Gewalt und Gerechtigkeit

von Anselm Haverkamp, Thomas Weigend, Hans-Dieter Gondek

Format:Softcover

Walter Benjamins Kritik der Gewalt ist eine der schwierigsten und umstrittensten Arbeiten des jungen Benjamin. Ihre sporadische Wirkungsgeschichte wurde für kurze Zeit in den sechziger Jahren akut, ohne je auf mehr als gelegentliches Interesse zu stoßen. Jacques Derrida hat diesen Text zum Ausgangspunkt neuer, grundsätzlicher Erwägungen über Gewalt und Gerechtigkeit gemacht. Sein Buch Gesetzeskraft ist der Aktualität der Dekonstruktion für die Rechtsphilosophie, insbesondere für die im amerikanischen Verfassungsrecht heftig diskutierten »critical legal studies«, gewidmet. Derrida schlägt eine unerwartete Brücke zur Rechtswissenschaft, indem er Benjamins historisch hochkomplexen Entwurf einer »Kritik der Gewalt« aus ihrer vergessenen Entstehungssituation, den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg, wiederbelebt. Der vorliegende Band zeigt die Aktualität Benjamins für die Dekonstruktion und die Aktualität der Dekonstruktion für die mit Benjamins Essay liegengebliebene Gewaltfrage. Er demonstriert nicht zuletzt ein tieferliegendes Erkenntnisinteresse der Dekonstruktion auf einem Gebiet, das man als allzu vertraut allfälliger Ideologiebildung überlassen hat, Recht und Gerechtigkeit. Der Band verbindet Teile der amerikanischen Hintergrunddiskussion mit Benjamin-Lektüre nach Derrida, der mit einem Beitrag über die Perspektive der Diskussion, die Revision des Begriffs der Verantwortung, den Band beschließt.

Geschichte, Geistes- & Gesellschaftswissenschaften
446 Seiten • Softcover
Erschienen an: December 22, 1993

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