Empfehlungen basierend auf "Tage- und Notizbücher"

Based on your reading history, we think you will also enjoy the following books.

von Anthony Doerr

Unser Leben, unsere Welt werden durch unsere Erinnerungen zusammengehalten. Was geschieht mit uns, wenn wir sie verlieren, und welche Möglichkeiten tun sich auf, wenn andere unsere Erinnerungen wiederbeleben können? Der 74-jährigen Alma Konachek, die in einem Vorort von Kapstadt lebt, widerfährt genau dies. Sie verliert ihr Gedächtnis. Unbekannte brechen mehrfach in ihr Haus ein, auf der Suche nach Hinweisen zu einem spektakulären Fossilienfund ihres plötzlich verstorbenen Mannes. Denn Alma hat eine Wand voller Fotos, Gedächtnisstützen, Speichermedien, in der sich irgendwo der fehlende Hinweis zu dem gesuchten Fossil befindet. In dieser lichten, wunderschönen Novelle gelangt schließlich ein Junge in den Besitz des Geheimnisses dieser alten Frau und ihres Mannes, einer Episode aus ihrer Vergangenheit mit der Macht, ein Leben zum Guten zu wenden. Der Junge reist dazu in die Karoo-Wüste und setzt sich dieser wilden Landschaft aus. Wie alle Werke Doerrs zeugt auch dieses von der Größe des Lebens – von der geheimnisvollen Schönheit der Fossilien, Wolken, Blätter – vom atemberaubenden Glück, in diesem Universum zu leben. Die Vorstellungskraft und Sprachmacht, das Einfühlungsvermögen und die Erzählkunst Anthony Doerrs sind unvergleichlich.

von Benedict Wells

Zehn Geschichten, die einen nicht loslassen.

von Jia Tolentino

Tolentino ist eine originelle, lebenskluge Beobachterin unserer Gegenwart.

