2.2

Meine Zeit mit Eleanor

von Amy Bloom

Format:Hardcover

Washington, 1932: In der heißen Phase des Präsidentschaftswahlkampfes reist die junge, erfolgreiche Reporterin Lorena Hickock in die Hauptstadt, um in einer Kolumne Einblicke in das Leben von Franklin D. Roosevelt und seiner Frau Eleanor zu liefern. Nur wenige Wochen nach dem neuen Präsidentenpaar zieht „Hick“ ebenfalls ins Weiße Haus ein – und wird zur Geliebten der First Lady.Sie lieben, fördern und fordern einander gleichermaßen: die geistreiche Hick, die sich mit viel Biss aus armen Verhältnissen hochgearbeitet hat, und die idealistische, warmherzige Eleanor, die mit ihrem Kampf für die Menschen- und Arbeiterrechte, für Pressefreiheit und Gleichberechtigung in die Geschichte eingehen soll und deren diplomatischer Einfluss weit über den Tod ihres Mannes hinaus reicht. Was sie verbindet, ist ihr Glaube an die Sache und an ihre weibliche Stärke. Nach außen hin ein wohlgehütetes Geheimnis, ist die wahre Natur der Freundschaft zwischen den beiden außergewöhnlichen Frauen in vertrauten Kreisen schnell bekannt – und wird von politischen Affären und Pflichten immer wieder auf die Probe gestellt.Ein fesselnder Roman von Leidenschaft und Mut, voll schlagfertiger Raffinesse und Zeitatmosphäre.

Biografien & Memoiren
288 SeitenHardcover
Erschienen an: 2019-04-01

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Aktuelle Rezensionen(3)

2.2(5 ratings)
ManuRezension von Manu

"Meine Zeit mit Eleanor" von Amy Bloom spielt in der Zeit um 1939. Dies ist die Zeit des Wahlkampfes von Roosevelt und seiner Frau Eleanor. Die Reporterin Lorena Hickok reist zum weißen Haus, um den Wahlkampf zu verfolgen. Sie wird über kurz oder lang die Geliebte von Eleanor. Das Cover und der Klappentext haben mich neugierig gemacht auf den Inhalt. Leider hat dieser nicht wirklich meinen Erwartungen entsprochen. Als Leser erfährt man lediglich sehr viel über die Beziehung der zwei Frauen. Viele Zeitsprünge machten es für mich sehr schwierig, mich zurecht zu finden. Der Schreibstil war eher einfach und langweilte mich. Der Roman war mir persönlich zu langatmig und beschrieb zu viel und ausführlich einfach die Beziehung und den Umgang der beiden Frauen miteinander und weniger das geschichtliche Geschehen aus dieser Zeit. Von mir gibt es dafür zwei Sterne.

Mrs MoriartyRezension von Mrs Moriarty

Ich gebe zu, ich habe mir einfach etwas ganz andres vorgestellt. Mir persönlich war der Roman an einigen Stellen zu schwülstig. Das Ganze wird aus dem Blickwinkel von Lorena Hickok erzählt, weshalb alles was über Eleanor Roosevelt erzählt wird, nur aus ihrem Blickwinkel geschrieben ist. Unter der Prämisse das sie tatsächlich eine Liebesbeziehung hatten. Anscheinend ist das nicht so eindeutig klärbar, da die überlieferten Briefe da mehrere unterschiedliche Deutungen zulassen. Meine Vermutung ist, die Autorin hat sich sehr stark auf diese Briefe gestützt, aber leider gibt sie über ihre Quellen keinerlei Auskunft, sondern bleibt in ihrem kurzen Nachwort sehr allgemein. Allerdings finde ich es schön, dieser Beziehung überhaupt einen Blickwinkel zu geben. Zumal eine Liebesbeziehung eben nicht ausgeschlossen werden kann. Ich selbst konnte einfach keine Verbindung zu den Figuren aufbauen. Einerseits war es sehr schwülstig geschrieben. Dann wieder sehr distanziert. Eine merkwürdige Mischung. Schade, die beiden sehr interessanten Frauen Eleanor Roosevelt und Loreena Hickok haben mich aber trotzdem neugierig gemacht. Zumal ich über die enge Bindung zwischen den beiden auch nichts wusste. (Es scheint wohl recht bekannt zu sein, ich vermute mal vor allem in Amerika, da Eleanor Roosevelt ja auch dort die First Lady war und maßgeblichen Einfluss auf die Gesellschaft hatte.) Ich würde daher auch nicht sagen das es ein schlechtes Buch war. Ich stehe dem ganzen eher neutral gegenüber. Es war einfach „Not my coup of Tea“

