3.3

Hexenjäger

von Max Seeck

Format:Softcover

Der Mörder geht nach einem perfiden Plan vor: Detailgetreu stellt er die Morde einer Bestseller-Trilogie nach. Und die sind äußerst brutal und erinnern an mittelalterliche Foltermethoden. Die Opfer - allesamt Frauen. Ist ein Fan der Trilogie durchgedreht? Kommissarin Jessica Niemi und ihr Team ermitteln unter Hochdruck, doch der Mörder ist ihnen immer einen Schritt voraus. Die Ermittler tappen im Dunkeln, bis ihnen klar wird, dass die Opfer Jessica Niemi erschreckend ähnlich sehen ...

Mystery, Thriller, Horror & Crime
448 SeitenSoftcover
Erschienen an: 2020-12-21

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Aktuelle Rezensionen(1)

3.3(16 ratings)
IsabelleRezension von Isabelle

ACHTUNG DIESE REZENSION ENTHÄLT SPOILER! Also ich muss ja sagen, ich weiß nicht so wirklich was ich von diesem Buch halten soll. Allerdings kann ich definitiv sagen, dass es zu den Seltsamsten gehört die ich je gelesen habe. Der Anfang ist noch sehr spannend und man wird direkt in die Geschichte und den ersten Mord hineingeworfen, der auch sehr spannend in Szene gesetzt wurde und auch wirklich noch einen gruseligen und unheimlichen Vibe versprüht hat. Auch beim anschließenden zweiten Mord habe ich mich noch gefragt was wohl dahintersteckt und auch die ganzen Umstände unter denen er zustande kam waren sehr mysteriös und haben - auf die beste Art und Weise - unangenehme Gefühle in mir ausgelöst. Auch ist mir der Schreibstil sehr positiv aufgefallen und zudem mochte ich die Kapitellänge von etwa vier bis sieben Seiten sehr gerne, da ich dadurch sehr gut und schnell durch die Geschichte gekommen bin. Mir hat außerdem der Bezug zur Hexenverfolgung und Hexen allgemein sehr gut gefallen und ich mochte es sehr gerne, dass der Fall so eng mit diesen Themenbereichen verbunden war und dass auch das Thema Okkultismus an sich eine große Rolle gespielt hat. An dieser Stelle endet es dann allerdings auch schon mit meinen positiven Gedanken zu diesem Buch. Einer meiner größten Kritikpunkte ist der, dass ich zu keiner der Figuren eine emotionale Verbindung aufbauen konnte. Im besten Fall waren sie mir egal, im Schlechtesten haben sie mich sogar wütend gemacht. Letzteres war leider vor allem bei der Hauptprotagonistin Jessica Niemi der Fall, die ich absolut unsymphatisch fand. So wirke sie während der kompletten Handlung eher fehlbesetzt und zwischendurch sogar leicht psychisch instabil, was - meines Erachtens - eine sehr schlechte Voraussetzung für die Rolle der Hauptermittlerin in einem Mordfall ist. Hinzu kommt noch, dass Niemi einen als Leser sehr weit von sich weggehalten hat und man keinerlei wirkliche Verbindung mit ihr aufbauen konnte, da sie sehr wenig von sich preisgegeben hat und auch vom Chatakter her so kalt wie ein Eisklotz war. Am Schlimmsten fand ich jedoch, dass sie moralisch wirklich absolut verdorben war und mehrmals sehr fragwürdige Entscheidungen getroffen hat. So schläft sie mit einem Mann von dem sie weiß, dass ihre Kollegin in ihn verliebt ist und sich mit ihm mehr erhofft. Gleich darauf überlegt sie dann mit einem anderen Mann zu schlafen, von dem sie weiß, dass er vergeben ist. Ein Verhalten mit dem sich Charaktere bei mir absolut nicht beliebt machen. Abgesehen von den Charakteren hat mir auch die Handlung ab einem bestimmten Punkt nicht mehr zugesagt. So wurden die Szenen zu Beginn noch sehr genau beschrieben, es war spannend und man hatte wirklich das Gefühl bei den