Empfehlungen basierend auf "Mein Name sei Gantenbein"

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von Italo Calvino

Marco Polo berichtet von unerhörten, rätselhaften, von unsichtbaren Städten, in denen sich unendlich viele Wünsche und Ängste verkörpern: von Perinthia, das exakt nach den Berechnungen der Astronomen erbaut wurde, und heute einem Moloch gleicht; von Armilla, der angeblich verlassenen Stadt, die aber doch noch voller junger schöner Frauen ist. Mit ihrer phantastischen Atmosphäre, mit ihren kunstvoll arrangierten Labyrinthen, mit ihren unendlichen Variationsmöglichkeiten zählen "Die unsichtbaren Städte" zu Italo Calvinos größten Werken.

von Milan Kundera

Ein systemkritischer Kunstdozent wird von einem Mann belästigt, der erst von ihm verlangt, seine Arbeit zu rezensieren, und dann seiner Frau nachstellt. Martin ist glücklich verheiratet und jagt dennoch immer irgendeiner Frau hinterher. Eine Witwe besucht das Grab ihres Mannes und trifft einen alten Verflossenen wieder. Eduard ist Atheist und tut alles, um die keusche Christin Alice zu verführen. Die in Prag entstandenen Erzählungen handeln von den tragischen, skurrilen und absurden Irrungen und Wirrungen der Liebe – urkomisch und voller Lebensklugheit.

von Siegfried Lenz

Hamburger Ausgabe der Werke. Eine lesefreundliche Studienausgabe, alle Texte durchgesehen und mit den Originaltyposkripten und Erstdrucken verglichen. Jeder Band erhält einen ausführlichen Kommentar zur Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte.Siegfried Lenz’ berühmtester Roman, sein Opus magnum über Siggi Jepsen, Insasse einer Anstalt für schwererziehbare Jugendliche, seinen Aufsatz über die »Freuden der Pflicht« und seine Abrechnung mit dem Vater, dem Dorfpolizisten und dessen unrühmlicher Rolle in Nazideutschland gegenüber seinem Malerfreund Nansen. 1968 erschienen, ist die »Deutschstunde«, in mehr als 20 Sprachen übersetzt und über 2,2 Millionen Mal verkauft, ein Meilenstein der deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts.

von Elias Canetti

Marrakesch - die geheimnisvolle Stadt! Elias Canetti fährt mit Freunden, die dort einen Film drehen, nach Marrakesch. Rasch nimmt ihn der Zauber des Orients gefangen. Er streift durch die Stadt, besucht die Händler der Suks, den Kamelmarkt und beobachtet die Schreiber und Erzähler. Der berühmt gewordene Reisebericht ist das aufschlussreichste Buch über die marokkanische Stadt und das orientalische Leben - und wird begleitet von Photographien aus dieser fremden Welt.

von Giuseppe Tomasi di Lampedusa

»Wie Tomasi die Sprachregister wechselt, über welchen Anspielungsreichtum er verfügt und zu welch mitunter kühnen Metaphern er greift, das alles lässt sich in der neuen Übersetzung nun nachvollziehen und gibt Tomasis ›Leopard‹ eine erstaunliche Frische und Brillanz.«

von Ursula Krechel

Was muss einer fürchten, was darf einer hoffen, der 1947 aus dem Exil nach Deutschland zurückkehrtRichard Kornitzer ist Richter von Beruf und ein Charakter von Kohlhaas’schen Dimensionen. Die Nazizeit mit ihren absurden und tödlichen Regeln zieht sich als Riss durch sein Leben. Danach ist nichts mehr wie vorher, die kleine Familie zwischen dem Bodensee, Mainz und England versprengt, und die Heimat beinahe fremder als das in magisches Licht getauchte Exil in Havanna. Die deutsche Nachkriegszeit, die zwischen Depression und Aufbruch schwankt, ist der Hintergrund der fast parabelhaft tragischen Geschichte von einem, der nicht mehr ankommt. Mit sprachlicher Behutsamkeit und einer insistierenden Zuneigung lässt Landgericht den Figuren späte Gerechtigkeit widerfahren. Ein Roman über eine deutsche Familie, der zugleich mit großer Wucht von den Gründungsjahren einer Republik erzählt.Ausgezeichnet mit dem Deutschen Buchpreis 2012

von Thomas Mann

Thomas Mann, 1875–1955, zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Mit ihm erreichte der moderne deutsche Roman den Anschluss an die Weltliteratur. Manns vielschichtiges Werk hat eine weltweit kaum zu übertreffende positive Resonanz gefunden. Ab 1933 lebte er im Exil, zuerst in der Schweiz, dann in den USA. Erst 1952 kehrte Mann nach Europa zurück, wo er 1955 in Zürich verstarb. Ruprecht Wimmer ist Professor für Neuere deutsche Literatur und war langjähriger Präsident der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Einen wissenschaftlichen Schwerpunkt bildete das Leben und Werk von Thomas Mann. Er ist Mitherausgeber der »Großen kommentierten Frankfurter Ausgabe« der Werke Thomas Manns.

von Hermann Hesse

Mit seinem Roman 'Das Glasperlenspiel', an dem der in der Schweiz lebende Hermann Hesse von 1931-1943 arbeitete, zog er die Summe seines Werkes und Denkens. Die immer grössere Verfinsterung der Epoche in diesen Jahren zwang ihn, seinen Gegenentwurf in immer neuen Anläufen zu präzisieren. Hesse wollte, dass das Buch auch in Deutschland erscheinen und seine Wirkung entfalten könnte, und übersetzte den Lebensroman des Josef Knecht in ein utopisches Gleichnis, das scheinbar zeitlos seine Zeit entlarvte.

von Monika Maron

„Muss der Handelnde schuldig werden, immer und immer wieder? Die DDR, Mitte der achtziger Jahre: Nachdem die 42-jährige Historikerin Rosalind Pokowski beschlossen hat, ihre intellektuellen Fähigkeiten nur noch für die eigenen Interessen und nicht mehr im beruflichen Kontext zu benutzen, kommt ihr Herbert Beerenbaum gerade recht: Der ehemalige einflussreiche Funktionär bietet ihr an, seine gelähmte rechte Hand zu ersetzen und seine Memoiren aufzuschreiben. Wenngleich sich Rosalind fest vornimmt für diese Arbeit nur ihre Hand, nicht aber ihren Kopf einzusetzen, wird sie unentrinnbar in Beerenbaums Leben hineingezogen – und bekommt eine Ahnung von den eigenen Abgründen und davon, wie Menschen zu Tätern werden.

von Andrzej Szczypiorski

Ein Roman voller Poesie und leisen Humors und gleichzeitig ein soziopolitisches Buch, an dem auch Leser von Kriminalromanen Gefallen finden.