3.9

Solange die Nachtigall singt

von Antonia Michaelis

Format:Hardcover

Ein Wald, dessen Nebel tödlich sind. Ein Wanderer, der sich verirrt. Eine Geschichte, die dem Leser den Atem raubt. Nach Abschluss seiner Tischlerlehre begibt sich Jari auf Wanderschaft, um Freiheit und Natur zu genießen. Dabei trifft er auf Jascha, das bezauberndste Mädchen, dem er je begegnet ist, und folgt ihr zu ihrer Enklave mitten im Wald. Gefangen zwischen märchenhafter Schönheit und menschlichen Abgründen wird der harmlose Tischler zum unerbittlichen Jäger.

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
447 SeitenHardcover
Erschienen an: 2012

Was ist bookie?

  • Gratis Lieferung in Deutschland
  • Finde Bücher die zu dir passen
  • Tracke dein Leseverhalten und setze dir Ziele
  • Connecte dich mit anderen Leser*innen

Aktuelle Rezensionen(2)

3.9(6 ratings)
V_BookieRezension von V_Bookie

Inhalt: Jari ist 18 Jahre alt und hat seine Tischlerlehre gerade beendet. Er begibt sich auf eine Wanderschaft um ein Abenteuer zu erleben und etwas zu haben, was er erzählen kann. Dort trifft er auf ein seltsames und wunderschönes Mädchen. Jascha. Sie führt ihn in ihre Hütte in einen einsamen Wald, in einen Wald, in dem schon viele Menschen verschwunden sind. Beides, Wald und Hütte, sind so geheimnisvoll und schön wie das Mädchen. Doch schon bald muss Jari lernen, dass diese Schönheit einhergeht mit Geheimnissen, Einsamkeit und Grausamkeit. Ist es schon zu spät? Kann er sich noch retten? Oder ist Jari gefangen in der grausamen Welt der Schönheit? Meine Meinung: Dieses Buch ist faszinierend. Es hat eine ganz bestimmte Aura. Ich würde es als ein neues und düsteres Märchen beschreiben, jedoch nicht dazu geeignet, es Kindern zu erzählen. Viel eher ist es für ältere Jugendliche und Erwachsene bestimmt, da es ziemlich grausam ist. Nicht nur auf eine blutige Art, sondern auch was die Psyche betrifft und wie das Wesen eines Menschen sich in diesem Buch ändert. Die Atmosphäre in diesem Buch ist schon fast greifbar. Die melancholische und düstere Art zieht einen so in den Bann und in das Buch, dass man bald das Gefühl hat, selbst in diesem Wald, in dieser Geschichte gefangen zu sein. Es ergeht einem wie Jari, schon bald kann man nicht mehr so recht unterscheiden, was real ist und was nicht. Der besondere Schreibstil der Autorin trägt auch dazu bei. Sie schreibt schon fast poetisch. Genau wie die Geschichte und Dinge in diesem Buch ist der Schreibstil wunderschön und gleichsam grausam, da er das Gefühl eines düsteren Märchens noch verstärkt. Er wirkt rund und erfahren. Jedes Wort scheint perfekt gewählt. So verwundert es nicht, dass die Autorin es auch schafft, einem immer falsche Fährten zu legen. Man denkt bald, man wüsste nun was los ist doch findet dann heraus, dass sie genau geplant hat, was man denken soll und man irgendwann hilflos wie Jari versucht zu unterscheiden, was nun in die Realität gehört und was nicht. Sie spielt mit dem Leser, wie die Schönheit mit Jari spielt. Ich bin von dem Buch absolut begeistert und würde am liebsten alle Bücher von dieser Autorin sofort auch lesen. Ich kann es allen empfehlen, die einen Hang zu düstern Geschichten haben und sich gern in ihre Welt entführen lassen wollen. Das Buch ist sehr spannend, sodass ich es zu Ende lesen musste, auch wenn ich es nicht wollte, da ich nicht wollte, dass die Geschichte zu Ende ist. Liebe Grüße

