5.0

Ich erkenne eure Autorität nicht länger an

von Glenn Bech, Andrea Paluch

Format:Hardcover
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Wie kann es sein, dass Kunstschaffende sich in ihrer zur Schau gestellten Queerness sonnen, während sich Schwule andernorts nachts kaum aus dem Haus trauen dürfen – und keinen juckt’s? Wie kann es sein, dass Reiche immer reicher werden, die gebildete Großstadtelite sich in ihrem Elfenbeinturm einkastelt, während andere froh sein müssen, sich überhaupt nur die weiterführende Schule leisten zu können? Und wie vor allem kann es sein, dass die aufgeklärten Menschen in unseren westlichen Gesellschaften das alles gar nicht bemerken oder mit einer paternalisierenden Sonderbehandlung gar noch fördern? Glenn Bech, Jahrgang 1991, praktizierender Psychologe, Provinzschwuler, Mobbingopfer, aus einer Familie, von der sich die braven Bürgerinnen und Bürger im Flugzeug schaudernd abwenden, wie er selbst sagt, legt den Finger in die Wunde unserer westlichen, heterosexuellen, erfolgsverwöhnten Überheblichkeit – und zwar so, dass es schmerzt. In seiner direkten, poetischen Prosa arbeitet er sich ab an Identität und Identitäten, an der Klassengesellschaft, sozialer Gewalt, an der systematischen Diffamierung und Diskriminierung von Homosexuellen, heute, mitten in Westeuropa. Auf der anderen Seite der selbstgerechte Wohlstandsbürger, der keine Ahnung hat, wie privilegiert er eigentlich ist und entsprechend blind ist für die andere Seite. Die Essenz: »wenn etwas leicht ist für dich/ ist das schön für dich«. Sehr subjektiv, schonungslos offen, selbstentblößend, voller Wut, down to earth, bitter, provozierend, berührend – und immer auf den Punkt. Glenn Bech, in Dänemark ein regelrechter Star, hat die Sprache und den Nerv derer getroffen, die sich vergessen und verraten fühlen von Politik und Gesellschaft, der Abgehängten, Ausgegrenzten – und damit auch Leserinnen und Leser erreicht, die mit Ich erkenne eure Autorität nicht länger an zum ersten Mal überhaupt freiwillig ein Buch in der Hand halten.

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
350 SeitenHardcover
Erschienen an: September 5, 2023

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PurpleHeroRezension von PurpleHero

Glenn Bechs "Ich erkenne eure Autorität nicht länger an", erschienen im Kröner Verlag, ist ein kraftvolles Manifest, das eine unerschütterliche Stimme inmitten gesellschaftlicher Ungerechtigkeiten erhebt. Der Autor gewährt einen tiefen Einblick in seine eigene Biografie, seine Erfahrungen als Schwuler in der Provinz und seine Konfrontation mit Homonegativität und -hass. Seine Worte sind ein schonungsloser Schrei gegen Ungerechtigkeit, ein Ringen um Identitätsentwicklung und ein Appell für Chancengleichheit. Bech kritisiert mit einer unbeschreiblichen Leidenschaft die dänische Gesellschaft und Politik, die er als dysfunktional und blind für die Realitäten der Abgehängten und Ausgegrenzten sieht. Seine Wut ist spürbar in jedem Satz, der das Ungleichgewicht unserer heteronormativen Wertesysteme bloßstellt. Diese Kritik ist nicht nur auf Dänemark beschränkt, sondern lässt auch einen Spiegel nach Deutschland schauen. Das Manifest gleicht einem Kunstwerk, einzigartig in seiner Struktur. Es verzichtet auf traditionelle Satzzeichen und wirkt wie eine Abfolge lyrischer Verse. Jeder Absatz, jede Zeile ist ein Statement, eingefasst in die Schwere von Bechs persönlicher Erfahrung. Bech richtet seinen Rundumschlag auf die Mittelschicht und legt dabei Parallelen zu anderen Gesellschaften offen, auch der deutschen. Sein Werk ist eine Wucht, ein Aufruf zum Nachdenken und zur Veränderung unserer vorgefassten Meinungen und Systeme. Das Manifest von Glenn Bech ist nicht nur eine Herausforderung an das Establishment, sondern ein vehementer Ruf nach Gerechtigkeit und Anerkennung für alle.

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