Empfehlungen basierend auf "Murmeljagd (German Edition)"

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von Mickaël Brun-Arnaud

"Demenz ist eine grausame Krankheit – dieses zauberhafte Märchen nimmt ihr ein wenig den Schrecken und weckt Verständnis." - Beate Schräder, Westfälische Nachrichten

von Erich Kästner

Von einer Stadt im Fieber und einer Liebe ohne Gewähr – Erich Kästners Meisterwerk ist heute so aktuell wie bei seinem Erscheinen. Der Kinofilm beruht auf der Urfassung von ›Fabian‹, die unter dem Titel ›Der Gang vor die Hunde‹ erschienen ist.

von Manfred Allner

Text, Materialien und weitere ausgewählte Erzählungen und Gedichte.Weitere Kurzgeschichten: An diesem Dienstag - Nachts schlafen die Ratten doch - Die Küchenuhr - Das Brot - Die drei dunklen Könige - Eine Geschichte nach einer Geschichte: Demet Catalyürek: Der Schallplattenspieler.Ausgewählte Gedichte: Ich möchte Leuchtturm sein - Laternentraum - In Hamburg - Legende - Versuch es - Brief aus Russland - Nachts - Liebesgedicht. Zu dieser Textausgabe ist folgendes Unterrichtsmodell aus der Reihe EinFach Deutsch erschienen: Wolfgang Borchert: Draußen vor der Tür. ISBN 978-3-14-022340-9

von Jens Raschke

Es gab einmal einen Zoo auf einem Berg. Von dort aus konnten die Tiere zwei Sorten von Menschen sehen: Menschen in gestreiften Anzügen, die in hässlichen Baracken lebten, und Menschen in glänzenden schwarzen Stiefeln, die in schönen Häusern wohnten. Auch ein hoher Stacheldrahtzaun und ein Schornstein, der selbst im Sommer rauchte, waren zu sehen. Während der Bär ganz genau dorthin hinschaute, schaute der Pavian lieber weg. Jens Raschke stellt in seinem 2015 uraufgeführten Kindertheaterstück die Frage nach dem Umgang mit Unmenschlichkeit. Mit Anmerkungen, Nachwort und Unterrichtsanregungen von Sascha Feuchert. Ab Klasse 7. »Direkt neben dem Konzentrationslager Buchenwald gab es einen Zoo. [...] Aus diesem Zynismus der Geschichte ein Theaterstück zu formen, braucht gehörigen Mut. Dies so brillant zu schaffen wie Jens Raschke [...] braucht größte Sensibilität, schriftstellerische Meisterschaft und einen Funken Genialität.«Raimund Meisenberger, Passauer Neue Presse

von unknown

Arno Schmidt. Reprint. Originally Published: Hamburg: Rowohlt, 1953. Der Kurzroman 'aus Dem Leben Eines Fauns' Ist Der Erste Teil Einer Trilogie, Deren Ergänzende Stücke ... Bereits Erschienen Sind--t.p. Verso.

von Wolfgang Borchert

Wolfgang Borchert died in 1947––the twenty-six-year-old victim of a malaria-like fever contracted during World War II. This was just one day after the premier of his play, The Man Outside , which caused an immediate furor throughout his native Germany with its youthful, indeed revolutionary, vision against war and the dehumanizing effects of the police state. In a very real sense, Borchert was both the moral and physical victim of the Third Reich and the Nazi war machine. As a Wehrmacht conscript, he twice served on the Russian front, where he was wounded, and twice was imprisoned for his outspokenness. His voice speaks plainly and powerfully from out of the war’s carnage all the more poignantly for its being cut short at so young an age.

von Erich Kästner

Eine sarkastische und messerscharfe, erschütterte und erschütternde Schilderung der letzten Monate der NS-Zeit und des Alltags in den Zeiten des schwierigen Neubeginns: ein einzigartiges Dokument und ein zeitloser Aufruf zu Mitmenschlichkeit.

von Ernst Toller

Wolfgang Frühwalds Aufsehen erregende, von der Zeitschrift »Damals« preisgekrönte Neuedition der Autobiographie Ernst Tollers, 2011 bei Reclam im Hardcover erschienen, erschließt diesen wichtigen Text durch einen ausführlichen Kommentar, der dem Leser die historischen Hintergründe der Vorkriegszeit, des Ersten Weltkriegs und der Münchner Räterepublik sowie alle auftretenden Personen erklärt. Diese Ausgabe wurde jetzt vom Herausgeber nochmals durchgesehen und auf die Bedürfnisse der Universal-Bibliothek zugeschnitten: damit gibt es den wichtigen Text in einer verlässlichen, preiswerten Ausgabe für Schule und Universität.