Ermittlungen mit dabei zu sein, allerdings hat sich das über das Buch hinweg immer weiter gewandelt, was letztenendes darin resultiert hat, dass die späteren Morde nur noch am Rande erwähnt wurden, was sehr schade war und sehr viel von den Charm des Buches weggenommen hat. Ebenfalls ein großer Kritikpunkt ist der, dass es während der eigentlichen Haupthandlung noch einen weiteren Handlungsstrang gab, welcher in der Vergangenheit von Niemi spielte, der jedoch nicht gekennzeichnet war, sodass ich immer erst ein paar Sätze lang verwirrt war, ehe ich verstanden habe, dass es sich um diese andere Zeitebene handelt. Am meisten genervt hat es mich hier jedoch, dass dieser zweite Zeitstrang keinerlei Relevanz für die Geschichte hatte, also wirklich GAR KEINE, wodurch ich mich gefragt habe wieso diese Sichtweise überhaupt nötig gewesen wäre, aber ich gehe einfach mal davon aus, dass der Autor noch ein paar Seiten füllen musste, ansonsten kann ich mir diese Entscheidung nicht erklären. Der wirkliche Supergau, bei dem ich tatsächlich nur noch dasaß und mit dem Kopf schütteln konnte, war dann allerdings das Ende, welches tatsächlich in vier Kapiteln mal eben abgehandelt wurde und das auch so komisch, dass ich mich wirklich gefragt habe was in aller Welt ich da gerade gelesen habe. So sind diese letzten Kapitel absolut unübersichtlich und verwirrend, da sich die Perspektive dauerhaft ändert und man beim Lesen Gefahr läuft ein Schleudertrauma zu erleiden, angesichts des dauerhaften hin und herspringens. Man kommt gar nicht mehr mit wie jetzt was miteinander in Verbindung steht und man muss teilweise sogar ein paar Kapitel zurückgehen um überhaupt zu begreifen was jetzt genau los war und wieso die Ermittler zu welchen Schlüssen kommen. Als es dann endlich zum Finale kommt, ist dieses Finale leider alles andere als episch und ich habe mich gefragt was jetzt konkret der wirkliche Plan der Täter am Ende war. Auch war das Tatmotiv sehr zusammengebastelt und eine bunte Mischung aus Verschwörungstheorie, Okkultismus und Psychose. Die Auflösung am Ende, dass alle Täter zu einer Art Sekte gehören, die Schizophrene Menschen an die Macht bringen wollen und gleichzeitig den Sturz des Systems fordern war nun wirklich sehr konstruiert und wirr. Ebenso wie dass Niemi die neue Anführerin der Gruppe werden sollte war einfach nur unrealistisch und ich habe mich an dieser Stelle nur noch gefragt WARUM, auch da dies mit der ursprünglichen Handlung so wirklich GAR NICHTS mehr zu tun hatte. Auch blieben viele Fragen einem auch nach diesem grandiosen Ende noch eine Rechenschaft schuldig. So habe ich mich die ganze Zeit gefragt wieso genau alle getöteten Frauen in das selbe Schema fielen, sowie auch wieso genau die Handlung dieser Bücher zum Vorbild der Morde dienten, aber vermutlich sollen sich diese Fragen alle mit dem Verweis auf die geistigen Einschränkungen der Täter erklären lassen. Im Allgemeinen habe ich das Motv auch von vorne bis hinten nicht verstanden. Angeblich wollte sich die Sekte gegen die Freizügigkeit und die sexuellen Ausschweifungen in der Gesellschaft einsetzen, was aber komplett verwirrend ist, wenn man bedenkt, dass die Mitglieder dieser Sekte selbst nicht gerade keusch waren. Naja also zum Schluss kann ich als Fazit nur sagen: "Leider sehr viel verschenktes Potential und eine sehr seltsame auf den letzten Seiten sehr an den Haaren herbeigezogene Story... sehr schade."

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