Empfehlungen basierend auf "Lucky Luke 75"
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von Franz Kafka
Franz Kafka: 100. Todestag am 3. Juni 2024
von Isaak Babel
Erschütternde Kindheitsbilder, herrliche Gaunergeschichten und schonungslose Kriegsbeschreibungen, Schilderungen vom Erwachen der Liebe und dem Entdecken der Künste – Isaak Babel, der von Maxim Gorki entdeckt wurde, hat mit Klassikern wie "Die Reiterarmee" und "Geschichten aus Odessa" Weltliteratur geschaffen. Nun liegt das gesamte Erzählwerk des großen literarischen Stilisten aus Russland in einheitlicher Übersetzung vor. Babel hat wie kein anderer den Jahrzehnten vor und nach der russischen Revolution eine unverwechselbare Stimme gegeben, journalistisch präzise und zugleich mit lyrischem Wortreichtum.
von E.M. Remarque
Erich Maria Remarque, 1898 in Osnabrück geboren, besuchte das katholische Lehrerseminar. 1916 als Soldat eingezogen, wurde er nach dem Krieg zunächst Aushilfslehrer, später Gelegenheitsarbeiter, schließlich Redakteur in Hannover und Berlin. 1932 verließ Remarque Deutschland und lebte zunächst im Tessin/Schweiz. Seine Bücher »Im Westen nichts Neues« und »Der Weg zurück« wurden 1933 von den Nazis verbrannt, er selber wurde 1938 ausgebürgert. Ab 1939 lebte Remarque in den USA und erlangte 1947 die amerikanische Staatsbürgerschaft. 1970 starb er in seiner Wahlheimat Tessin.
von Peter-Andr+â-¬ Alt
Eberhard Falcke, der Peter André Alts Kafka-Biografie den Hörern des Norddeutschen Rundfunks in den höchsten Tönen zur Lektüre empfahl, hat völlig Recht: Dieses Buch "hat das Zeug zum Standardwerk."-- Ein Standardwerk, das mit dem Leben dieses (nicht nur literarischen) Sonderlings sehr eindrücklich auch die Gestimmtheit des späten 19. und frühen 20. Jahrhundert porträtiert. Neue Einsichten in das Werk und dessen Verfassers Innenleben gewährt Alt mit einer ganzen Reihe von in den Fluss seiner glänzend geschriebenen Lebenserzählung eingefügten Werkinterpretationen, die den geistigen und psychischen Kontext souverän zur Darstellung bringen. Im Spiegel von äußerem wie innerem Leben und dem mit diesem mehr als bei irgendwem sonst innig verschränkten Werk werden die kulturellen und geistigen Strömungen sowie die politische Zeitläufte in der Perspektive des Ausnahmeliteraten sichtbar gemacht. Dessen Blick auf die geschichtlichen Ereignisse freilich ist ein merkwürdig distanzierter: "Die gravierenden Zäsuren, die Europa am Beginn des 20. Jahrhunderts bestimmen, spielen für Kafkas Leben scheinbar keine Rolle", finden aber immerhin hier und da als "literarisches Ereignis" Verwendung, wie etwa die russische Revolution 1905 für Das Urteil. Seine eigentliche Inspiration jedoch schöpfte Kafka -- man möchte sagen: zum Glück -- "nur in Bruchteilen aus den Zonen der externen Realität".Nach seiner völlig zu Recht hoch gelobten zweibändigen Schiller-Biografie ist Peter-André Alt abermals ein großer Wurf gelungen! --Andreas Vierecke
von Wolfgang Amadeus Mozart
Mozarts Briefe sind Berichte oder Botschaften, meist beides nebeneinander oder durcheinander und fast immer von mitreißender Eloquenz, selbst später, wenn als drittes Thema die Bitte um Geld dazukommt. Sie bezeugen die stetig zunehmende Leichtigkeit in der Artikulation einer phänomenalen geistigen Beweglichkeit. Die Beherrschung der Mittel, die Mozart zum größten Musiker machte, kam ihm beim Briefeschreiben zugute: Er verfügte über ein gewaltiges synthetisch-emotionales Register, hinter dem er sich selbst verbergen konnte, und er hat es ohne jede Heuchelei angewandt. Die Selbstdokumentation in seinen Briefen ist bis zu allerletzt niemals eine bewußte Wiedergabe seines Seelenzustandes; sie ist, im Gegenteil, als Mitteilsamkeit sich tarnende Diskretion. Und so haben wir in ihr das bis zur Erschütterung eindringliche Zeugnis einer Selbstbeherrschung, wie man sie bei den ›Großen‹ selten findet. Scheinbar paradox dazu manifestiert sich in geradezu schwelgerischer Ungezwungenheit Mozarts Reichtum an Stilmethoden, naturgemäß in jenen Briefen, die von stofflicher Bürde unbelastet sind. Dazu gehören die Briefe an die Schwester von den drei Italienreisen mit dem Vater zwischen 1770 und 1773; vor allem aber sind es Briefe an seine Cousine, ›das Bäsle‹. In diesen Briefen läßt er seiner Lust an verbaler Ausschweifung ungezügelten Lauf. Er läßt wahre Maskenzüge vorüberziehen, zaubert theatralische Effekte herbei, persifiliert Tagesgeschehen und bedient sich erotischer Anzüglichkeiten. Der vorliegende Band bietet eine Auswahl an Briefen, deren Textbestand für die Neuausgabe revidiert und um wichtige Briefe erweitert wurde. Sie konzentriert sich auf drei Perioden von Mozarts Leben, die Aufenthalte in Mannheim und Paris 1777-1779, die ersten Jahre als freier Künstler in Wien 1781-1782 und auf die Jahre der Vereinsamung 1789-1791.