von Nicole Streitler-Kastberger

Der Roman Ein Kind unserer Zeit, der im Sommer 1938 im Amsterdamer Exil-Verlag Allert de Lange erschienen ist, stellt Horváths literarisches Vermächtnis dar. Unmittelbar nach seiner Drucklegung verunglückte der Autor auf den Champs Elysées. Nach dem Erfolgsroman Jugend ohne Gott, der ein Jahr früher erschienen war, sicherte dieses Buch Horváths Rang als antifaschistischer Autor innerhalb der Exilliteratur. Das genetische Konvolut zu dem Roman ist mit über 270 Blatt eines der umfangreichsten in seinem Nachlass. Der Band macht die Genese des Romans aus den beiden Vorarbeiten Die stille Revolution und Krieg ohne Kriegserklärung und den drei Konzeptionen Ein Soldat seiner Zeit, Ein Soldat der Diktatur und Ein Kind unserer Zeit nachvollziehbar. Er liefert einen umfassenden Einblick in die komplexe Werkgenese des Romans, in der handschriftliche Entwürfe und Typoskripte oft parallel entstanden sind. Da das Einreichmanuskript des Romans nicht überliefert ist, basiert die Endfassung auf dem von Horváth autorisierten Erstdruck. Alle Abweichungen dazu finden sich im kritischen Apparat verzeichnet. So wird der Roman erstmals in seiner ganzen Entstehungsgeschichte und in seiner ursprünglichen Fassung lesbar.

