Heinrich von Ofterdingen war ein sagenhafter (historisch bisher nicht belegbarer) Sanger des 13. Jahrhunderts. Der Name entstammt dem mittelhochdeutschen Epos Sangerkrieg auf der Wartburg (mhd. Singerkriec uf Wartburc; entstanden um 1260). Der Name des unbekannten Sangers inspirierte mehrere Dichter: So ist er namensgebend fur das Romanfragment Heinrich von Ofterdingen von Novalis (eigentlich Friedrich von Hardenberg), entstanden im Laufe des Jahres 1800 und 1802 posthum von Friedrich Schlegel veroffentlicht und findet sich auch innerhalb der Novellensammlung Die Serapionsbruder in der Novelle Der Krieg der Sanger von E. T. A. Hoffmann aus dem Jahre 1819. Der Heinrich von Ofterdingen ist in vielfacher Hinsicht als direkte Antwort auf Goethes Wilhelm Meister angelegt. Der Text sollte in der gleichen Aufmachung und bei dem gleichen Verlag (Unger, Berlin) erscheinen. Der Ofterdingen ist ein Zeugnis der Auseinandersetzung mit Goethes Text. Hardenbergs Bewertung des Wilhelm Meister wandelte sich im Laufe der Zeit sehr stark. Er hatte zunachst das Erscheinen des Romans enthusiastisch begrut und bewunderte die Poetik dieses Textes. Novalis war begeistert von Goethes Begabung, ganz fremde und uninteressante Gegenstande fur die Poesie fruchtbar zu machen, und von der Fahigkeit, Unbedeutendes durch Verknupfung auf die Ebene der Bedeutsamkeit zu heben. Die Kritik am Meister wachst jedoch im Laufe der Zeit und Novalis bricht als erster Fruhromantiker mit der Verehrung dieses Romans. Er verurteilt schlielich den Meister als undichterisch im hochsten Grade und als ein Kunstprodukt, ein Werk des Verstandes und der Okonomie, die uber die Poesie siege. Goethe sei nur auf das Diesseitige und Pragmatische beschrankt und sein Roman sei geradezu prosaisch und modern. Novalis bemangelt, dass der Meister blo von gewohnlichen, menschlichen Dingen handele und dass die Natur und das Mystische vollig fehlten. Somit bewertet er diesen Roman als poetisierte, burgerliche Geschichte.....
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Heinrich Von Ofterdingen
von Novalis
Heinrich von Ofterdingen war ein sagenhafter (historisch bisher nicht belegbarer) Sanger des 13. Jahrhunderts. Der Name entstammt dem mittelhochdeutschen Epos Sangerkrieg auf der Wartburg (mhd. Singerkriec uf Wartburc; entstanden um 1260). Der Name des unbekannten Sangers inspirierte mehrere Dichter: So ist er namensgebend fur das Romanfragment Heinrich von Ofterdingen von Novalis (eigentlich Friedrich von Hardenberg), entstanden im Laufe des Jahres 1800 und 1802 posthum von Friedrich Schlegel veroffentlicht und findet sich auch innerhalb der Novellensammlung Die Serapionsbruder in der Novelle Der Krieg der Sanger von E. T. A. Hoffmann aus dem Jahre 1819. Der Heinrich von Ofterdingen ist in vielfacher Hinsicht als direkte Antwort auf Goethes Wilhelm Meister angelegt. Der Text sollte in der gleichen Aufmachung und bei dem gleichen Verlag (Unger, Berlin) erscheinen. Der Ofterdingen ist ein Zeugnis der Auseinandersetzung mit Goethes Text. Hardenbergs Bewertung des Wilhelm Meister wandelte sich im Laufe der Zeit sehr stark. Er hatte zunachst das Erscheinen des Romans enthusiastisch begrut und bewunderte die Poetik dieses Textes. Novalis war begeistert von Goethes Begabung, ganz fremde und uninteressante Gegenstande fur die Poesie fruchtbar zu machen, und von der Fahigkeit, Unbedeutendes durch Verknupfung auf die Ebene der Bedeutsamkeit zu heben. Die Kritik am Meister wachst jedoch im Laufe der Zeit und Novalis bricht als erster Fruhromantiker mit der Verehrung dieses Romans. Er verurteilt schlielich den Meister als undichterisch im hochsten Grade und als ein Kunstprodukt, ein Werk des Verstandes und der Okonomie, die uber die Poesie siege. Goethe sei nur auf das Diesseitige und Pragmatische beschrankt und sein Roman sei geradezu prosaisch und modern. Novalis bemangelt, dass der Meister blo von gewohnlichen, menschlichen Dingen handele und dass die Natur und das Mystische vollig fehlten. Somit bewertet er diesen Roman als poetisierte, burgerliche Geschichte.....
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