„Kann ich einen anderen Menschen haben, bitte?“ Verbunden mit der Mutterentität und ruhend in einer nichtorganischen Existenz fühlt sich Nummer Siebzehn wohl – wären da nicht ein Museumsdiebstahl und der Auftrag, die wertvollen Objekte wiederzufinden, die gestohlen wurden. In einer anderen Stadt forscht Kumari für ihre Promotion – doch seltsame Linien im Magiegewebe lassen ihren misstrauischen Blick zum Herz der Stadt wandern. Neugierde, Forschungsdrang und im Dunkeln liegende Ereignisse vermischen Schicksale und Wesenheiten miteinander, die bisher nichts voneinander ahnten.
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Mutterentität
von Christian Vogt
„Kann ich einen anderen Menschen haben, bitte?“ Verbunden mit der Mutterentität und ruhend in einer nichtorganischen Existenz fühlt sich Nummer Siebzehn wohl – wären da nicht ein Museumsdiebstahl und der Auftrag, die wertvollen Objekte wiederzufinden, die gestohlen wurden. In einer anderen Stadt forscht Kumari für ihre Promotion – doch seltsame Linien im Magiegewebe lassen ihren misstrauischen Blick zum Herz der Stadt wandern. Neugierde, Forschungsdrang und im Dunkeln liegende Ereignisse vermischen Schicksale und Wesenheiten miteinander, die bisher nichts voneinander ahnten.
Aktuelle Rezensionen(1)
Mutterentität ist wie Im Schatten des Leviathans eine Novelle oder ein etwas kürzerer Roman (die genaue Abgrenzung habe ich noch immer nicht so völlig kapiert, aber um mir das Leben einfacher zu machen, stelle ich mich auf den Standpunkt, dass Genre- und Gattungsgrenzen eigentlich nur für lexikologisch infizierte Literaturwissenschaftler*innen bedeutsam sind), die mich an die Kurzgeschichten und den (wohl … nur weil jemand das mal so definiert hat?!) einzigen Roman von Edgar Allan Poe erinnert (“Die denkwürdigen Ereignisse des Arthur Gordon Pym” (Roman) und z. B. “Das unvergleichliche Abenteuer eines gewissen Hans Pfaal”). Wie schon der Titel des ersten Bandes der Schattenspiele-Reihe verrät, geht es im Grunde um eine KI, die im Hintergrund Fäden zu ziehen scheint, um ein unbekanntes und dubioses Ziel zu verfolgen. Allerdings scheint ihre Macht in der physischen Welt, jenseits ihrer mechanischen Webstühle begrenzt und bedient sich einerseits eines global agierenden Telekommunikationsunternehmens, diverser Instanzen ihrer Investigationsklasse und Menschen, deren profane Ziele der KI temporär von Nutzen sind. Mit einem scheinbar trivialem Diebstahl in einem Museum beginnt das Abenteuer von Li-Zha und Kumari, deren Zuneigung und Respekt voreinander die Grundlage dafür sind, der Mutterentität und ihren Machenschaften Paroli zu bieten. Hinzu kommt eine Instanz der KI, die siebzehnte, um genau zu sein, die etwas anders ist und wahrscheinlich durch den Umgang mit anstrengenden Menschen und dem zufälligen Kontakt an ihrem physischen Ursprung, selbstständige Entscheidungen trifft, die sie vom Kollektiv entfremdet … Ähnlichkeiten zu Seven of Nine sind sicher rein zufällig. Immer weiter und in einem rasanten Tempo werden die Charaktere in ein Netz aus Intrigen und Machtspielchen verstrickt, die ihnen die Entscheidung abverlangt, ob sie sich abwenden und ihrem einfachen Leben einigermaßen glücklich nachgehen oder aber sich einmischen und ihr Leben riskieren und damit das Schicksal der Welt mitgestalten sollen. Spannend bis zur letzten Seite und deshalb war das Zuklappen des ersten Bandes zeitgleich das Aufklappen des zweiten.