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"Dieser Roman ist nicht nur kongenial und sensibel gegenüber dem Original, sondern auch so geistreich geschrieben, dass Orwell sicher die größte Freude an ihm hätte" The Telegraph Mit seinem berühmten Roman "1984" gelang George Orwell eine visionäre Dystopie über eine Welt der totalen Überwachung. Nun wird dieser Klassiker zu ganz neuem Leben erweckt - und aus der Sicht der weiblichen Hauptfigur erzählt. Die gewitzte Maschinistin Julia hat längst ihre ganz eigenen Strategien entwickelt, um in dem unmenschlichen Überwachungssystem zu überleben. Doch dann verliebt sie sich in Winston, und damit gerät alles aus den Fugen. Dieser eigentümliche Mann gibt Julia immer wieder Rätsel auf, und sollte ihre Liebe auffliegen, könnte sie das ihr Leben kosten. Allmählich verliert Julia jeglichen Halt in der ihr vertrauten Welt - und dabei gilt immer: Big Brother is watching you ...

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
448 Seiten • Hardcover
Erschienen an: October 19, 2023

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Aktuelle Rezensionen(2)

4.2(5 ratings)
NancyRezension von Nancy

Es war toll 1984 aus der Sicht von Julia zu lesen. Frauen sind in Orwells Buch meist schwach, bemitleidenswert oder entspringen einer typischen male Fantasy. Sandra Newman macht sie zu selbst denkenden Menschen, mit verschiedenen Charakterzügen, die unter den patriarchalen Strukturen der Partei leiden - es werden unter anderem Themen wie Schwangerschaft, künstliche Befruchtung, Abtreibung, Age Gab und Machtgefälle, weibliche Lust, Vergewaltigung und gleichgeschlechtliche Liebe eingebunden. Mir hat auch gefallen, dass die Arbeit der Partei und die Klassenunterschiede der Bewohner von Startbahn Eins detaillierter gezeigt werden. Die Autorin hat eine bestehende Geschichte genommen, sie zu ihrer eigenen gemacht und für mich meist logisch erweitert und fortgesetzt - Fragen, die 1984 unbeantwortet ließ, haben hier eine Erklärung erhalten. Julia, die ich nach dem Lesen von 1984 noch folgendermaßen beschrieben habe: „Hauptsache jung, schön, ein bisschen rebellisch, aber auch naiv und unpolitisch“, wird zu einer feministischen Figur. Damals hätte ich „…mir mehr Tiefe gewünscht und gern mehr von ihr gewusst: ihre Gedanken, ihre Tage ohne Winston“. Die Autorin hat mir diesen Wunsch erfüllt, bevor ich 1984 überhaupt gelesen habe. Doppelplusgut! Genau wie Winston, ist Julia sicher keine Heldin - sie ist viel eher eine Überlebenskünstlerin, eine Frau die versucht in einem System so wenig wie möglich aufzufallen, aber trotzdem nicht ganz der Norm entsprechen kann und immer wieder versucht mit kleinen Regelbrüchen, die Welt für sich irgendwie aufregender zu gestalten. Aber sie will überleben, sie will dazugehören - auch wenn das bedeutet Fakten bewusst zu übersehen oder zu überhören. Ganz nach dem Motto „die Partei hat immer recht“. Mir hat nicht alles gefallen, gerade zum Ende (ca. letztes Drittel), gab es Stellen, die für mich nicht ganz stimmig waren und die man vielleicht hätte besser einleiten oder erzählen können - vielleicht sogar ganz anders. Aber das Buch ist alles in allem toll geschrieben, es lässt sich leicht und flüssig lesen. Wie das Original bleibt es düster und dystopisch, ist sprachlich aber leichter und in Teilen vulgärer - was zur Persönlichkeit der Protagonistin passt. Ich halte Julia nicht nur für eine gute Ergänzung zum Original, sondern würde behaupten, dass man sich in der Geschichte bestens zurecht finden kann, auch ohne 1984 von George Orwell gelesen zu haben. Service-Hinweis: Da sich die Übersetzungen von 1984 und die an der sich dieses Buch orientiert (2021 von Frank Heiberts) unterscheiden können, sind möglicherweise einige Worte und Begriffe unterschiedlich - dies war zum Beispiel der Fall, bei der Version die ich zuvor gelesen habe (Übersetzt von Jan Stümpel).

PaulineRezension von Pauline

Sandra Newman ist es sehr gut gelungen, George Orwells Klassiker in einem neuen Licht aufleben zu lassen. Der feministische Ansatz und wie Newman die Protagonistin Julia inszeniert, gefiel mir sehr! Gleichzeitig schafft sie es, die dystopische Welt von George Orwell, die aufkeimende und wieder schwindene Hoffnung, die das gesamte Werk trägt, auch in ihrer Version von 1984 umzusetzen. Für mich ist "Julia" eine stimmige Erweiterung zum Klassiker - und gleichzeitig die Möglichkeit, auch ohne Vorwissen um das Originalwerk in die Dystopie von selbigem einzusteigen.

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