Format:Hardcover

Ein packender Roman über das Vermächtnis politischer Verbrechen, ausgezeichnet mit dem Premio Sor Juana Inés de la Cruz: Es ist 1984 in Chile, zur Zeit der Pinochet-Diktatur. Ein Mann betritt die Büros einer Oppositionszeitschrift: Er ist ein Agent der Geheimpolizei, verstrickt in die schlimmsten Machenschaften des Regime, und möchte auspacken. Ausgehend von dieser wahren Begebenheit wirft Nona Fernández fast 40 Jahre später einen lebendigen, universellen und hochspannenden Blick hinter die Kulissen einer Diktatur.

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
240 SeitenHardcover
Erschienen an: March 16, 2024

Was ist bookie?

  • Gratis Lieferung in Deutschland
  • Finde Bücher die zu dir passen
  • Tracke dein Leseverhalten und setze dir Ziele
  • Connecte dich mit anderen Leser*innen

Aktuelle Rezensionen(1)

4.4(3 ratings)
HannaRezension von Hanna

Ich habe dieses Buch ohne Erwartungen begonnen und hatte auch nur eine ungefähre Idee, worum es ging – über die Pinochet-Diktatur in Chile, aber schon die ersten Seiten haben mich gefesselt! Allerdings musst ich das Buch bald wieder zur Seite legen, um das Gelesene erst einmal auf mich wirken zu lassen und zu verdauen … Nona Fernández hat es geschafft einen eindrücklichen Text über das Leben in einer Diktatur zu schreiben und dabei die subtilen Grenzen zwischen Gut und Böse auszuloten. Sie schreibt dabei konkret über die Diktatur in Chile, trotzdem hat der Text eine gewisse universelle Gültigkeit, denn die Mechanismen einer Diktatur sind schlussendlich überall ähnlich. Interessant ist der Aufbau bzw. die Perspektive des Romans: Die autobiografisch gefärbte Ich-Erzählerin beschäftigt sich in der Gegenwart mit den Aussagen des Mannes, der gefoltert hat – ein Mitarbeiter des Geheimdienstes der sich dazu entschlossen hat zu reden und alle begangenen Gräueltaten öffentlich zu machen. Sie nimmt die Leser:innen mit in ihre Gedankenwelt, wo sie durch eine Mischung aus Fakten und Vorgestelltem von den Schicksalen verschiedenster Menschen, die während der Diktatur „verschwunden“ sind erfahren. Doch auch dem Mann, der hinter den Entführungen, Ermordungen und Folterungen steckt, werden viele Gedanken gewidmet und man lernt ihn besser kennen. Außerdem werden die aktuelle Erinnerungskultur mit ihren „Lücken“ und das Fortbestehen von Strukturen, die für die Verfolgung von Oppositionellen verantwortlichen waren, reflektiert. An dieser Stelle soll auch die Leistung der Übersetzerin Friedericke von Criegern hervorgehoben werden, die es geschafft hat, den besonderen Stil des Textes ganz großartig ins Deutsche zu übertragen. Die Sprache ist einfach, direkt und präzise, durch ihre repetitive Art aber auch poetisch und sehr eindrücklich. Ein großartiges Buch, das mich noch lange beschäftigen wird und eine absolute Leseempfehlung, auch wenn es wirklich schwerfällt, damit konfrontiert zu werden, was sich Menschen im Namen von Politik und Ideologie gegenseitig antun können.

Ähnliche Bücher

Martin Simons

Gordon Korman

Silvia Tschui

Polina Daschkowa

Klaus Kordon

Marcelo Figueras