A reissue of the first book in the legendary Poldark series, to tie in with the new BBC series
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Ross Poldark
von Winston Graham
A reissue of the first book in the legendary Poldark series, to tie in with the new BBC series
Aktuelle Rezensionen(1)
5 🌟 Ein Mann mit Narben, Kanten und Klasse Es gibt Bücher, die brauchen zweihundert Seiten schwülstiges Gelaber, um einem zu erklären, dass das Meer wild und der Wind kalt ist. Und dann gibt es Winston Graham. Der Mann knallt dir mit drei kargen Sätzen die nackte, salzige Gischt der cornischen Steilküste um die Ohren, zündet ein klammes Torffeuer im verfallenen Nampara an – und du frierst innerlich mit. Diese bittersüße, raue Melancholie kriecht einem direkt unter die Haut. Keine kitschige Weichzeichner-Romantik, sondern das ungeschönte, harte Leben des 18. Jahrhunderts. Ross ist eine absolute Naturgewalt von einem Mann. Mit dieser tiefen Kriegsnarbe quer übers Gesicht, diesem finsteren, unberechenbaren Blick und einem moralischen Kompass, der der heuchlerischen High Society regelmäßig den Mittelfinger zeigt. Gegen sein Auftreten wirkt das meiste, was einem heute als düsterer Alpha-Male verkauft wird, wie ein schlechter Witz. Ich würde ihn jederzeit, ohne mit der Wimper zu zucken, vorziehen. Und dann tritt Demelza in sein Leben. Nicht als glattgebügelte Salondame, sondern als ein vom Leben getretenes, zerzaustes Straßenkind, in dem so viel ungebrochener Stolz, Loyalität und Lebenshunger lodern. Zuzusehen, wie sie sich Schicht für Schicht entfaltet – von der misstrauischen Magd mit dreckigen Händen zu einer Frau von unbändiger Stärke, Klugheit und feinem Verstand –, hat mich mitten ins Herz getroffen. Zwei Außenseiter, die gegen jeden guten Ton und jede gesellschaftliche Heuchelei prallen. Wenn die beiden aufeinandertreffen, ist das ein Zusammenwachsen voller Herz, Trotz und echter Seele. Diese Dynamik brennt nicht laut, sie glimmt leise, kostbar und unendlich ehrlich im Verborgenen. Dass dieses Buch so authentisch nach Gischt und Verfall schmeckt, liegt schlicht daran, dass Graham über 30 Jahre lang genau dort gelebt hat. Er stand im Zweiten Weltkrieg als Küstenwache nachts auf den finsteren Klippen, während der Atlantik unter ihm tobte und dort oben wurde Ross geboren. Und noch ein herrlicher Fun Fact: Demelzas unverstelltes, stolzes Wesen hat Graham seiner eigenen Ehefrau Jean auf den Leib geschrieben. (Übrigens: Aus seiner Feder stammt auch der Psychothriller Marnie, den Hitchcock später mit Sean Connery verfilmt hat.) Ich habe heldenhaft auf Englisch begonnen, aber sind wir ehrlich, wenn die Minenarbeiter und Knechte auf feinstem cornischen Kauderwelsch lospoltern, liest sich das phonetisch wie eine Geheimsprache aus dem Jenseits. Für mein Basic-Englisch war das der reinste Stolperdraht. Der Wechsel zur deutschen Übersetzung war pure Erlösung. Die Wucht und der herbe Charme bleiben komplett erhalten, aber man kann die Geschichte mühelos verschlingen. Unter all der Kälte, dem Dreck und den tosenden Klippen verbirgt sich eine zarte, melancholische und fast zerbrechliche Schönheit, die noch lange nachhallt. Band 2 liegt hier schon und wird ohne Gnade inhaliert.