IraRezension von Ira

Rezension hier: <a href="https://licentpoeticae.wordpress.com/2019/07/22/amy-bloom-meine-zeit-mit-eleanor/">Meine Zeit mit Eleanor auf Licentia Poeticae</a> <i>Sie setzte sich wieder aufs Bett und nahm meine Hand, hielt den Blick nach vorn gerichtet. „Aber du siehst mich. Du siehst mich ganz, und ich glaube nicht, dass dir alles gefällt, was du siehst. Ich wünsche es mir, aber ich bezweifle es. Du siehst mich. Die ganze Person. Nicht nur dein Spiegelbild in meinen Augen. Nicht nur den Menschen, der dich liebt. Sondern mich.“</i> Als die Journalistin Lorena Hickok das erste Mal auf Eleanor Roosevelt trifft, ist deren Mann Franklin gerade auf dem Weg Präsident der Vereinigten Staaten zu werden. Hicks Aufgabe: für ihre Zeitung über die First Lady berichten, über die netten wie auch über die pikanten Details ihres Lebens und Alltags. Doch Hick ist so fasziniert von Eleanor, dass sie nicht nur den Interessenkonflikt mit ihrer Arbeit zugunsten der First Lady entscheidet, sondern schon bald auch als ihre Geliebte mit ins Weiße Haus einzieht. Was wie ein kleines Märchen klingt ist aber alles andere als das. Heimlichkeit, Eleanors voller Terminkalender, ihre Kinder… die Liste der Steine, die ihnen in den Weg gelegt werden, ist endlos. Und doch bleibt diese Verbindung zwischen Eleanor und Lorena bis zum Schluss etwas ganz Besonderes… Eleanor ist schon lange mit Franklin verheiratet. Sie haben sechs gemeinsame Kinder und in gewisser Weise respektieren sie einander auch. Doch ihre Ehe ist, sollte sie das je gewesen sein, nicht mehr von Liebe geprägt. Tatsächlich hatte Franklin so viele Affären, dass Eleanor ihm die Scheidung angeboten hat, aber das hätte seiner politischen Karriere mehr geschadet als genutzt. Also bleibt sie an seiner Seite, wird First Lady und nutzt ihre Position, um Gutes zu tun. Diese Hingabe an die Dinge, die sie tut, und an die Menschen, mit denen sie zu tun hat, mögen sie aus noch so unglücklichen Verhältnissen stammen, ist das erste, das Lorena an dieser Frau fasziniert. Aus einem Interview über die Frau des künftigen Präsidenten wird für beide so viel mehr. Lorena wechselt sogar die Seiten, quittiert ihren Job und schließt sich dem Haushalt der Roosevelts im Weißen Haus an. Was sich zwischen Eleanor und ihr entspinnt muss natürlich geheim bleiben, was für beide Frauen nicht ganz einfach ist. Und doch halten sie ein Leben lang zueinander, ob als Geliebte oder nur als Freundinnen. Amy Bloom erzählt die Geschichte dieser großen Liebe, die es vielleicht so gegeben hat, vielleicht aber auch nicht, recht schnörkellos, was vielleicht auch dem überschaubaren Umfang geschuldet ist. Sie führt zwei Gegensätze zusammen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Eleanor ist die großzügige, herzensgute, wohlerzogene und selbstlose Frau an der Seite von Franklin D. Roosevelt, eine Tochter aus gutem Hause, der schon immer ein gutes Leben zugedacht war. Lorena dagegen ist rau und kantig, abweisend und musste sich von ganz unten hoch kämpfen um dort zu landen, wo sie jetzt ist. Für beide ist es keine Teenager-Romanze, kein jugendlich-überschwängliches Experimentieren. Sie sind beide mittleren Alters, als ihre Beziehung beginnt, was dieses Band zwischen ihnen für mich zu einem noch besondereren gemacht hat. Seit ich von diesem Buch gehört habe, wollte ich es unbedingt lesen. Besonders, nachdem ich gelesen hatte, dass Historiker tatsächlich vermuten, dass es zwischen der historischen Eleanor Roosevelt und der Journalistin Lorena Hickok eine Liebesbeziehung gegeben haben soll. Möglicherweise bin ich dabei Opfer meiner eigenen Erwartungen geworden, denn letztlich hat mir das Buch zwar gut gefallen, aber irgendwie hatte ich mehr erwartet. Vor allen Dingen mehr Gefühl beim Lesen. Die Geschichte von Eleanor und Lorena ist eine besondere, keine Frage. Amy Bloom verzichtet auf Kitsch, was ich grundsätzlich sehr befürworte, aber so 100%ig habe ich die Verbindung zwischen den beiden nicht fühlen können. Daher gibt es von mir solide drei Punkte für „Meine Zeit mit Eleanor“.

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