2.0

Stockholm

von Sophie Nuglisch

Format:Softcover

Es ist eine Illusion, nichts weiter als eine Illusion. Nach dieser einen verhängnisvollen Nacht, in der Casper mit Erik und Lejs in Cajas Elternhaus einbrach, verändert sich schlagartig alles, was das Leben des jungen Mädchens ausmachte. Fortan wird sie mit einer unglaublich intensiven Brutalität konfrontiert und das nur, weil ihre Entführer seit frühster Kindheit ein Problem mit Frauen haben. Nur einer scheint nicht vollkommen dem sadistischen Rausch zu verfallen. Casper hat irgendetwas an sich, das ein Gefühl in Caja hervorbringt, gegen das sie sich mit aller Kraft sträubt. Ein Gefühl, das schleichend gegen ihren Verstand arbeitet und sie nach und nach an diesen Menschen bindet, der für sie nur Schmerz darstellen sollte. Grausam, brutal, echt – besser lässt sich die Geschichte der entführten Caja nicht in Worte fassen. Und trotzdem schafft es die junge Autorin Sophie Nuglisch, Schreckliches auf solch poetische, wortgewaltige und bildhafte Art und Weise zu umschreiben, dass einem der Atem stockt und man nahezu alles, was die Protagonistin erleidet, wie ein unangenehmes Ziehen im Inneren spürt. Selbst dieses seltsame, widersprüchliche und vollkommen unnatürliche Gefühl, das sich langsam in Caja aufbaut und sie immer stärker an ihren Entführer Casper bindet. Man wird von »Stockholm« in einen Strudel gerissen, der einen auch nach der letzten Seite nicht mehr loslässt und dazu zwingt, sich die Frage zu stellen, was Liebe eigentlich ist und wie weit sie gehen darf.

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
Softcover
Erschienen an: May 21, 2018

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Aktuelle Rezensionen(1)

2.0(1 ratings)
JuliaRezension von Julia

Caja wird eines Nachts aus ihrem Zuhause entführt, gefangen gehalten und missbraucht. Nach und nach fühlt sie Zuneigung zu einem der drei Täter... Eine Protestaktion gegen all die unrealistischen Entführungsgeschichten auf Wattpad - das sagt Sophie Nuglisch über ihr Buch "Stockholm". Die liebe @buchkaetti und ich wollten der Sache in unserem ersten Buddyread auf den Grund gehen... Es fällt mir schwer, mich negativ über ein Opfer zu äußern aber die Protagonistin Caja handelt so oft unglaubwürdig und unlogisch, dass ich kaum mit Augen rollen und Kopf schütteln aufhören konnte. Auch die Motivation ihrer Entführer blieb für mich nicht nachvollziehbar, obwohl eingestreute Kapitel aus der Vergangenheit nach und nach die Kindheit und Jugend von Casper und seinen Kumpels aufdecken. Ich kann nur schwer auf Details eingehen, da ich nicht spoilern möchte. Ich kann nur sagen, dass die Autorin es nicht geschafft hat, mir ihre Figuren als reale Menschen zu verkaufen. Störend sind zudem die großen Schwankungen in der Qualität des Schreibstils. Manchmal findet die Autorin starke Formulierungen, vor allem für die bildhafte Beschreibung der ausführlichen und häufig vorkommenden Übergriffe auf Caja. Diese konnten mich überzeugen und haben mir "gefallen", wenn man das so nennen kann. Doch diese Passagen wechselten sich ab mit wirklich schlechtem Stil, was für mich die Frage aufwirft, ob es da überhaupt ein vernünftiges Lektorat gab. Trotz der Kürze des Buches dreht man sich immer im Kreis und vieles ist nicht durchdacht. Die Zuneigung von Caja zu ihrem Entführer, das namengebende Stockholm-Syndrom, kommt aus dem Nichts. Sie verbringen kaum Zeit miteinander, führen nicht mal irgendein nennenswertes Gespräch, das mir ihre Beziehung zueinander darlegen konnte. Wirkliche Recherche zum dem Thema bezweifle ich stark. "Stockholm" schrieb die Autorin mit 16 auf Wattpad, es ist eines ihrer ersten Werke. Mittlerweile kann sie mehr Erfahrung vorweisen und eines ihrer Bücher wird sogar ins Französische übersetzt. Ich gönne ihr ihre Fans aber vermutlich werde ich nicht dazu gehören. Wäre es kein Buddyread gewesen, hätte ich das Buch abgebrochen. Für die Lichtblicke im Schreibstil gibt's 2 ⭐️

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