von Yishai Sarid

Sehr geehrter Herr Direktor von Yad Vashem, dies hier ist der Bericht über das, was dort vorgefallen ist. Mir wurde mitgeteilt, dass Sie einen solchen erwarten, und ich möchte ihn auch erstatten, da Sie mir Ihr Vertrauen geschenkt haben. Zuerst wollte ich mich selbst ganz ausklammern, den Bericht rein akademisch abfassen, ohne meine Person und meinen Lebenslauf einzubeziehen, die an sich nicht besonders interessieren. Doch schon nach einigen Sätzen merkte ich, dass das nicht gelingen würde, denn ich bin das Gefäß, das die Geschichte enthält, und wenn die Risse in meinem Innern sich zum Bersten verbreitern sollten, wäre auch die Geschichte verloren. Wissen Sie, ich blicke seit jeher zu Ihnen auf. Ich war mehrmals an Debatten und Beratungen beteiligt, die Sie leiteten, Sie haben mir einige wichtige Aufträge erteilt, darunter auch das letzte Projekt. Nie werde ich Ihre bewegenden Worte bei der Präsentation meines Buches vergessen. Ich habe Ihnen nach besten Kräften assistiert, kann mich aber nicht entsinnen, dass wir je persönliche Worte gewechselt hätten. Ich mache Ihnen das nicht zum Vorwurf, Sie tragen eine schwere Bürde. Ich erinnere mich an den schönen Blick, den man aus Ihrem Büro über den Jerusalem-Wald hat, an den Natursteingeruch der Wände und das gute Tuch Ihrer Kleidung. Ich habe mich stets als treuen Abgesandten betrachtet. Ich sehe Ihr kluges Gesicht vor Augen und spreche Sie als den offiziellen Repräsentanten der Erinnerung an.Zur Holocaustforschung bin ich aus pragmatischen Erwägungen gelangt. Nach der Wehrentlassung und der üblichen Zeit der Reisen und Zukunftspläne schrieb ich mich für die Studienfächer Internationale Beziehungen und Geschichte ein. Ich strebte eine Diplomatenlaufbahn an, dachte, im Ausland könnte ich unbeschwerter leben. Ich wusste zwar, dass das Ansehen des diplomatischen Dienstes bröckelt, da er im digitalen Zeitalter an Bedeutung verliert, aber ich betrachtete das sogar als Vorteil. Ich sah mich in einer tropischen Stadt im hellen Anzug im Café sitzen und meine Tage in goldener Muße verbringen, mit einem bescheidenen, aber respektablen Gehalt vom Staat. Ich strebte nicht die Rolle eines Stars an, nach dem Straßen und Plätze benannt werden. Ich las gern Bücher über historische Gestalten und Ereignisse, sie beruhigten mich, weil alles darin beendet und besiegelt ist, nichts sich mehr ändern kann. Fiktive Geschichten wurden von einem Menschen und seinen Capricen bestimmt und machten mich unruhig. Im zweiten Studienjahr, mit vierundzwanzig Jahren, trat ich zu den Prüfungen des Auswärtigen Amtes an und bestand mühelos den ersten, schriftlichen, Teil. Beim zweiten Teil, zu dem ich einige Wochen später einbestellt wurde, veranstalteten unsere Prüfer soziale Workshops und listige Spielchen mit uns und interviewten uns zum Abschluss einzeln. Im Verlauf dieses Tages spürte ich mein Scheitern. Ich brauchte den Antwortbrief gar nicht erst abzuwarten, um zu wissen, dass ich durchgefallen war. Eine Zeit lang erwog ich, alles hinzuwerfen und nach Fernost, nach Thailand, zu fahren, weil die Zukunft mir verschlossen schien, aber finanzielle und familiäre Erwägungen (mein Vater war damals erkrankt) hielten mich davon ab. Da der Traum vom diplomatischen Dienst ausgeträumt war, gab ich das Fach Internationale Beziehungen auf, das mich für sich genommen kaum interessierte, und studierte nur noch Geschichte. Es lag mir sehr, mich mit der Historie zu befassen, Arbeiten zu schreiben, zu forschen, stundenlang über alten Schriften in der Bibliothek zu sitzen, in die Cafeteria zu gehen, zurückzukehren – ich schob eine ruhige Kugel und gab mir den Anschein von Ernsthaftigkeit. Ich studierte gemächlich weiter bis zum zweiten Abschluss und entkam der Namenlosigkeit dank einer Seminararbeit in einem Kurs unter Leitung des Dekans, der sie sehr lobte, mich fortan förderte und mir eine Lehrassistentenstelle verschaffte. Ich avancierte zum vielversprechenden Nachwuchshistoriker, was mich mit Stolz erfüllte. Der Dekan sprach von Zukunftschancen, einem Auslandsstudium. Schon sah ich mich in Oxford oder Boston am Kamin sitzen, würdig und bequem altern, und bedauerte die Ablehnung des Außenamts nicht mehr so sehr.Mir graute vor der modernen Geschichte, die mir wie ein mächtig tosender und schäumender Wasserfall vorkam. Ich suchte Ruhe und Gelassenheit in der Beschäftigung mit frühen Zeitaltern, deren Geschichte abgeschlossen und besiegelt ist und keinen Menschen mehr sonderlich aufregt. Ich erwog, mich der Geschichte des Fernen Ostens zu widmen, bedachte jedoch, dass ich dazu Chinesisch oder Japanisch lernen müsste, aber nur über geringe Sprachbegabung verfügte. Die Turbulenzen und Katastrophen unseres Volkes wollte ich meiden, erahnte schon zu Beginn des Weges die Gefahr, die mir dort drohte. Aber als ich Ruth kennenlernte und merkte, dass wir auf die Hochzeit zugingen, musste ich realistisch denken. Durch gründliches Überlegen kam ich zu dem Schluss, dass