Empfehlungen basierend auf "kein runter kein fern."
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von Heimito Doderer
Die Dämonen sind einer der bedeutendsten Großstadtromane diese Jahrhunderts. Gestalten des Wiener Großbürgertums und des Adels, Arbeiter und Intellektuelle, aber auch Typen der Halb- und Unterwelt sind zu einem schillernden gesellschaftlichen Gewebe verflochten. Hinter dem eleganten Charme der Fünfuhrtees und Tennisturniere werden Unsicherheit, politische Fragwürdigkeiten und sexuelle Ausschweifung sichtbar. Die Handlung läuft von Anfang an auf den Brand des Wiener Justizpalastes am 15. Juli 1927 zu, den Doderer als „Cannae der österreichischen Freiheit“ begreift: Im Verlauf der Auseinandersetzungen zwischen „Frontkämpfern“ und Republikanischem Schutzbund waren mehrere Arbeiter umgebracht worden. Nach dem Freispruch der Mörder durch die Justiz brachen Arbeiterunruhen aus, die von der Polizei blutig niedergeschlagen wurden. Obwohl die Schicksale der Figuren meist nur indirekt mit diesem historischen Ereignis verknüpft sind, gehört es zu Doderers kunstvoller Komposition, daß sich zahlreiche ihrer Lebensprobleme an diesem Tag klären.
von Erich Kästner
Een Jong Begaafde Letterkundige Weet Zijn Weg Niet Meer Te Vinden In De Volkomen Ontredderde Toestand Van Duitsland Na De Eerste Wereldoorlog.
von Erich Kästner
"Obwohl die Millionäre aus der Mode gekommen sind und obwohl ich nicht einmal weiß warum, ist, dessenungeachtet, die Hauptfigur dieses Buches ein Millionär. Das ist nicht meine Schuld. Sondern es kam so..." Erich KästnerGeheimrat Tobler, ein Mann, dem Fabriken, Banken, Warenhäuser und viele Millionen gehören, gewinnt in dem Preisausschreiben seiner eigenen Firme den 2. Preis: zehn Tage Winterurlaub im Grandhotel Bruckbeuren. Zum Entsetzen seiner Familie entschließt er sich, die Reise anzutreten, und zwar "endlich einmal ohne den üblichen Zinnober", als armer Teufel namens Schulze. Das Verwechslungsspiel nimmt seinen Lauf.
von Franz Werfel
Dies ist die Geschichte Jirmijahs aus Anathot, des Propheten Jeremias also, aber es ist zugleich ein Meneteckel, ein Mahnwort gegen alle unverantwortlich herrschende Gewalt. Franz Werfel hat den Roman vom Leben und Leiden des großen Propheten eingebettet in eine Rahmenhandlung aus der Zeit der Entstehung des Romans, 1936, und ihn damit weit über das religiöse Thema hinausgehoben; er hat – der als Imperativ wirkende Titel verdeutlicht das – in einer Zeit totalitärer Herrschaft in Deutschland einen verschlüsselten Aufruf verfaßt, Widerstand zu leisten, aufzubegehren gegen die Staatsgewalt, gegen Selbstsicherheit und Selbstzufriedenheit der Mächtigen. So gesehen wird der Nebukadnezar des Romans leicht mit Adolf Hitler vergleichbar, werden die Leiden Jeremias' als die der Juden Deutschlands verstanden, wird die Zerstörung Jerusalems und des Tempels 586 v. Chr. als apokalyptisches Bild für die Zukunft Europas zur Zeit des Nationalsozialismus erkennbar. Werfel reagierte mit diesem Bekenntnis aber auch zugleich auf Vorwürfe gegenüber seiner, des Juden, offen geäußerter Sympathie für das katholische Christentum wie gegenüber der Tatsache, daß er zu den Aktivitäten der neuen Machthaber in Deutschland lange geschwiegen hatte.
von Wolfgang Borchert
Wolfgang Borchert died in 1947––the twenty-six-year-old victim of a malaria-like fever contracted during World War II. This was just one day after the premier of his play, The Man Outside , which caused an immediate furor throughout his native Germany with its youthful, indeed revolutionary, vision against war and the dehumanizing effects of the police state. In a very real sense, Borchert was both the moral and physical victim of the Third Reich and the Nazi war machine. As a Wehrmacht conscript, he twice served on the Russian front, where he was wounded, and twice was imprisoned for his outspokenness. His voice speaks plainly and powerfully from out of the war’s carnage all the more poignantly for its being cut short at so young an age.
