1999 ausgezeichnet mit dem Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis
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Niemand so stark wie wir
von Zoran Drvenkar
1999 ausgezeichnet mit dem Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis
Aktuelle Rezensionen(1)
Ich liebe es, wie sehr dieses Buch einfach es selbst ist. Es ist unglaublich authentisch, hat seinen ganz eigenen Humor und unerwarteten Tiefgang zwischen den Zeilen. Die Tarnung als "Kinder- und Jugendbuch" ist dabei ganz schön frech - gerade mit etwas zeitlichem Abstand zur eigenen Kindheit beschert es einem dann doch auch augenzwinkernd den ein oder anderen philosophischen Rappel (ähnlich wie der, den Zoran bekommt, als sein Vater es wagt, ihm ein Stockbett zu bauen) und lässt einen mit Wehmut die eigene Kindheit vermissen oder von einer träumen, die man nie hatte. Dabei ist die Geschichte keinesfalls nur lustig-leicht gedacht oder gehalten, was spätestens der letzte Satz ganz gut verdeutlicht - ähm, aua? Zoran Drvenkar legt hier eben, auf genauso mutig-intime wie dadurch auch wunderschöne Weise, seine eigene Biografie offen, mit allen Ecken und Kanten, die zur Realität eines ca. 11/12-jährigen serbokroatischen Jungen Ende der 70er in Berlin dazugehören. Entsprechend ist auch die Handlung, geschildert in Drvenkars typisch mosaikhafter, ums Eck denkender Erzählweise (die mich auch bei "Der letzte Engel" schon total gecatcht hat), inhaltlich manchmal - bewusst - genauso unzufriedenstellend wie nun einmal das Leben selbst: Die ganze Sprudel-Sache tut einfach weh; Adrian (von dem wir um Seite 200 im "Winter im Sommer" plötzlich mal eine ganz andere Seite zu sehen bekommen, bevor er einen wieder enttäuscht) braucht Therapie; es war von Anfang an klar, dass das mit Terri zu schön ist, um wahr zu sein (aber wie bitter, dass er es sich selbst verbaut?); und was war bitte in der Box??? (Das weiß wahrscheinlich nicht einmal der Autor selbst.) Wenn ich das Buch in einem Wort beschreiben müsste, dann wäre das vermutlich 'bittersüß'. So oft habe ich beim Lesen vor mich hingekichert oder hatte das Bedürfnis, mancherlei komisch-skurril-kreative Szenen mit anderen zu teilen, und gleichzeitig lässt mich das Buch jetzt irgendwie bedröppelt zurück. Der zweite Band heißt wohl "Im Regen stehen" und ist keine klassische Fortsetzung, erinnert vom Titel her aber passenderweise an das aktuelle Kino-Meisterwerk "In die Sonne schauen" - ich bin gespannt.