von Markus Spieker
Dos-to-jew-ski! Zum 200. Geburtstag erscheint das große Buch zum großen Schriftsteller. Als Würdigung. Und als Wachmacher. Denn Dostojewski rüttelt auf, durch seine Werke genauso wie durch den faszinierenden Werdegang: vom Sohn eines Armenarztes, Literatur-Wunderkind, Revolutionär und Zwangsarbeiter in Sibirien – zum Medienunternehmer, Blogger (tatsächlich!) und schließlich gefeierten Nationaldichter. Ganz zu schweigen von seiner Zockerei, seinen Liebesverrücktheiten und vielen Krankheiten. Ist Dostojewski von gestern? Von wegen! Seine Tiefe und Schärfe lässt viele heutige Autoren flach und brav aussehen. Hochaktuell sind seine Warnungen vor einem Hyper-Individualismus und den Folgen der Abkehr von Gott. Höchste Zeit, ihn ganz frisch zu entdecken: als Erzähler, Seelenforscher, Weisheitslehrer. Auf der Grundlage der neuesten Dostojewski-Forschung werden seine Lebensstationen vorgestellt. Dabei kommt er auch ausführlich selbst zu Wort: in einem «Best of» seiner Bücher, Zeitschriften, Briefe und Notizen. Dieser einzigartige Mix aus Biografie und Anthologie steht unter dem Motto, das Dostojewski sich als 17-Jähriger gegeben hatte: «Der Mensch ist ein Geheimnis. Man muss es enträtseln.»
von Georgi Gospodinov
»›Der Gärtner und der Tod‹ erzählt mit großer Zartheit und Demut von Krankheit und Tod seines Vaters.«
von undefined Liao Yiwu
Liao Yiwu, geboren 1958 in der Provinz Sichuan, wuchs als Kind in großer Armut auf. 1989 verfasste er das Gedicht »Massaker«, wofür er vier Jahre inhaftiert und schwer misshandelt wurde. 2007 wurde Liao Yiwu vom Unabhängigen Chinesischen PEN-Zentrum mit dem Preis »Freiheit zum Schreiben« ausgezeichnet, dessen Verleihung in letzter Minute verhindert wurde. 2009 erschien sein Buch »Fräulein Hallo und der Bauernkaiser«. 2011, als »Für ein Lied und hundert Lieder« in Deutschland erschien, gelang es Liao Yiwu, China zu verlassen. Seit seiner Ausreise nach Deutschland erschienen die Titel »Die Kugel und das Opium« (2012), »Die Dongdong-Tänzerin und der Sichuan-Koch« (2013), »Gott ist rot« (2014), »Drei wertlose Vita und ein toter Reisepass« (2018), »Herr Wang, der Mann, der vor den Panzern stand« (2019) sowie der Roman »Die Wiedergeburt der Ameisen« (2016). Zuletzt erschien 2022 sein Dokumentarroman »Wuhan«. Für sein Werk wurde er mit dem Geschwister-Scholl-Preis und dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Liao Yiwu lebt in Berlin.
von Hans Bankl
Geboren 1940 in St. Pölten; gestorben 2004 in Wien. Hans Bankl habilitierte 1972, 31-jährig, zum damals jüngsten Dozenten Österreichs. Ab 1977 war er Vorstand des Pathologischen Institutes eines großen Krankenhauses. Neben mehr als 120 wissenschaftlichen Publikationen schrieb er auch zahlreiche populäre Bestseller.
von Lion Feuchtwanger
Lion Feuchtwanger, 1884-1958, war Romancier und Weltbürger. Seine Romane erreichten Millionenauflagen und sind in über 20 Sprachen erschienen. Als Lion Feuchtwanger mit 74 Jahren starb, galt er als einer der bedeutendsten Schriftsteller deutscher Sprache. Die Lebensstationen von München über Berlin, seine ausgedehnten Reisen bis nach Afrika, das Exil im französischen Sanary-sur-Mer und im kalifornischen Pacific Palisades haben den Schriftsteller, dessen unermüdliche Schaffenskraft selbst von seinem Nachbarn in Kalifornien, Thomas Mann, bestaunt wurde, zu einem ungewöhnlich breiten Wissen und kulturhistorischen Verständnis geführt. 15 Romane sowie Theaterstücke, Kurzgeschichten, Berichte, Skizzen, Kritiken und Rezensionen hatten den Freund und Mitarbeiter Bertold Brechts zum "Meister des historischen und des Zeitromans" (Wilhelm von Sternburg) reifen lassen. Mit seiner "Wartesaal-Trilogie" erwies sich der aufklärerische Humanist als hellsichtiger Chronist Nazi-Deutschlands.