Von den Jahren des Exils bis ins Wendejahr '89 und darüber hinaus reicht diese wechselvolle Geschichte einer deutschen Familie. Sie führt von Mexiko über Sibirien bis in die neu gegründete DDR, führt über die Gipfel und durch die Abgründe des 20. Jahrhunderts. So entsteht ein weites Panorama, ein großer Deutschlandroman, der, ungeheuer menschlich und komisch, Geschichte als Familiengeschichte erlebbar macht.
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In Zeiten des abnehmenden Lichts
von Eugen Ruge
Von den Jahren des Exils bis ins Wendejahr '89 und darüber hinaus reicht diese wechselvolle Geschichte einer deutschen Familie. Sie führt von Mexiko über Sibirien bis in die neu gegründete DDR, führt über die Gipfel und durch die Abgründe des 20. Jahrhunderts. So entsteht ein weites Panorama, ein großer Deutschlandroman, der, ungeheuer menschlich und komisch, Geschichte als Familiengeschichte erlebbar macht.
Aktuelle Rezensionen(2)
„Einfach weggehen. Sich losreißen aus dieser kranken, krankmachenden Welt… Hier bin ich. Ich grüße dich, große Stadt. Ich grüße den Himmel, die Bäume, die Löcher im Asphalt. Ich grüße die Tortillaverkäuferin und die Musikanten. Ich grüße euch alle, die ihr auf mich gewartet habt. Ich bin da. Ich habe mir einen Hut gekauft. Das ist der Anfang.“ S. 103 "In Zeiten des abnehmenden Lichts" von Eugen Ruge ist ein Familienroman, der die Geschichte der Familie Umnitzer über mehrere Jahrzehnte und vier Generationen erzählt. Der Roman ist geprägt von den politischen und gesellschaftlichen Veränderungen in Deutschland, von der DDR-Zeit bis zur Wiedervereinigung und darüber hinaus. Die Geschichte beginnt in den 1950er Jahren in der DDR und endet in den 2000er Jahren. Ruge erzählt die Geschichte nicht chronologisch, sondern aus verschiedenen Perspektiven der Familienmitglieder. Besonders sind die Kapitel vom 1. Oktober 1989, in denen dieselbe Situation aus unterschiedlichen Blickwinkeln geschildert wird. Ein großartiger Roman, der die Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert auf eine einzigartige Weise erzählt. Eine absolute Empfehlung für alle, die sich für Literatur und Geschichte interessieren! Ich habe das Buch gerne gelesen. Die Sprache ist einfach und locker, die Charaktere sind authentisch und sympathisch. 2011 wurde der Roman mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet.
Für mich ein sehr bewegende Geschichte einer Familie in der Nachkriegszeit, wie sie sich keiner wünscht, weil nur sehr wenig Liebe und Vertrautheit in dieser Familie herrscht. Alle haben ihr Päckchen zu tragen, aber keiner kann sich in sein Gegenüber einfühlen. Als die Fassade langsam zu bröckeln beginnt, zeitgleich mit dem Ende der DDR, wird deutlich wie allein jedes Familienmitglied am Ende dasteht, diese Verzweiflung wird sehr deutlich spürbar. Gespickt mit immer wieder tragisch-komischen Szenen und sehr bildhaften und gleichzeitig nüchternen Beobachtungen, wie z.B. das Resultat eines gescheiterten Weihnachtsessens: “Irina brachte die Trümmer ihrer Gans in die Küche.“ Ich mag, wie simple Handlungen emotional aufgeladen werden und so die Szenen sehr plastisch und spürbar werden. Erinnert mich an Dickens, der auch oft Objekte zum Leben erweckt um die Stimmung und die Gefühlslage der Charaktere zu malen (interessant, dass Dickens zum Ende erwähnt wird). Absolute Leseempfehlung!