Empfehlungen basierend auf "Herz, stirb oder singe"

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von Ian Bostridge

IN SCHÖNER AUSSTATTUNG – ENDLICH WIEDER LIEFERBAR Schuberts Winterreise, vollendet in den letzten Monaten seines kurzen Lebens, ist eines der eindrucksvollsten und rätselhaftesten Meisterwerke der europäischen Kultur. Einst geschrieben für intime Gelegenheiten, füllt der Liederzyklus heute die größten Konzertsäle der Welt. Ian Bostridge, ein Interpret von Weltrang, erschließt in seinem faszinierenden Buch nicht nur Kontext und Wirkung der 24 Lieder. Es gelingt ihm auch, uns jene zeitlos magische Energie nahezubringen, die Schuberts Wanderer in einen Spiegel unserer eigenen Seele verwandelt.

von Simone Lappert

die zeit ist reifer als juliaprikosen, ihr kern schmeckt bitter und geht schon lange jeden mund etwas an.

von Mascha Kaléko

Zum 100. Geburtstag der Dichterin am 7. Juni 2007: ein attraktiver Geschenkband mit den schönsten Gedichten aus ihrem Gesamtwerk.

von Else Lasker-Schüler

Gottfried Benn nannte sie »die größte Lyrikerin, die Deutschland je hatte«. Ihre Gedichte beschwören in üppiger, prunkvoller und zugleich zarter Sprache die Poetisierung des Lebens in sich verdunkelnder Zeit. Die jüdischen und orientalischen Phantasien, ihre Masken und Rollen als Prinz Jussuf von Theben, Tino von Bagdad oder der ›Malik‹ haben jedoch nie ihre Klarsicht getrübt, bis hin zum letzten berühmten Gedichtband »Mein blaues Klavier«, 1943 im Jerusalemer Exil erschienen. Die vorliegende Edition stellt das lyrische Gesamtwerk Lasker-Schülers vollständig und in chronologischer Ordnung vor. Jedem Gedicht werden detailreiche Informationen beigegeben: über den (auto)biographischen Hintergrund der mit der Bohème und dem Berliner Kulturbetrieb der Weimarer Zeit vernetzten Dichterin wie auch zum breiten Anspielungshorizont der jüdischen Tradition. – Mit einer kompakten Biographie der Autorin

von Emily Dickinson

Die erste deutsche Gesamtausgabe von Emily Dickinsons rund 1800 Gedichten zeigt die ganze Vielfalt ihrer Themen, ihren Einfallsreichtum im Formalen und ihre überraschende Entwicklung. Ihr lyrisches Werk kam zu früh für ihre engstirnige puritanische Umgebung in den USA. Kein Wunder, dass Dickinson ihre Zeitgenossen auf Distanz und ihre Lyrik unter Verschluss hielt – ihre Gedichte sind voller Ketzerei und Spottlust, ihr Werk mutig, frei und radikal im Nachdenken über die Grundfragen unserer Existenz. Die Übersetzerin Gunhild Kübler zeichnet im Nachwort ein Bild vom Leben dieser großen amerikanischen Dichterin.

von Mascha Kaléko

In diesem Band finden sich die kalékohaftesten von Kalékos Gedichten und Prosastücken. Anlass, sie zum fünfzigsten Todestag der Dichterin im Januar 2025 wiederzuentdecken.

von Walt Whitman

"Er ist Amerika", sagte Ezra Pound über den Dichter Walt Whitman. In seinen "Grasblättern" besingt er den Aufbruch der USA nach dem Bürgerkrieg. Der Lyriker Jürgen Brôcan hat dieses zentrale Werk der amerikanischen Literatur mehr als ein Jahrhundert nach Erscheinen erstmals vollständig auf Deutsch übersetzt und mit einem Nachwort und einem ausführlichen Kommentar versehen. Im Schmelztiegel seiner Dichtung vereint Whitman Ideen aus Kultur, Gesellschaft, Politik, Wissenschaft und Mystik seiner Zeit. Seine Gesänge sind Abbild und Vision einer modernen Nation der "Vereinigten Staaten", die Spaltungen überwinden und allen Menschen Freiheit und Gleichheit bringen soll.

von Juli Zeh

Poetik ist etwas für »Quacksalber, Schwächlinge, Oberlehrer, Zivilversager und andere Scharlatane«, so Juli Zeh 2013 in ihren Frankfurter Poetikvorlesungen: »Poetik klingt immer so, als wüsste der Autor, was er da tut – dabei weiß er bestenfalls, was er getan hat.« Diese Erkenntnis im Kopf lässt es sich befreit aufspielen und wunderbar poetologisieren, über die Bedeutung der Erinnerung für das Schreiben zum Beispiel: »Ein Ereignis ist nicht das, was passiert ist, sondern das, was erzählt werden kann.« – Eine »Anti-Poetologie« – frech, klug und witzig.

von Dilek Mayatürk

Dilek Mayatürk ist eine neue weibliche Stimme in der türkischsprachigen Lyrik – stark, verletzlich, wütend. „An unser Herz werden wir uns erst dann erinnern, / Wenn es aufhört zu schlagen“. Die Gedichte von Dilek Mayatürk sind Aufforderungen, nicht in Coolness zu erstarren. In ihren Texten fließt rotes Blut, manche pochen vor Schmerz, Wut und Liebe – ungebrochen und ungeschützt, aber in Worten gebändigt. Trennung, Verlust, die eigene Herkunft werden hier verhandelt, aber auch das aktuelle politische Geschehen in der Türkei, mit all seinen Implikationen für die eigene Biographie.

von Jan Wagner

Neue Gedichte des Büchnerpreisträgers Jan Wagner – „Traumwandlerisch sicher, schafft dieser Dichter federleichte Gedichte, die schwer nachwirken.“ (Matthias Ehlers, WDR 5)Zweiundzwanzig Jahre nach der „Probebohrung im Himmel“ lässt sich Jan Wagner von der schnöden Scholle inspirieren: „Steine & Erden“. Aus dem lehmigsten, kalkigsten Boden der Tatsachen fördert sein Blick mit Lust das Erstaunliche zutage und verwandelt es in Gedichte, deren Leichtigkeit und Klangmagie immer wieder verblüffend sind. Alles lebt und erzählt Geschichten in diesem neuen beeindruckenden lyrischen Kosmos – von der Karottenrakete auf ihrem Weg zum Erdmittelpunkt über die schleichend wachsende Gummiakropolis ausgedienter Reifen bis zu Dürers „Rhinozeros“.