mir theoretisch zwar die ganze Menschheitsgeschichte offenstand, praktisch aber nur wenige Lebenswege darin blieben. Die Lehrstühle an der Universität waren rar und von älteren Professoren besetzt, und neue Stellen für auswärtige Lehrkräfte, quasi Leiharbeiter, wurden zu einem Hungerlohn ausgeschrieben.Eines Tages informierte mich der mir wohlgesinnte Dekan, dass der militärische Nachrichtendienst Iranexperten suchte und einem geeigneten Kandidaten die Promotion in persischer Geschichte finanzieren würde. Allerdings müsste ich mich anschließend für sieben Jahre als Zeitsoldat verpflichten, fügte er hinzu. Ich wusste zwar, dass ich dann in einem Büro im Hauptquartier in Tel Aviv sitzen und nicht zu meiner alten Panzertruppe zurückkehren würde, aber der Gedanke an eine erneute Militärzeit bereitete mir einige Albträume und schlaflose Nächte. Ich teilte daher dem Dekan mit, dass ich nicht interessiert sei, zumal dieses Studium das Erlernen einer schwierigen Fremdsprache erfordern würde. Der Dekan zeigte Verständnis und sagte, dann bliebe mir allerdings nur eine einzige realistische Möglichkeit, als Historiker in Israel zu leben – ich müsste in Holocauststudien promovieren. Davor grauste mir. Ich wollte weiterhin als ruhiger Mensch, sorglos und unaufgeregt, durchs Leben segeln, unternahm einige fruchtlose Versuche, mich dieser Last zu entziehen, und hätte es beinahe geschafft: Eine gute Universität in der australischen Stadt Perth war bereit, mich zum Promotionsstudium in der Geschichte des europäischen Mittelalters zuzulassen, meine Unterkunft zu finanzieren und mir eine Lehrassistentenstelle zu geben. Doch Ruth hatte wenig Lust auf den Umzug, und wir hatten schon einen Termin für die Hochzeit. Wären wir aufgebrochen zu jenen sonnigen Gestaden, zu den Biergläsern, die bereits um vier Uhr nachmittags vollgeschenkt werden, unser gemeinsames Schicksal hätte vielleicht anders ausgesehen. Doch ich kapitulierte. Suchte den Dekan auf und erklärte ihm, ich sei nun willens, mich vor den Karren der Erinnerung spannen zu lassen. Von da an wendete sich fast alles zum Positiven. Ich erhielt ein kleines Stipendium, gespendet von einer jüdischen Familie aus Amerika, das für unsere bescheidenen Bedürfnisse reichte. Ich begann Deutsch zu lernen und konnte nach einigen Monaten amtliche Schreiben der SS lesen und verstehen. Meine Sprachkenntnisse blieben rudimentär, nie habe ich mich an Heine oder Goethe versucht. Hingegen stürzte ich mich auf alle Bücher und Studien, die mir in die Hände fielen. Darin liegt meine Stärke: Ich kann in kurzer Zeit große Mengen an Material verdauen. Mich reizten vor allem die technischen Details der Vernichtung: der Verwaltungsapparat, das Personal, die Methode. Ich vertiefte mich mehr und mehr in die Materie, bis sich das Thema meiner Doktorarbeit abzeichnete und mein Doktorvater ihm zustimmte. Ich hatte meine Laufbahn eingeschlagen.Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Arbeitsmethoden deutscher Vernichtungslager im Zweiten Weltkrieg lautete das Thema meiner Doktorarbeit, die ich nun anging. Ich stellte die Vernichtungsmethoden in den einzelnen Lagern nebeneinander – Chelmno, Belzec, Treblinka, Sobibor, Majdanek und Auschwitz (natürlich unterschieden die letzten beiden sich darin, dass sie auch Arbeitslager waren, während die ersteren ausschließlich als Vernichtungslager dienten) – und zerlegte sie in ihre einzelnen Schritte. Ich prüfte unter dem Mikroskop des Historikers die jeweils gängigen Stadien, vom Aussteigen aus den Eisenbahnwagen über das Auskleiden und das Einsammeln der Kleidungs- und Gepäckstücke, die Täuschungsmanöver, die die Deutschen vollführten, um die Opfermassen zu beruhigen, das Abscheren des Kopfhaars, den Marsch zu den Gaskammern, die Konstruktion dieser Kammern und die Art des verwendeten Gases, die Vorgehensweise beim Einlassen der Menschen in die Kammern, die Wartezeit, das Ziehen der Goldzähne und die Suche nach Wertgegenständen in den Körperhöhlen bis hin zur Entsorgung der Leichen und der Personaleinteilung für die einzelnen Stationen etc., wobei ich jeweils Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausarbeitete.Selbstverständlich gab es auch hier, in jedem dieser Stadien, unzählige Variationen und Abweichungen in den Details. Ich las Hunderte, wenn nicht Tausende von Büchern und Zeugnissen über das Leben und Sterben in den Lagern, vertiefte mich nach besten Kräften in Originalquellen, um bisher ungeklärte Einzelheiten zu verifizieren. Durch die Fülle des einschlägigen Materials navigierte ich bald mit sicherer Hand. Die Programmablaufpläne verzweigten sich zusehends, aber ich verlor nie den Überblick. Zunächst ordnete ich sorgfältig die Fakten, Ruth half mir, spezifische Vergleichsdateien zu erstellen, und dann ging ich der akademischen Frage nach, warum es gewisse Variationen in den Arbeitsmethoden gab und keine völlige Einheitlichkeit, wie nach der Art der Organisation und Aufgabe zu vermuten gewesen wäre.

