Sämtliche Werke in 18 Bänden, Band 1 - Die Fibel. Auswahl erster Verse (Sämtliche Werke in achtzehn Bänden, Bd.)
von Stefan George
»Ich wandelte auf öden düstren bahnen...«Ich wandelte auf öden düstren bahnenUnd planlos floss dahin mein leben.In meinem herzen war kein hohes strebenEs schien mich nichts an schönheit zu gemahnen.Da plötzlich sah ich – o wer sollt es ahnen –Ein himmelsbild an mir vorüberschweben ..In meinem innern fühlte ich ein bebenUnd Liebe pflanzte ihre siegesfahnen.Ist mir auch täuschung nur und schmerz gebliebenUnd kann ich Dich von glorienschein umwobenAnbetend und begeistert still nur lieben:So muss ich doch das gütige schicksal lobenDas mich durch Deine hand zur tat getriebenUnd zu den sternen mich emporgehoben.NOVEMBER-ROSESage mir blasse rose dortWas stehst du noch an so trübem ort?Schon senkt sich der herbst am zeitenhebelSchon zieht an den bergen novembernebel.Was bleibst du allein noch blasse rose?Die lezte deiner gefährten und schwesternFiel tot und zerblättert zur erde gesternUnd liegt begraben im mutterschoosse ..Ach mahne mich nicht dass ich mich beeile!Ich warte noch eine kleine weile.Auf eines jünglings grab ich stehe:Er vieler hoffnung und entzückenWie starb er? warum? Gott es wissen mag!Eh ich verwelke eh ich vergeheWill ich sein frisches grab noch schmückenAm totentag.
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Sämtliche Werke in 18 Bänden, Band 1 - Die Fibel. Auswahl erster Verse (Sämtliche Werke in achtzehn Bänden, Bd.)
von Stefan George
»Ich wandelte auf öden düstren bahnen...«Ich wandelte auf öden düstren bahnenUnd planlos floss dahin mein leben.In meinem herzen war kein hohes strebenEs schien mich nichts an schönheit zu gemahnen.Da plötzlich sah ich – o wer sollt es ahnen –Ein himmelsbild an mir vorüberschweben ..In meinem innern fühlte ich ein bebenUnd Liebe pflanzte ihre siegesfahnen.Ist mir auch täuschung nur und schmerz gebliebenUnd kann ich Dich von glorienschein umwobenAnbetend und begeistert still nur lieben:So muss ich doch das gütige schicksal lobenDas mich durch Deine hand zur tat getriebenUnd zu den sternen mich emporgehoben.NOVEMBER-ROSESage mir blasse rose dortWas stehst du noch an so trübem ort?Schon senkt sich der herbst am zeitenhebelSchon zieht an den bergen novembernebel.Was bleibst du allein noch blasse rose?Die lezte deiner gefährten und schwesternFiel tot und zerblättert zur erde gesternUnd liegt begraben im mutterschoosse ..Ach mahne mich nicht dass ich mich beeile!Ich warte noch eine kleine weile.Auf eines jünglings grab ich stehe:Er vieler hoffnung und entzückenWie starb er? warum? Gott es wissen mag!Eh ich verwelke eh ich vergeheWill ich sein frisches grab noch schmückenAm totentag.
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