Manja ist 17 Jahre alt und lebt im Leipzig der 1980er Jahre. Ihre beste Freundin Maxie und sie schwänzen die Schule, brechen in Schrebergärten ein und treffen sich im Freibad oder auf dem Rummel mit Jungs, bis Manja im Zimmer des Vertragsarbeiters Manuel von der Volkspolizei erwischt wird und auf die Venerologische Station für Frauen mit Geschlechtskrankheiten kommt. Eingewoben in den Roman sind auch Erlebnisse von Lilo, die in den 1940er Jahren an diesem Ort festgehalten wurde, da sie mit ihrem Vater für den kommunistischen Widerstand gearbeitet hat, und der Sozialarbeiterin Robin, die in den 2010er Jahren in diesem Haus – nun eine Unterkunft für Geflüchtete – tätig ist. Der Roman »Herumtreiberinnen« erzählt die Geschichten von drei jungen Frauen aus verschiedenen Zeiten und stellt die Frage, welchen Einfluss diese Zeit und die jeweilige Staatsform auf ihre Leben hatten. Ein Haus in der Leipziger Lerchenstraße ist das verbindende Element der drei Erzählstränge.
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Herumtreiberinnen
von Bettina Wilpert
Manja ist 17 Jahre alt und lebt im Leipzig der 1980er Jahre. Ihre beste Freundin Maxie und sie schwänzen die Schule, brechen in Schrebergärten ein und treffen sich im Freibad oder auf dem Rummel mit Jungs, bis Manja im Zimmer des Vertragsarbeiters Manuel von der Volkspolizei erwischt wird und auf die Venerologische Station für Frauen mit Geschlechtskrankheiten kommt. Eingewoben in den Roman sind auch Erlebnisse von Lilo, die in den 1940er Jahren an diesem Ort festgehalten wurde, da sie mit ihrem Vater für den kommunistischen Widerstand gearbeitet hat, und der Sozialarbeiterin Robin, die in den 2010er Jahren in diesem Haus – nun eine Unterkunft für Geflüchtete – tätig ist. Der Roman »Herumtreiberinnen« erzählt die Geschichten von drei jungen Frauen aus verschiedenen Zeiten und stellt die Frage, welchen Einfluss diese Zeit und die jeweilige Staatsform auf ihre Leben hatten. Ein Haus in der Leipziger Lerchenstraße ist das verbindende Element der drei Erzählstränge.
Aktuelle Rezensionen(4)
Bestes buch 25
Ich bin anfangs schwer in Herumtreiberinnen hineingekommen. Der Stil hat sich für mich deutlich von anderen Werken Bettina Wilperts unterschieden – obwohl sie auch hier, wie gewohnt, ohne direkte Rede arbeitet. Erst nach und nach konnte ich mich auf die Struktur und den Ton einlassen. Am Ende haben mich die drei Einzelschicksale jedoch sehr gepackt und bewegt. Besonders eindrücklich fand ich die Darstellung des Umgangs mit Frauen in der DDR, die bei mir lange nachgewirkt und viele Fragen aufgeworfen hat. Ein Roman, der Geduld verlangt, dafür aber nachhaltig zum Nachdenken anregt.
Wilperts Schreibstil & Aufbau ist sehr ansprechend, genauso wie die Geschichten der einzelnen Charaktere einen in seinen Bann zieht.
Für den zweiten Roman von Bettina Wilpert habe ich etwas mehr Zeit als beim ersten gebraucht, um reinzukommen. Nach dem ersten Drittel entwickelten die drei Handlungsstränge aber einen Sog. Die Autorin arbeitet wie schon bei ihrem ersten Buch ohne direkte Rede. Das ist für mich anfangs immer etwas gewöhnungsbedürftig, macht den Schreibstil aber auch besonders und rasanter. Die Geschichten der drei Figuren, besonders die aus der NS- bzw. DDR-Zeit, sind bedrückend, aber wichtig. Kein Wohlfühlbuch, dafür eines, das mir widerständige Geschichte und Einblicke in die beiden Regimes in Romanform gewährt hat.