Am Beispiel von "Wir sind das Volk" zeigt sich, wie solche sprachlichen Leerformeln benutzt werden können, um demokratiefeindliche Stimmungen zu erzeugen. Die Autorin möchte in ihrem Buch zeigen, wie gefährlich eine solche "Leer"-Sprache für den demokratischen Diskurs ist. Sie plädiert für eine offene, ehrliche Sprache, auch vor Wahlen. Ausführlicher Anmerkungsapparat. (2)

von Byung-Chul Han

Byung-Chul Han hat zweifellos die Zeichen der Zeit erkannt. Er beschreibt die richtigen Thesen und zeigt Gesellschaftsprobleme der heutigen Generation.

von Alexis de Tocqueville

1831/32 bereist Alexis de Tocqueville im Auftrag des französischen Justizministeriums die noch jungen Vereinigten Staaten von Amerika. Dieses Land erscheint ihm wie ein politisches Zukunftslabor, denn dort sind Demokratie und Gleichheit zu dieser Zeit schon weit fortgeschritten. Auf der Grundlage seiner Beobachtungen und unter der Leitfrage, wie Gleichheit und Freiheit zu vereinbaren sind, entsteht sein 1835/40 vorgelegtes zweibändiges Hauptwerk »Über die Demokratie in Amerika« - eine brillante Analyse der amerikanischen Gesellschaft sowie all ihrer Institutionen und eine Gründungsschrift der Vergleichenden Politikwissenschaft.

von Yascha Mounk

Die Demokratie steckt weltweit in einer tiefen Krise. Die Zahl der Protestwähler steigt, Populisten erstarken, traditionelle Parteiensysteme kollabieren. Der renommierte Politologe Yascha Mounk untersucht diesen alarmierenden Zustand, der zwei Muster erkennen lässt: Entweder werden wie in den USA, Ungarn, Polen und der Türkei Demagogen ins Amt gewählt, die die Rechte von Minderheiten mit Füßen treten, oder eine Regierung verschanzt sich, freiheitliche Rechte garantierend, hinter technokratischen Entscheidungen – und verliert wie in Deutschland, Großbritannien und Frankreich zunehmend an Volksnähe. Klar und deutlich erklärt Mounk die komplexen Gründe und Mechanismen, die die Demokratie zu Fall bringen können. Er benennt Maßnahmen, um bedrohte soziale und politische Werte für die Zukunft zu retten. Dazu gehört, eine breite Koalition gegen Populisten aufzubauen, die Unabhängigkeit der Justiz und Presse zu verteidigen, die Teilhabe der Bevölkerung an politischen Prozessen zu stärken, die soziale Ungleichheit zu bekämpfen – und vor allem die persönliche Komfortzone zu verlassen, um sich im Sinne der Demokratie politisch zu engagieren. Eine brillante und aufrüttelnde Analyse unserer politisch aufgeheizten Gegenwart. Quelle: Klappentext.

von Fabio Wolkenstein

SÖDER, KURZ ODER ORBÁN - WOHIN STEUERT DIE EUROPÄISCHE CHRISTDEMOKRATIE? In Ungarn wickelt Viktor Orbáns Fidesz-Partei gerade die Demokratie ab und beruft sich dabei besonders emphatisch auf die christdemokratische Tradition. Ein ungehöriger Affront, könnte man meinen. Aber wie ernst war es christdemokratischen Parteien in der Vergangenheit eigentlich mit der liberalen Demokratie? Nach Ende des Zweiten Weltkriegs feierte die Christdemokratie in Europa ihren Siegeszug. Dabei setzten sich besonnene Staatsmänner wie Konrad Adenauer, Alcide de Gasperi oder Robert Schuman auf einem vormals von Krieg und Gewalt geprägten Kontinent nachdrücklich für Frieden, Wiederaufbau und Stabilität ein. Dennoch hatte die Christdemokratie im Nachkriegseuropa auch eine dunkle Seite: Der autoritäre Geist des reaktionären politischen Katholizismus wirkte in ihr weiter, was sich etwa an der unverhohlenen Bewunderung vieler Christdemokraten für Diktatoren wie Franco und Salazar oder einem angespannten Verhältnis zur freien Presse und den Institutionen der liberalen Demokratie offenbarte. Durch die schrittweise Abkehr von konservativen Positionen in Deutschland vor allem in der Ära Kohl vollzogen erfuhr die Christdemokratie schließlich einen nachhaltigen Demokratisierungsschub. Allerdings war der Preis dafür eine ideologische Entkernung. Fabio Wolkenstein blickt in seinem Buch auf die lange und wechselvolle Geschichte der Christdemokratie in Europa zurück und fragt, welchen autoritären Versuchungen sie widerstanden, aber auch welchen sie nachgegeben hat. Dabei spannt er einen weiten Bogen bis zur Gegenwart: Welche Strategien des Machterhalts wählen christdemokratische Parteien heute? Lupenreine Demokraten? Das ambivalente Verhältnis der europäischen Christdemokratie zum rechten Rand Welche Strategie wird sich in den kommenden Jahren in der Union durchsetzen?