4.3

Oktoberfest 1900 - Träume und Wagnis

von Petra Grill

Format:Softcover

München, 1900. Das Schankmädchen Colina, 31, will nicht mehr von der Hand in den Mund leben. Sie ergaunert sich die Stelle der Gouvernante bei der 19-jährigen Tochter eines fränkischen Bierbrauers. Beide Frauen harmonieren bald. Nicht wenig verbindet sie, am meisten vielleicht der Wunsch nach Selbstbestimmung. Das ist schwierig. Colina hat einen gewalttätigen Ehemann, Carla soll verheiratet werden an einen Geschäftspartner des Vaters. Der berühmte Kocherlball im Englischen Garten ändert alles. Da hat der Gendarm Lenz Aulehner seinen Auftritt und Carla verliert ihre Unschuld an jemanden, der bald nur noch Augen für die Schöne hat. Obwohl viel Schlimmes in diesem besonderen Buch von Petra Grill passiert wie (Selbst-)Mord, Ausbeutung, Homophobie, Vergewaltigung etc. handelt es sich hier um ein ganz außergewöhnliches Debüt mit viel Lokalkolorit, spritzigen Dialogen, gut recherchierten Tatsachen und einem Schluss, der zufriedenstellt. Nachdem das Oktoberfest 2020 leider ausfällt, sollte man sich wenigstens diesen herausragenden Roman gönnen (und evtl. auch den ARD-Mehrteiler gleichen Titels ansehen).

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
496 SeitenSoftcover
Erschienen an: 2020-08-26

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Aktuelle Rezensionen(3)

4.3(6 ratings)
FeeRezension von Fee

Ich hatte das Buch als Mengelexemplar gekauft und wusste nicht was mich erwartet. Es ist wie eine Seite gerieben und die Kapitel sind gut gefasst, so dass man nicht erschlagen wird ;) Ein Genre kann ich nicht dafür bestimmen

Krissy Koner Rezension von Krissy Koner

Das Buch war total spannend. Die Art und Weise wie Petra Grill schreib hat mir sehr gut gefallen. Die Storyline von Clara und Colina hat eine wirklich immer dran gehalten, dass Buch weiter zulegen. Ein spannendes Buch und ich würde es definitive weiter empfehlen.

BettinaRezension von Bettina

'Oktoberfest 1900 - Träume und Wagnis' von Petra Grill ist, wie der Titel unschwer vermuten lässt, ein Roman, der in München zur Zeit des Oktoberfestes im Jahr 1900 spielt. Als Leser*in begleitet man einerseits den Polizeikommisar Aulehner und das Biermadl Colina Kandl. Beide Protagonisten fand ich stark, weil sie Stärken und Schwächen hatten und durchaus authentisch wirken. Fernab von dem, was heute weit über die deutschen Landesgrenzen als Oktoberfest bekannt ist, bekommt man Leser*in einen Eindruck davon, wie das Oktoberfest rund 120 Jahr stattfand. Schon damals war das Fest eine alte Münchener Tradition, denn das erste Oktoberfest fand 1810 statt. Sowohl politisch als auch gesellschaftlich Einblicke werden dabei in den Fokus genommen, was mir unglaublich gut gefallen hat. Ebenso werden einige Themen, die in der Zeit heikel waren, angesprochen und das damalige Weltbild wird deutlich. Gespickt wird der Roman mit den Ermittlungen der Polizei zu einem Kriminalfall. Einen Krimi sollte man hier jedoch nicht erwarten. Mir hat es aufgrund des authentischen Charakters der Protagonisten und dem zeitlichen Kontext sehr viel Spaß gemacht, das Buch zu lesen. Die Idee der Autorin eine starke Frau mit Schwächen zu zeigen, die sich mit ihren Mitteln durchkämpft, hat mir unglaublich gut gefallen. Mein liebster Charakter war der Chef Aulehners, Eder, der durch seinen Pragnatismus und trockenen Humor (ohne albern zu sein) immer punkten konnte. Leider gab es ein paar Handlungsstränge, die für mich vollkommen zufriedenstellend gelöst wurden, da sie teilweise unlogisch und unnötig waren und den Fortgang der Geschichte nicht wirklich weiter gebracht haben. Daher hat es dann für 5 Sterne nicht gereicht. Insgesamt ein lesenswertes Buch und vielleicht ein Trost für den ein oder die andere, dass das diesjährige Oktoberfest nicht stattfindet. Merged review: 'Oktoberfest 1900 - Träume und Wagnis' von Petra Grill ist, wie der Titel unschwer vermuten lässt, ein Roman, der in München zur Zeit des Oktoberfestes im Jahr 1900 spielt. Als Leser*in begleitet man einerseits den Polizeikommisar Aulehner und das Biermadl Colina Kandl. Beide Protagonisten fand ich stark, weil sie Stärken und Schwächen hatten und durchaus authentisch wirken. Fernab von dem, was heute weit über die deutschen Landesgrenzen als Oktoberfest bekannt ist, bekommt man Leser*in einen Eindruck davon, wie das Oktoberfest rund 120 Jahr stattfand. Schon damals war das Fest eine alte Münchener Tradition, denn das erste Oktoberfest fand 1810 statt. Sowohl politisch als auch gesellschaftlich Einblicke werden dabei in den Fokus genommen, was mir unglaublich gut gefallen hat. Ebenso werden einige Themen, die in der Zeit heikel waren, angesprochen und das damalige Weltbild wird deutlich. Gespickt wird der Roman mit den Ermittlungen der Polizei zu einem Kriminalfall. Einen Krimi sollte man hier jedoch nicht erwarten. Mir hat es aufgrund des authentischen Charakters der Protagonisten und dem zeitlichen Kontext sehr viel Spaß gemacht, das Buch zu lesen. Die Idee der Autorin eine starke Frau mit Schwächen zu zeigen, die sich mit ihren Mitteln durchkämpft, hat mir unglaublich gut gefallen. Mein liebster Charakter war der Chef Aulehners, Eder, der durch seinen Pragnatismus und trockenen Humor (ohne albern zu sein) immer punkten konnte. Leider gab es ein paar Handlungsstränge, die für mich vollkommen zufriedenstellend gelöst wurden, da sie teilweise unlogisch und unnötig waren und den Fortgang der Geschichte nicht wirklich weiter gebracht haben. Daher hat es dann für 5 Sterne nicht gereicht. Insgesamt ein lesenswertes Buch und vielleicht ein Trost für den ein oder die andere, dass das diesjährige Oktoberfest nicht stattfindet.

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