von Rina Jost

Eines Tages wird Malins Schwester Sybil zu Stein, verschwindet und hinterlässt eine ratlose Familie. Malin folgt ihrer Schwester in eine geheimnisvolle Welt, um Sybil zu finden und gemeinsam nach Hause zurückzukehren. Wird es ihr gelingen? In «WEG» werden die vielschichtigen Auswirkungen von Sybils psychischer Krankheit auf ihr Umfeld verhandelt. Was bedeutet es für Familie und Freund*innen, wenn es einer nahestehenden Person psychisch nicht gut geht? Rina Jost gibt den Angehörigen eine Stimme und thematisiert deren Herausforderungen mit Empathie und Feinfühligkeit. «Sybil ist weg, und doch ist sie da. Sie ist zu Stein geworden, und doch ist sie lebendig. Ihre Schwester Malin erlebt Sybils Abwesenheit zentnerschwer. Die Angst um Sybil ist für deren Umfeld eine ständige und unnachgiebige Begleiterin. Malin macht sich auf die Suche nach ihrer Schwester und durchlebt die Abgründe seelischer Not auf einem langen Weg. Bevor ich die Geschichte las, bin ich den Protagonist*-innen durch Rina Josts Bildwelten gefolgt. Immer wieder tauchte ich in die Metamorphosen ihrer durchlebten Reise ein, versank im Sog ihrer Bilder, die trotz der Schwere des Themas etwas sehr Warmherziges und Verspieltes haben. Erst in einem zweiten Schritt las ich den Text. Auch da wählt Jost eine klare, schnörkellose Sprache, die es den Leser*innen leicht macht, dem Weg zu folgen. Das Schwere wird bei Jost begreif- und nachvollziehbar. Der Stein wird zur Feder und ‹WEG›, dank seiner Schlüssigkeit in Wort und Bild, zum absolut empfehlenswerten Comicroman.» Katja Alves, Autorin

von Merlin S. Miller

Der rote Faden, er reißt. Die Stories wirbeln wie wild durch den luftleeren Raum. Freya will nach ihnen greifen, doch je mehr sie es versucht, desto heftiger wirbeln sie umher. »F*ck you all«, rief sie ihnen zu und platzierte die Finger wieder auf der abgegriffenen Tastatur des Laptops. Zwischen den Tasten hatte sich einiges an Tabakresten angesammelt. »Ob ich aus denen wohl eine kleine Kippe drehen könnte?«, fragte sie sich, als auch die letzte Faser des roten Fadens riss und er ihr wie eine Peitsche ins Gesicht donnerte. Und da war er. Der erste Satz. Das Fundament einer jeden guten Story. »Die besten Stories entstehen in einem 3-Sterne-Hotel ...«, murmelte sie der leeren Seite entgegen.

von Siri Hustvedt

Alles beginnt in einem Sommer in Island. Die Nächte sind lang und hell. Siri Hustvedt, 13, liest David Copperfield und weiß, dass sie Schriftstellerin werden will. Mit 14 liest sie Simone de Beauvoir und wird Feministin. Ihre Wissbegier ist schon früh enorm. Mit Anfang zwanzig flieht sie aus der amerikanischen Provinz zum Studium nach New York, wo sie noch heute lebt.
Das Bewegliche, Offene dieser Stadt habe sie immer fasziniert, erzählt Hustvedt der Kulturwissenschaftlerin Elisabeth Bronfen im Sommer 2018. Alles Starre, jedes Dogma hingegen ist ihr fremd – kulturelle Stereotype, patriarchale, sexistische Denkmuster, wie sie im Amerika unter Donald Trump wieder an Popularität gewinnen. Siri Hustvedt sucht das Verbindende, nicht das Trennende, eine Vielfalt der Perspektiven. Das Spiel mit Identitäten, auch mit Geschlechteridentitäten bestimmt ihre Romane, das Zusammenwirken verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen ihre essayistischen Texte. Luzide legt Siri Hustvedt dar, dass wahre Denkräume Zwischenräume sind, in denen nicht die Gewissheit regiert, sondern das Sowohl-als-auch.

