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Standpunkt beziehen. Fünf Essays. [Was bedeutet das alles?]

von Susan Sontag

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Susan Sontag (1933–2004) war die vielleicht wichtigste Stimme des intellektuellen Amerika. Besonders beeindruckend ist ihr Mut, sich gegen eingefahrene Sichtweisen zu stemmen, immer einen eigenen Standpunkt zu beziehen. Der Band versammelt wichtige kulturtheoretische Essays: »Gegen Interpretation«, »Über Schönheit« sowie »Fotografie. Eine kleine Summa«. Hinzu kommen zwei explizit politische Texte: »Das Foltern anderer betrachten« und vor allem »Der 11.9.01«, ein hellsichtiger Angriff gegen die irrationale Politikerrhetorik unmittelbar nach 9/11, für den sie in heftigster Weise attackiert wurde.

Geschichte, Geistes- & Gesellschaftswissenschaften
64 SeitenSoftcover
Erschienen an: February 10, 2016

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Christian Steinberger Rezension von Christian Steinberger

Susan Sontag zählt ohne Zweifel zu den größten intellektuellen weiblichen Stimmen Amerikas im 20. und 21. Jahrhundert. Fünf prägende und berühnmte Essays der 2004 verstorbenen Autorin, Kritikerin und Filmregisseurin sind in diesem Reclam-Band aus der Reihe "Was bedeutet das alles?" versammelt und sind nicht nur ein Abbild ihrer Sichtweise auf Politik, Medien und Zeitgeschehen, sondern eignen sich auch als Impuls zum Weiterdenken, Tiefergehen oder Weiterdiskutieren, etwa wenn man die Texte im Bildungsbereich einsetzen möchte. 1. "Gegen Interpretation" problematisiert konventionelle Wege der Interpretation, die sich teilweise schablonenhaft und voreingenommen einer neuartigen oder vielleicht unnötigen Erschließung von Kunst und Literatur in den Weg stellt. 2. "Über Schönheit" ist ein kulturgeschichtlicher Spaziergang durch verschiedene Epochen und Strömungen zum ästhetischen Schönheitsbegriff. 3. "Der 11.9.01" erfuhr gerade in Amerika, kurz nach den Anschlägen auf das World Trade Center veröffentlicht, harsche Kritik, weil Susan Sontag in diesem kurzen Text das polemische Verhalten der Politiker angriff. 4. "Fotografie. Eine kleine Summa" zählt zu Sontags berühmtesten Aufsätzen und widmet sich der Kunst des Fotografierens und damit verbundenen möglichen Perspektiven. 5. "Das Foltern anderer betrachten" bespricht die Folgen der Veröffentlichung und Medienrezeption der Folterbilder aus den amerikanischen Gefängnissen wie Guantanamo Bay im Zuge des Irak-Krieges und dem Kampf gegen Terror durch die Bush-Regierung. Ein Nachwort hilft dabei, die Bedeutung Sontags und ihrer Werke weiter einzuordnen, auch wenn man leider nicht erfährt, wer dieses geschrieben hat. Die Reclam-Reihe "Was bedeutet das alles?" bietet kurze Einführungen in Texte aus Philosophie, Politik und Gesellschaft und unterstützt die Auseinandersetzung mit und die Einordnung von diesen Fragestellungen.

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