ManuRezension von Manu

Eine an sich tolle Geschichte, deren Schluss mich jedoch gar nicht überzeugen konnte. Hätte ich dem Buch 20 Seiten vor seinem Ende noch volle 5 Sterne gegeben, reicht es dann gerade noch zu 3,5 Sternen. Inhalt: Der 18-jährige Jari möchte, bevor er in den Tischlereibetrieb seines Vaters einsteigt, noch einmal frei sein und ein wenig Spaß haben und beschließt, alleine auf einen dreiwöchigen Wandertrip aufzubrechen. Am Ausgangsort seiner Wanderung angekommen, begegnet er der geheimnisvollen Jascha, die ihn fasziniert und der er in das abgeschiedene Haus mitten im Wald folgt. Nichtsahnend, welche Ereignisse er damit in Gang setzt und welch dunkles Geheimnis der Wald und Jascha verbergen. Meinung: Die Atmosphäre und die Stimmung im Buch sind großartig und faszinierend. Einerseits ist da die Idylle des Waldes und der Natur, die sorglose Stimmung von Jari, der voller Abenteuerlust zu einer Wanderung aufbricht, die Schönheit und das Geheimnisvolle, das von den Mädchen ausgeht, und plötzlich merkt man mehr und mehr, dass da etwas Böses lauert, etwas Unheimliches, etwas Bedrohliches, das zunehmend in Brutalität, in Grausamkeit, in Irrsinn umschlägt und verstört. Das Verwirrspiel um Jari und die Mädchen ist hervorragend inszeniert, sodass man als Leser selbst immer wieder von Neuem erstaunt darüber ist. Das Buch kann die Spannung über die gesamte Dauer halten, wobei man jedoch keine „actiongeladene“ Spannung erwarten sollte, sondern eine unterschwellig brodelnde, ein ständiges Gefühl von lauernder Gefahr und Unheil. Gerade diese Art der Spannung hat mich umso mehr an das Buch gefesselt. Außerdem konnte mich Michaelis mit ihrem Schreibstil begeistern. Sie beschreibt Örtlichkeiten aber auch Gedanken und Emotionen sehr bildhaft. Viele Sätze und Dialoge sind rätselhaft, mehrdeutig und auf gewisse Weise entrückt. Die Autorin lässt dem Leser sehr viel Spielraum für eigene Interpretationen. Das Ende des Buches ist, wie bereits eingangs erwähnt, für mich leider sehr enttäuschend. Ich hatte schon relativ früh eine Idee, worauf das Ganze hinausläuft und was hinter den Geschehnissen im Wald steckt. Als die Geschichte dann voranschreitet, habe ich meine Idee allerdings wieder verworfen, da Dinge geschahen, die meiner Theorie widersprachen und sie unlogisch machten. Jetzt war ich erst recht beeindruckt und neugierig, welche Richtung die Geschichte nehmen wird und wie sich die Dinge aufklären werden. Und dann, ein paar Seiten vor Schluss, musste ich feststellen, dass das Buch genau den Ausgang findet, den ich bereits am Anfang vermutet, aber aufgrund von Ungereimtheiten im Verlauf der Geschichte als zu undurchdacht und unausgegoren wieder verworfen habe. Und nein, auch die Tatsache, dass unser Protagonist Jari nahezu permanent unter dem Einfluss von zu viel Wein oder Fliegenpilzen steht, macht das Ende nicht glaubhafter! Leider hinterlässt die gewählte Auflösung auch eine etwas seltsame und fragliche Message. Da waren mir die Geschehnisse und das Verhalten der Personen im Wald dann doch viel zu lapidar und konsequenzenlos abgehandelt. Schade! Da für mich persönlich jedoch ein Buch erst durch seine innere Logik und Durchdachtheit zu einem ausgezeichneten Buch wird, vergebe ich für „Solange die Nachtigall singt“ knappe 3,5 von 5 Sternen!

Ähnliche Bücher