von Ella Yunis

Vielleicht Müssen Wir Uns Manchmal Verirren, Um Den Richtigen Weg Zu Finden. Kunststudentin Ivy Steckt In Einer Schaffenskrise. Für Ablenkung Soll Eine Assistenzstelle Am Theater Sorgen, Doch Nicht Nur Der Cholerische Boss Stellt Eine Herausforderung Dar. Bald Schon Spielt Ivy Die Hauptrolle In Ihrem Eigenen Liebesdrama - Inszeniert Von Einem Englischen Austauschstudenten, Der Ihr Leben Komplett Auf Den Kopf Stellt. Eine Geschichte über Die Kunst, Sich Zu Trauen. Leserstimmen ,,schnappt Euch Das Buch - Lasst Euch Entführen, öffnet Die Augen Und Herzen Für Die Kunst Und Das Schauspiel Und Für Vieles Mehr - Ihr Werdet Es Nicht Bereuen. - Bibilotta ,,ein Wunderschöner Liebesroman über Die Liebe Und Das Vertrauen Zu Sich Selbst Sowie Anderen. Ich Habe Mich In Der Geschichte Verloren Und Sie Genossen. Eine Ganz Klare Leseempfehlung - Glitastic Books ,,wir In Den Schönsten Farben Ist Niveauvoll, Romantisch Und Dramatisch. Es Geht Eben Nicht Nur Um Die Liebe Und Zwei Menschen, Sondern Ebenso Um Kunst. Dieses Buch Ist Ebenso Ein Kunstwerk! Ich Bin Begeistert. - Lovin Books ,, ... Nach Ein Paar Kapiteln Konnte Man Nicht Mehr Aufhören! - Bluetenzeilenblog ,,eine Authentische, Berührende Geschichte, Die Ich Jedem Nur Ans Herz Legen Kann, Dem Der Sinn Nach Ein Paar Stunden Gefühlsachterbahn Steht! Klare Leseempfehlung! - Reading Is Like Taking A Journey ,,am Ende Hat Die Autorin So Eine Unglaubliche Atmosphäre Aufgebaut, Geladen Voller Emotionen, Dass Sie Mich Zu Tränen Gerührt Hat - Und Das Haben Bisher Nicht Viele Geschafft. - Aretis Und Yunikas Bücherwelt

von Siri Hustvedt

Alles beginnt in einem Sommer in Island. Die Nächte sind lang und hell. Siri Hustvedt, 13, liest David Copperfield und weiß, dass sie Schriftstellerin werden will. Mit 14 liest sie Simone de Beauvoir und wird Feministin. Ihre Wissbegier ist schon früh enorm. Mit Anfang zwanzig flieht sie aus der amerikanischen Provinz zum Studium nach New York, wo sie noch heute lebt.
Das Bewegliche, Offene dieser Stadt habe sie immer fasziniert, erzählt Hustvedt der Kulturwissenschaftlerin Elisabeth Bronfen im Sommer 2018. Alles Starre, jedes Dogma hingegen ist ihr fremd - kulturelle Stereotype, patriarchale, sexistische Denkmuster, wie sie im Amerika unter Donald Trump wieder an Popularität gewinnen. Siri Hustvedt sucht das Verbindende, nicht das Trennende, eine Vielfalt der Perspektiven. Das Spiel mit Identitäten, auch mit Geschlechteridentitäten bestimmt ihre Romane, das Zusammenwirken verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen ihre essayistischen Texte. Luzide legt Siri Hustvedt dar, dass wahre Denkräume Zwischenräume sind, in denen nicht die Gewissheit regiert, sondern das Sowohl-als-auch.

von Brigitte Fassbaender

Eine "Sängerin, die das Blut stocken lässt", hat ein Kritiker Brigitte Fassbaender einmal genannt. Bis zu dem Tag, an dem sie ihre Gesangskarriere aus freien Stücken beendete, war sie ein Weltstar der Oper wie des Liedgesangs. In ihrer Autobiographie blickt sie auf ein überreiches Leben, erzählt von großen Künstlern, denen sie begegnet ist, von Glanz und Elend des Sängerberufs und, vor allem, vom Glück der Musik. Mit 21 Jahren wird Brigitte Fassbaender an die Münchner Staatsoper engagiert. Von dort führt sie ihr Weg auf die bedeutendsten Bühnen der Welt. Es ist ein Weg, der von künstlerischen Abenteuern wie von wundervollen Erlebnissen geprägt ist. In ihrem klugen, zutiefst menschlichen Buch spricht sie von den Opern und Liedern, die ihr am Herzen lagen, vom Ethos des Sängers und den Momenten der größten musikalischen Erfüllung. Sie erzählt von Dirigenten und Sängern, Pianisten und Regisseuren, die sie bewundert hat: von Carlos Kleiber bis Claudio Abbado, von Martha Mödl bis Dietrich Fischer-Dieskau und vielen anderen mehr. Freimütig schreibt sie auch über schwierige Themen, etwa über die Qualen der Wechseljahre für eine Sängerin, über Männermacht und Machtmissbrauch, über eigene Versäumnisse. Als sie das Singen aufgibt, erschließt sich ihr ein zweites Leben als Gesangspädagogin, Regisseurin und Intendantin. Ihr Buch ist die wunderbare Geschichte von einer, die auszog, das Staunen zu lernen.