von Hans Traxler

Noch im 17. Jahrhundert war der größte Teil Deutschlands von so dichtem Wald bedeckt, daß ein Geschichtsschreiber sagen konnte, ein Eichhörnchen, das in Magdeburg auf einen Baum klettere, könne bis an den Bodensee gelangen, ohne den Fuß einmal auf den Erdboden zu setzen. Hier nach den Resten des Hexenhauses suchen hieße eine Nadel im Heuhaufen suchen. Aber die Geschichte der Ausgrabungen steckt voller Zufälle. Zufällig war auch Georg Ossegg 1945 in den Spessart geraten. Aber als er dann an einem Frühlingsmorgen des Jahres 1962 vor der grünen Mauer der Gemarkung 7 stand, da hatte der Zufall seine Schuldigkeit getan; der nüchterne Geist des Spatenforschers trat an seine Stelle. Am gleichen Abend, es ist der 10. Mai, schreibt er in sein Tagebuch: "Da stand ich also wieder vor dem Hexenwald. Ich war mir nur nicht sicher, daß es der Richtige war. Im hessischen Flurenbuch habe ich 16 verschiedene Hexenwälder gefunden. Wie viele mögen es in ganz Deutschland sein!" Nun lohnt es sich, daß Ossegg seit seiner Schulzeit alles Erdenkliche gesammelt hatte, wenn es nur mit Grimms Märchen in irgendeiner Beziehung stand. So erkannte er auf den ersten Blick etwas, was Tausende von Jägern, Bauern, Holzfällern und Touristen, die diesen Fuhrweg entlanggeschritten waren, nicht gesehen hatten und auch gar nicht gesehen haben konnten. Er schreibt: "Ich war noch keine halbe Stunde unterwegs, da hatte ich auf einmal ein seltsames Gefühl. Mir war, als wäre ich diesen Weg schon einmal gegangen. Dann sah ich es: Das Bild, das mir seit meiner frühesten Kindheit vorgeschwebt hatte." Mit diesem Bild hat es seine eigene Bewandtnis. Es befindet sich in einer frühen Ausgabe der Grimmschen Hausmärchen, die nur einmal aufgelegt wurde und längst vergessen ist. Der märchenbesessene Georg hatte diese Buchausgabe einst von seinem Großvater bekommen und besitzt sie heute noch. Mit einer Intensität, wie sie nur Kindern zu eigen ist, hatte er sich jede der Illustrationen tief eingeprägt. Die Übereinstimmung der Märchenillustration von 1818 und der Landschaft von 1962 durchfuhr ihn wie eine plötzliche Erleuchtung. Die Ähnlichkeit ist tatsächlich verblüffend, wenn auch nicht auf den ersten Blick. Die Zeit hat ihr Werk verrichtet. Die Bäume haben an Umfang und Höhe zugenommen, einige sind unter der Axt gefallen, das Unterholz hat sich verdichtet. Schwerwiegender sind die Ähnlichkeiten: Die Hügellinie am Horizont (sie schimmert heute nur noch schwach durch die Zweige), die gleichgebliebene Flora. Wo Eichen, Fichten und Buchen standen, stehen auch heute noch Eichen, Fichten und Buchen. Samenflug hat nur wenig daran geändert. Ein neuer Gedanke beschäftigte Ossegg: Wenn die Märchenillustration so offensichtlich nach einer Naturstudie entstanden war, und zwar 1818, also zu Lebzeiten der Grimms, dann konnte das bedeuten, daß der Weg von Hänsel und Gretel eine Realität war, der Weg, von dem es im Märchen heißt: "Danach machten sie sich alle zusammen auf den Weg nach dem Wald." Es fehlte nur der Beweis. Aber da war ja die Gegenlichttheorie. Das Kätzchen auf dem Schornstein. Wenn sie stimmte, mußte das Elternhaus am östlichen Ende des Weges zu suchen sein. Übrigens gibt es nur sehr wenige glaubwürdige Abbildungen des Elternhauses. Stets hat das Lebkuchenhaus auf die Zeichner eine größere Faszination ausgeübt, so daß das Elternhaus ins Hintertreffen geriet. Am nächsten Morgen tat Ossegg den ersten Schritt nach Osten. Würde dieser 11. Mai 1962 in die Geschichte der Archäologie eingehen? Um es gleich zu sagen: Es gab einen eindeutigen Beweis und eine große Enttäuschung. Der Weg endete auf freiem Felde. Das Elternhaus steht nicht mehr. Dort, wo es gestanden haben muß, verläuft die neuangelegte Autobahn Frankfurt - Würzburg. Das Gebäude, dessen Vergangenheit niemand kannte, fiel ebenso dem Verkehr zum Opfer wie vorher das bekanntere, wenn auch nicht authentische Wirtshaus im Spessart, das wenige Kilometer östlich davon stand. Aufzeichnungen der Bahnmeisterei Rohrbrunn bestätigten diese Vermutung. Der letzte Besitzer, Georg Scheidthauer, hatte mit der Bundesautobahnverwaltung einen Prozeß geführt, in dem er kraft Gesetzes unterlegen war. Als Entschädigung für "ein Fachwerkhaus mit Scheune sowie einen Garten mit 18 Obstbäumen" hatte er 18760 DM bekommen. Georg Ossegg war an den geographischen Ausgangspunkt der Geschichte von Hänsel und Gretel gelangt. "Nachdem sich die Gegenlichttheorie bereits in einem Punkt als richtig erwiesen hatte, brauchte ich eigentlich nur noch geradeaus so lange nach Westen zu gehen, bis ich auf den Rastplatz im Walde stoßen würde." Gemeint war der Platz, an dem die Eltern zum erstenmal ihre Kinder ausgesetzt hatten. Der Text lautet: "Als sie mitten in den Wald gekommen waren, sprach der Vater: 'Nun sammelt Holz, ihr Kinder, ich will ein Feuer anmachen, damit ihr nicht friert.' Hänsel und Gretel trugen Reisig zusammen, einen kleinen Berg hoch. Das Reisig ward angezündet, und als die Flamme recht hoch brannte, sagte die Frau: 'Nun legt euch ans Feuer, Kinder, und ruht euch aus, wir gehen in den Wald und hauen Holz. Wenn wir fertig sind, kommen wir wieder und holen euch ab.'" Nun erhob sich die Frage, in welcher Entfernung vom Elternhaus der Rastplatz zu suchen sei. Im Text heißt es: " ... wir wollen ... die Kinder hinaus in den Wald führen, wo er am dicksten ist: da machen wir ihnen ein Feuer an ... !" Das ist natürlich barer Unsinn. Kein Holzhacker würde eine Feuerstelle im Walde anlegen, "wo er am dicksten ist". So etwas konnte nur einem Göttinger Professor einfallen. Ossegg spottet: "Jeder Pfadfinder weiß, daß ein Feuer nicht näher als 80 Meter vom nächsten Waldrand angelegt werden darf, gegen den Wind gesehen. Ich brauchte also nur die nächste große Lichtung suchen."