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Lebensursache: Tod

von Matt Morgan, Ursula Held

Format:Softcover
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Ein Leben nach dem (klinischen) TodWas ist wirklich wichtig im Leben? Wenn wir Dr. Matt Morgan fragen, finden wir die besten Antworten nicht bei Influencern oder Life-Coaches. Für sein neues Buch hat der Intensivmediziner mit Menschen gesprochen, die ihren eigenen Herzstillstand überlebt haben und schließlich vor der Frage standen, welchen Sinn sie diesem so wunderbaren wie fragilen Geschenk namens Leben verleihen möchten. Wir lernen eine junge Frau kennen, die ihr Herz in einem Glas betrachten kann, treffen einen Fischer, der mit den Fischen schlief, und einen Apotheker, dem keine Medikamente mehr helfen konnten. Ihnen allen gemein: Ihre außergewöhnliche Erfahrung hat ihr Leben von Grund auf verändert, um nicht zu sagen, bereichert.Elf so berührende wie inspirierende Fälle und Lektionen von der Intensivstation, die vor allem eines sind: Ein Grundkurs in gutem Leben für alle Sinnsucher. Inspirierende Überlebensgeschichten aus der IntensivstationTiefgründige Reflexionen über das Leben und was wirklich zähltFür Leser*innen von Mark Benecke, Hadley Vlahos oder Arnold van de Laar

Selbsthilfe, Gesundheit & Lifestyle
272 SeitenSoftcover
Erschienen an: April 29, 2026

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BuchsuchtRezension von Buchsucht

Wenn ein Intensivmediziner nach dem Sinn fragt Was können wir von Menschen lernen, die eine zweite Chance bekommen haben? Nicht von Influencer:innen oder Life-Coaches, sondern von echten Überlebenden, die dem Tod von der Schaufel gesprungen sind? Dr. Matt Morgan, walisischer Intensivmediziner mit Herz und Verstand, geht dieser Frage in „Lebensursache: Tod“ nach. Herausgekommen ist ein bewegendes Sachbuch mit tiefer philosophischer Dimension, das mich nachhaltig beschäftigt hat. Morgan spricht mit Cardiac Arrest Survivors, mit Menschen also, die einen Herzstillstand überlebt haben. Eine junge Frau, die ihr eigenes Herz nach einer Transplantation in einem Glas betrachten kann. Ein Fischer, der fast ertrunken ist und wiederbelebt wurde. Ein Apotheker, dem keine Medikamente mehr halfen und der auf mysteriöse Weise überlebte. Jede Geschichte ist einzigartig, doch alle Menschen teilen einen Punkt, an dem alles hätte enden können. Morgan verbindet diese Fallgeschichten mit medizinischem Fachwissen, philosophischer Reflexion und persönlicher Erfahrung als Arzt und stellt uns die grundlegende Frage, die wir uns viel zu selten stellen: Was ist wirklich wichtig? Der Hauptreiz des Buches ist für mich genau diese Sinn-Frage. In einer Welt voller Ablenkungen, Konsum und ständiger Selbstoptimierung tut es unglaublich gut, sich diese Frage von jemandem stellen zu lassen, der täglich mit dem Tod arbeitet. Morgan rüttelt wach, aber ohne erhobenen Zeigefinger und ohne spirituelle Belehrung. Wenn ein Mann, der drei Minuten klinisch tot war, sagt, er schaue seither ganz anders auf seine Familie, geht das tief. Und weil dieser Ton von einem echten Kliniker kommt und nicht von einem Coach, hat er echtes Gewicht. Morgan gehört zu den besten aktuellen Vertretern des Medical-Memoir-Genres. Als Facharzt für Intensivmedizin an der Cardiff University, Honorarprofessor in Australien und Autor im British Medical Journal bringt er die fachliche Basis mit. Sprachlich schreibt er zugänglich, warm und mit Humor. Für Fans von Atul Gawande, Paul Kalanithi oder Henry Marsh ist er eine wirklich lohnende Entdeckung. Besonders gut gelingt ihm die Übersetzung komplexer medizinischer Sachverhalte in allgemein verständliche Sprache. Man versteht als Laie plötzlich, was bei einer Reanimation im Körper passiert, ohne sich überfordert zu fühlen. Auch die intensivmedizinische Realität mit ihren ethischen Grenzfragen wird nachvollziehbar. Was mir besonders gefällt, ist Morgans Erzählethik. Er stellt die Menschen in den Mittelpunkt, nicht die Diagnosen. Die medizinischen Fakten bilden den Rahmen, aber die Patient:innen behalten Würde und Individualität. Ähnlich klug ist die philosophische Ebene austariert: keine Esoterik, keine platte Spiritualität, aber Offenheit für die existenzielle Dimension. Ob religiös, agnostisch oder atheistisch, alle finden hier einen respektvollen Gesprächspartner. Ein Stern Abzug, und den möchte ich ehrlich benennen: Der Titel verspricht „Was wir von Menschen lernen können, die eine zweite Chance bekommen haben“. Diese Prämisse ist stark, und ich hatte gehofft, dass die individuellen Geschichten der Überlebenden nach ihrem Schicksalsschlag stärker im Mittelpunkt stehen. Was hat sich in ihrem Leben verändert? Wie haben sie ihre Prioritäten neu geordnet? Wie sehen ihre Beziehungen heute aus? Genau diese konkreten Transformations-Wege bleiben mir zu vage. Morgan verharrt oft im Modus des Mediziners und reflektiert allgemein über Leben und Tod, statt die einzelnen Nachher-Perspektiven auszuleuchten. Jede dieser Geschichten hätte ein eigenes Kapitel wert sein können. Trotzdem ein Buch, das lange nachwirkt und im Alltag immer wieder auftaucht.

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