Nature Writing mit Tiefgang Mit Fotos der Expedition und grandiosen farbigen Originalzeichnungen Ausgezeichnet mit dem National Book Foundation’s Science and Literature Award 2024
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Leuchten am Meeresgrund
von Brad Fox, Susanne Schmidt-Wussow
Nature Writing mit Tiefgang Mit Fotos der Expedition und grandiosen farbigen Originalzeichnungen Ausgezeichnet mit dem National Book Foundation’s Science and Literature Award 2024
Aktuelle Rezensionen(2)
Eine faszinierende Reise durch die Tiefsee 🐠🌊 In „Leuchten am Meeresgrund“ führt uns Brad Fox durch die tiefen des Meeres zur ersten bemannten Tiefsee-Expedition in den 1930er-Jahren, deren Protagonist*innen Gloria Hollister, Otis Barton und William Beebe waren. In einer spannenden Mischung aus literarischer Erzählung und Sachbuch nimmt er uns bis auf den Meeresgrund hinab. Das Buch basiert dabei auf echten Logbuch- und Tagebucheinträgen der Protagonist*innen und wird durch zahlreiche Zeichnungen, Fotos und den echten Logbucheinträge untermalt. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich persönlich bin ein Mensch, der großen Respekt vor dem Meer hat. Es ist keine wirkliche Angst, aber klar ist nun mal, dass das Meer mehr verbirgt, als wir uns wahrscheinlich vorstellen können. Insofern war es für mich sehr spannend zusammen mit Barton und Beebe in die Bathysphäre zu steigen und ein bisschen dieses Gefühls mitzunehmen, wie es wäre bis auf über 900 Meter in die Tiefe der Meere zu sinken und das zu sehen, was nur so wenige Menschen erleben konnten. Ich finde Fox schafft es in sehr leichter Manier eine spannende Geschichte zu bauen, die zum weiterlesen anregt. Die Kapitel des Buches sind meist recht kurz gehalten und lesen sich häufig wie Romanseiten. Immer wieder wird historisches Hintergrundwissen eingestreut, sodass man in der Handlung nicht hängenbleibt. Toll fand ich, dass man die Figuren nicht nur im Rahmen dieser Expedition kennenlernt, sondern viel über deren Werdegang ausgeführt wird, ganz ohne dass es langweilig wirkt. Ich persönlich liebe Bilder und Listen. Von daher habe ich mich natürlich auch sehr über die vielen Fotos, Zeichnungen von Meeresbewohnern und Logbuch-Einträge gefreut. Mir hat das Buch wirklich gut gefallen. Mal ganz was anderes als ich sonst lese. Wenn man dann noch mehr zum Thema erfahren möchte, findet sich hinten außerdem eine ausführliche Literaturangabe. Super!
Leider empfand ich das Buch als sehr "ausstaffiert". Es gab viele Kapitel die nichts mit den Tiefsee-Expeditionen zu tun hatten und eher wie Platzfüller wirkten. Einige davon fand ich auch recht interessant, vor allem die Passage über Dr. James Barry. Allerdings traf das nicht auf die Mehrheit zu und dadurch fand ich einige Stellen sehr langatmig. Mein größter Kritikpunkt geht aber an die Strukturierung des Buches. Ich als Laie fand es sehr schwer die Bilder (die auch jeweils auf 10 Seiten in Farbe gedruckt wurden und so gebunden waren, dass sie an willkürlichen Stellen auftauchten - dann doch lieber Schwarz Weiß aber dafür an der richtigen Stelle!) zu den jeweiligen Textstellen zuzuordnen. Lateinische Fischbezeichnungen zu merken und dann das richtige Bild (falls es überhaupt eins gab) zu finden, war nun nicht meine Stärke und auch nicht zielführend. Das nahm mir eher den Spaß am Lesen und ich machte mir nicht die Mühe die teils detaillierten Beschreibungen der Lebewesen bildlich vorzustellen... Zudem gab es nur EINE (!) gekennzeichnete Stelle im ganzen Buch zu dem das dazugehörige Bild erklärt wurde. Dass einige Bilder gar keine Beschreibung hatten und nur als Kapiteleinführung dienten fand ich auch sehr unnötig... Aber auch die Struktur der Texte war verwirrend. Es gab Zeitsprünge oder Einsetzungen von anderen Geschichten, was bei mir dazu führte dass ich irgendwann nicht mehr wusste wann was überhaupt geschah (selbst wenn die Jahreszahl gegeben war). Manchmal fiel es mir auch schwer reale Fakten vom Geschreibsel und Wunschdenken der Wissenschaftler zu unterschieden, weil das an manchen Stellen nicht so klar gekennzeichnet war. Und dennoch hat mich dieses Buch ein ganzes Stück schlauer gemacht und war an den überwiegenden Stellen sehr erleuchtend. Es war ein wirklich interessantes Werk, auch wenn es einem sehr schwer fällt sich das vorzustellen, was Beebe damals gesichtet und beschrieben hatte. Wer sich für die Meereserforschung und damalige Technologien interessiert und über die mangelnde Struktur hinweg sehen kann, dem kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen!