Sarah ist schon länger Single und eine Genießerin aus Überzeugung. Sie trägt Plus-size und befasst sich in ihrer Freizeit gern mit einen Backblog. Thomas ist Fitnesstrainer, Veganer und bloggt zum Thema Healthy Living. In einem Supermarkt treffen sie zufällig aufeinander, doch auf den ersten Blick haben sie kaum etwas gemeinsam. Oder vielleicht doch?
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Orangen und Schokolade
Sarah ist schon länger Single und eine Genießerin aus Überzeugung. Sie trägt Plus-size und befasst sich in ihrer Freizeit gern mit einen Backblog. Thomas ist Fitnesstrainer, Veganer und bloggt zum Thema Healthy Living. In einem Supermarkt treffen sie zufällig aufeinander, doch auf den ersten Blick haben sie kaum etwas gemeinsam. Oder vielleicht doch?
Aktuelle Rezensionen(1)
Thomas, der Anti-Traummann Gib ihm bitte einen Korb, Gib ihm bitte einen Korb *sing* Jetzt ist es soweit: Vergesst Paare, die den Ozean überqueren, oder gar Raum und Zeit überwinden mussten. Vergesst Paare, die aus verschiedenen Kulturen stammen und sich allen und allem widersetzen nur um zusammen zu sein. Denn jetzt ist das ultimative Paar gekommen: dick & do… äh dünn. Er ist fitnessbegeisterter Veganer und sie curvige Backfluencerin. Gegensätze ziehen sich an und wortwörtlich aus. Es finde zusammen, was zusammen gehört. Der Liebesroman für alle politisch korrekten Millenials und Gen-Z. Nur Klimakleber und Abgassünder könnten noch romantischer sein. Schauplatz Hamburg. Sarah und Thomas begegnen sich beim gewöhnlichen Einkauf. Er begutachtet abschätzig ihre ungesunde Lebensmittelauswahl, sowie zum Abschied ihren viel zu runden Hintern. Irgendwie kann er es trotzdem nicht lassen ihr seine Visitenkarte zuzustecken. Wie das Schicksal es so will, denn Hamburg ist am Ende auch nur ein Dorf, haben sie gemeinsame Freunde und begegnen sich auf einer Grillfeier wieder. Thomas versucht Sarah zum Veganismus zu bekehren. Sie gibt ihm Gegenargumente. Ganz non-charmant norddeutsch dreht er ihr ein veganes Backbuch an und lockt sie in die Höhle des Veganers. Sarah fragt sich: Will er mich etwa anbaggern? Antwort: nein, will er nicht. So lässt er sie alleine durch die Dunkelheit nach Hause ziehen. Non-charmant eben. Bald wird klar, Thomas will vor allem eines: Eine Kooperation starten. Vielleicht können die beiden mit ihren Blogs „Schokoliebe“ und „Thomas healthy living“ durch den anderen profitieren. Langsam entwickelt sich eine Freundschaft, doch es kommt wie es kommen muss… Die Autorin Amalia Zeichnerin schreibt interessant, sodass ich sehr schnell, sehr neugierig wurde wie aus den beiden gegensätzlichen Protagonisten ein Liebespaar wird. Man erkennt an den Beschreibungen im Roman, dass das Backen tatsächlich eine Leidenschaft von ihr sein muss. Ich fand auch den Einsatz von Chats und (Troll)Kommentaren gelungen. Sie wirkten nie gekünzelt, oder konstruiert. „Seine Worte hätten vielleicht verheißungsvoll klingen können, doch in dieser Situation wirkten sie auf mich wie eine kalte Dusche.“ Das ist ungefähr alles was man über Thomas wissen muss. Er ist wahrscheinlich das unspektakulärste Objekt der Begierde, dass mir in einen Buch je begegnet ist. Er ist so trocken wie ein Fisch in der Wüste. Da helfen auch haselnussbraune Augen nicht, die sowieso wirken wie die Knopfaugen einen leblosen Teddybärs. Thomas himself scheint mir praktisch den ganzen Roman hindurch zu erwarten, dass Sarah einen Sprint hinter ihm her leistet. Sie ist quasi nur in seinem Orbit, weil er es zulässt. Aber anbaggern, anflirten, den Hof machen, kommt absolut nicht in Frage. Thomas macht sich keine Gedanken darüber wie er sie beeindrucken könnte. Sie ist da, sie ist verfügbar und es hat eher praktische Gründe warum er sich mit ihr abgibt. Natürlich sind das jetzt Unterstellungen, aber ein Mann der eine Frau will, der macht es ihr auch deutlich. Abgesehen davon welche Frau will einen Mann, der sie alleine durch die Nacht nach Hause ziehen lässt? Ich wäre ja schon bei seinen veganen Bekehrungsversuchen davon gezogen… Thomas lässt jede Chance verstreichen charmant zu sein. Es bleibt die Frage was Sarah an ihm findet? Auch als es endlich zur Sache geht wird die Stimmung immer wieder durch Thomas ruiniert. Ich musste entnervt aufstöhnen, wenn er sich wieder einen meiner Meinung nach Fauxpas, leistete. Anstatt, dass sie sich fragt was mit ihm nicht stimmt, beginnt sie sich zu fragen was mit ihr nicht stimmt? Bis zur ihrem Tête-á-Tête war sie eine mit sich selbst zufriedene Frau gewesen. So ist es häufig, wenn Männer ins Spiel kommen. Es geht mit den Frauen Berg ab. Bis zum Schluss blieb die Hoffnung, dass er plötzlich zum Traummann mutiert. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. So kam es dann auch. Thomas schafft es selbst einem romantischen Dinner die Note eines kalten Geschäftsessen zu verleihen. Er hat auch gefühlt nur zwei Dinge im Kopf: Seine Follower und seine vegane Lebensweise. Ich glaube ich bin im Jahr 2023 immer noch nicht empfänglich für diese Art von Romantik. Gut so. Für Sarah wäre es auch zu wünschen gewesen. Am Ende finden dick und do.. äh… dünn zusammen. Ein modernes Happy-End - mit Trennungsgarantie. Versprochen!