von Stefan Zweig
Ja, es stimmt, was der kurze Einführungstext im Sammelband Meistererzählungen formuliert: Der österreichische Schriftsteller Stefan Zweig (1881-1942) war ein Erzähler aus Leidenschaft. Seit er 1904 seine erste Novelle veröffentlichte, blieb er dieser Gattung bis zu seinem Freitod im Exil auf der Flucht vor den Nationalsozialisten in Petrópolis bei Rio de Janeiro treu. Er tat dies in einer psychologisch durchdringenden, schon damals wohl leicht antiquiert klingenden Sprache. Hin und wieder hat Zweig die Leidenschaft für das Erzählen auch übermannt, etwa in den überaus pathetisch daher kommenden Sternstunden der Menschheit. Im Idealfall aber hat er sie kanalisiert und die menschlichen Leidenschaften selbst zum Gegenstand seiner Geschichten werden lassen.Meistererzählungen besteht fast ausschließlich aus solchen Idealfällen. Versammelt sind die Erzählungen:- Brennendes Geheimnis- Der Amokläufer- Brief einer Unbekannten- Die Frau und die Leidenschaft- Verwirrung der Gefühle- Vierundzwanzig Stunden aus dem Leben einer Frau- Episode am Genfer See- Die unsichtbare Sammlung- Schachnovellewobei letztere sicher die bekannteste, bei weitem aber nicht die beste Erzählung Zweigs darstellt. So ist denn jeder aufgerufen, mit Hilfe dieser überaus preisgünstigen Sonderausgabe auch die anderen, mehr oder weniger bekannten (und zum Teil fast 100 Seiten umfassenden) Geschichten des österreichischen Klassikers zu entdecken. Aber auch für jene, die sie bisher nur in vergilbten Taschenbuchausgaben aus Schulzeiten im Bücherregal stehen haben, lohnt sich die Anschaffung. Denn Meistererzählungen ist nicht nur ein sehr preisgünstiges, sondern auch noch ein wunderschön gemachtes Buch.Einziger Wermutstropfen ist da lediglich, dass man sich nicht nur einen Zwölfzeiler als Begleittext, sondern ein ausführliches Vor- oder Nachwort als Einführung beziehungsweise Ausklang gewünscht hätte. Aber dies ist wohl noch am ehesten zu verschmerzen. --Stefan Kellerer
von Bruno Schulz
"Das Sanatorium zur Sanduhr" ist ein Buch über die verrinnende und die stehenbleibende, über die wuchernde, sich verästelnde und die rückwärts ablaufende Zeit. Es ist ein Buch über die Jahreszeiten mit ihrem Licht und ihren Gerüchen, aber auch ein Buch der kindlich-zarten Erotik, und nicht zuletzt ein Buch der grotesken Gestalten, das ein phantastisches Universum eröffnet. Nach der hochgelobten Neuübersetzung von "Zimtläden" liegt nun auch Schulz' zweites Buch in einer meisterhaften Neuübersetzung vor, die seine überbordend lebendige Sprache stilsicher ins Deutsche bringt.
von Hans Kruppa
Ein zutiefst weiser Roman China im 3. Jahrhundert vor unserer Zeit: Als der bedeutende Philosoph Tschuang Tse von einem Spaziergang nach Hause kommt, erwartet ihn ein junger Mann mit dem Befehl, ihn zu töten. Doch Tschuang Tse zeigt nicht die geringste Angst vor dem Tod. Die schicksalhafte Begegnung mit dem Weisen verwandelt den vermeintlichen Attentäter von Grund auf und ebnet ihm den Weg zu seinem wahren Selbst - und zu der Liebe, die eine junge Frau mit einer geheimnisvollen Gabe in ihm erweckt. Die beiden Männer begeben sich auf eine ereignisreiche Reise, in deren Verlauf wesentliche Lebensfragen gestellt und mit faszinierender Klarheit beantwortet werden. Dieser fesselnd geschriebene Roman voller Weisheit, Spannung und Poesie, der vor Jahrtausenden spielt, doch mit einer Fülle von Bezügen zur Gegenwart überrascht, ist ein tiefes und inspirierendes Buch, das zum Nachdenken über die eigene Lebenseinstellung und Weltanschauung anregt. Ein wunderschönes Geschenkbuch in hochwertiger Halbleinenausstattung mit Lesebändchen und Innenillustrationen. Hans Kruppa, geboren 1952 in Marl, studierte Anglistik und Sport in Freiburg und unterrichtete zwei Jahre an einem Gymnasium, bevor er sich 1981 ganz dem Schreiben widmete. Er lebt als freier Schriftsteller in Bremen. Seine Gedichte und Aphorismen, Romane und Kunstmärchen, Erzählungen und Kurzgeschichten hat er in zahlreichen Büchern veröffentlicht.
von Heinrich Böll, Viktor Böll
Lesende Staatsburger sind nicht die gehorsamsten, schreibende schon gar nicht Erzahlungen, Essays, Gedichte, Briefe und RReden aus den Jahren 1948 bix 1985, die es ermoglichen, den literarischen Weg dieses einzigartigen Schriftstellers in komprimierter Form nachzuvollziehen und Heinrich Boll so kennenzulernen, wie er sich selbst sah.
von Karel Čapek
Karel Čapek (1890-1938) wurde als Sohn eines tschechischen Landarztes in Malé Svatoňovice geboren. 1909 nahm er in Prag ein Philosophiestudium auf, das er nach einem Jahr in Berlin fortsetzte. Er arbeitete als Journalist, Dramaturg und Regisseur, schrieb Feuilletons, Erzählungen und Romane sowie Stücke und Reisebücher aus England, Italien, Spanien und den skandinavischen Ländern. Drei Jahre nach seiner Heirat mit der Schauspielerin Olga Scheinpflugová starb er in Prag an einer Lungenentzündung. Josef Čapek (1887-1945), der ältere Bruder von Karel Čapek, war Maler, Graphiker und Schriftsteller und machte sich auch als Illustrator einen Namen. Am 1. September 1939 wurde er verhaftet und kam im KZ Bergen-Belsen um.